Gott ist treu!

Auf die Treue Gottes können wir uns verlassen, denn er wird uns Gerechtigkeit schenken, weil er die Liebe ist. Man kann auch meinen, dass es die eigene Treue ist, die unsere Errettung bewirkt, um das Reich Gottes zu erben. Aber ist dies denn nicht schon wieder ein Akt der Selbsterlösung, wenn ich mich durch meine Treue Errettung verspreche? Betrachten wir einen Text in Gen 15:9-12;17-18, der einen ganz anderen Blickwinkel ermöglicht:

Er sprach zu ihm: »Hole mir ein dreijähriges Kalb, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turtel- und eine Jungtaube!« Alle diese Tiere holte er. Er teilte sie in der Mitte und legte die Hälften einander gegenüber; nur die Vögel teilte er nicht. Da stießen Raubvögel auf die Tierleichen herab. Abram scheuchte sie fort. Die Sonne war eben am Untergehen, da fiel ein Tiefschlaf auf Abram. Auch Angst und große Dunkelheit lasteten auf ihm. Die Sonne war untergegangen; stockfinster war es geworden. Da zeigten sich ein rauchender Backofen und eine Feuerflamme, die zwischen jenen Fleischstücken hindurchfuhr. An jenem Tage schloß der Herr mit Abram einen Bund: »Deinen Nachkommen werde ich dieses Land geben, vom Strom Ägyptens bis zum großen Euphratstrome …

Das Ritual mit den Tierhälften war damals so gebräuchlich, wenn man einen Blutsbund schloss. D.h. beide Parteien des zu schließenden Bundes gingen zwischen die Tierhälften hindurch und bezeugten damit symbolisch, dass sie, wie die Tiere, ihr Blut zu vergießen bereit sind, um den Bund zu halten. Weiteres ist hier unwichtig, auch wenn sich in dem Text noch mehr verbirgt. Mir geht es um den einen Punkt, haben Sie ihn auch bemerkt?

Abram schlief (wie die Jünger am Ölberg und wir oftmals in unserem Christenleben), Dunkelheit lastete auf ihm (wie auf uns, wenn wir meinen, Gott hat sich von uns entfernt, wir im Glauben zweifeln, wir Gottes Licht nicht mehr wahrzunehmen glauben, auch weil Raubvögel, der Teufel, uns Glaube, Hoffnung und Liebe rauben wollen) und in Vers 17 geschieht es: Gott allein fährt zwischen den Fleischstücken hindurch! Kein Wort von Abram! Gott übernimmt die Pflichten beider Vertragspartner! Sein Bund gilt auch dann, wenn wir untreu werden! Ist das nicht herrlich befreiend? Wir müssen uns nicht vertragsbrüchig fühlen und dann von Gott verworfen, wenn wir untreu werden. Der Vertrag, die Verheißung gilt trotzdem. Alles was wir inmitten unserer Untreue tun müssen, ist dann dies oder ähnliches vor Gott zu bekennen:

Herr, schon wieder bin ich in Sünde gefallen. Herr, ich bin zu schwach, um dir immer die Treue zu halten, aber ich glaube, vertraue auf deine Treue, du wirst mir das verheißene Land schenken, du allein kannst mich retten, mich heilen, hilf mir in meinem Unglauben, im Zweifel und aus meinem geistigen Schlaf. Herr, du weißt, dass ich dich liebe!

Abraham war von der Treue Gottes später derart überzeugt, dass er bereit war seinen einzigen Sohn Isaak zu opfern, im unbeirrbaren Glauben Gott wird ihn wieder aus dem Tod erretten. Dieser Glaube an die Treue Gottes wurde ihm dann als Gerechtigkeit angerechnet. Das ist der Glaube an die Treue Gottes hier in unserem Leben, der auch uns retten wird.

Der Beweis für die Treue Gottes ist der Kreuzestod von Gottes Sohn: Da Gott unseren Teil des Bundes mit übernahm und wir die Treue immer wieder brechen, tritt die Vertragsklausel in Kraft, dass der wortbrüchige Vertragspartner mit seinem Blut dafür bezahlen muss. Und das tat Jesus Christus für uns! Sein Blut ist der Preis unseres ständigen Treuebruchs, aber zugleich unsere Errettung, denn Gottes Bund bleibt bestehen.

In dem Kinofilm „Der letzte Kaiser“, der das Leben des letzten Kind-Kaisers von China behandelt, wurde der kleine Kaiser von einem gleichaltrigen Verwandten gefragt, ob er denn als göttlicher Kaiser auch bestraft wird, wenn er etwas böses getan hat. Der Kind-Kaiser bejahte und erklärte, dass dann ein Sklave für seine Missetaten geschlagen wird, sein „Prügelknabe“. Im Christentum ist es genau anders herum: Wenn der Sklave eine Missetat begeht, wird der Kaiser, der Meister, unser Gott im Sohn bestraft. Welch unendlich große Liebe hat unser Gott für uns und wie unendlich wertvoll ist unsere Seele, denn ihr Preis ist ebenfalls unendlich groß, da Gott dafür bezahlt.

Loben, danken und lieben wir ihn dafür!

 

der emmauspilger

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