Wir sind eine lebendige Opfergabe

Bei den Urchristen gab es von Anfang an keinen Zweifel, dass das Tempelopfer, der kultische Dreh- und Angelpunkt der Tora, durch den Tod des Herrn ausgedient hatte. Der Tempel wurde zu einem würdigen Ort des Gebets, aber seine Opfer galten für Christen nicht mehr. War also nun das Kreuz Christi der neue Kult der Menschen für eine wahre Reinigung und Sühne in der sündhaften Welt? Weiterlesen

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Glaube vs. Philosophie

„So kommt der Glaube aus dem Hören; was aber gehört wird, kommt durch das Wort Christi.“ (Rö 10:17, GB). Paulus zeigt damit auf, dass allein das Bibellesen, der Buchstabe des Wortes, nicht zum Glauben und damit zum Heil führt. Das „sola scriptura“ Luthers ist in seiner Verkürzung deshalb eine Sackgasse, die in die unzähligen Spaltungen im Protestantismus führt. In dem Paulus nicht davon spricht, der Glaube käme vom Lesen, wird der grundsätzliche Unterschied zwischen Glauben und bloßer Philosophie offenbar. Der Glaube indes kann durchaus in seinem Innern die philosophische Wahrheitssuche in Bewegung setzen. Das Hören des Wortes Christi bedeutet nicht das Lesen des Wortes, sondern das innere Bewegen desselben im Herzen, wie es Maria tat. Das Wort ist Jesus Christus selbst, Person, wahrer Mensch und wahrer Gott. Somit wird das Hören des Wortes zum hinhören auf eine Person, Jesus Christus, und damit Gott. Der Glaube ist somit kein Nachdenken, wie die Philosophie.

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Gog und Magog – Eine kleine Geschichte der Endzeit

In einigen christlichen Gemeinden stehen vor allen die Berechnung oder Auslegung der kommenden Endzeit im Mittelpunkt. Biblische Aussagen, wer etwa Gog und Magog (Ez 38 und 39; Offb 20:8) sind, werden unmittelbar in das politische Geschehen der Jetztzeit übertragen und daraus Voraussagen für die Zukunft getätigt. Diese Art der Bibelauslegung hat eine lange Geschichte und sie funktioniert nicht, seid sie durchgeführt wird. Hier ein paar Beispiele: Weiterlesen

Gedanken zur Scham

Der Mensch wandelte im Paradies mit Gott. Alles war im und beim Guten, denn Gott war gut. Nach dem Sündenfall des Menschen erkannte dieser nicht nur das Böse, sondern ebenso das Gute in sich und den unendlich tiefen Abgrund, der sich nun hin zu Gott auftat. Der Mensch begann zu vergleichen, was ungleich. Die Antwort der Erkenntnis von Gut und Böse an Gott war, sich zu verbergen. Das Gute schämt sich in Gottes Licht, das Böse zieht in die Finsternis. Weiterlesen

„Felix culpa“, die glückliche Schuld

Tatsächlich kann kein Mensch etwas tun, dass Gott ihn mehr liebt oder dass er ihn weniger liebt. Insofern ist man immer ein geliebtes Geschöpf Gottes. Aber die Liebe Gottes will mehr: Sie legt offen, wo wir unser gottgewolltes Sein verlassen haben, wo wir nicht mehr sind, wer wir sind, sondern der, den unsere Sünde aus uns gemacht hat. Es nützt niemanden den Menschen als perfekt und damit nicht erlösungsbedürftig darzustellen, die Realität zeigt etwas anderes. Verdrängt man sie, dann bleibt der Mensch verkrümmt in seinem Ich und lässt keine Entwicklung mehr zu, die Gott ihm schenken will. Der Widersacher tut ganze Arbeit, wenn er uns das Sündenverständnis nimmt.

Wenn nun manche sich aufgrund ihrer Sünde hassen, traurig, depressiv werden, dann ist das ebenso ein Werk des Widersachers. Als Christ erhält man in der Taufe das Betriebssystem von Gott Sünde zu erkennen und in seiner Liebe anzunehmen, damit sie verwandelt wird und damit man selbst in der Kraft des Herrn. Gleichfalls erhält man eine überall mögliche und kostenlose „WLAN-Verbindung“, einen Kanal zu Gott, mit dem man ihm im Gebet sein Herz ausschütten, es ihm geben kann, damit es verwandelt wird in seine Liebe (Katherina von Siena erlebte diese Erfahrung auf eindrückliche Weise).

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Theologie und Pastoral 3.0

Hinsichtlich der Theologie und Pastoral zu Beginn des 3. christlichen Jahrtausends wurde in vielen deutschen Bistümern eine Zentralisierung und Straffung der Seelsorge angedacht oder wird bereits umgesetzt. Sowohl Gläubige als auch Amts- und Würdenträger innerhalb der Kirche vermissen an diesen Konzepten oft die notwendige Ausrichtung auf den Willen Gottes, weil man sich allzu sehr nach weltlichen und organisatorischen Bedürfnissen ausrichtet. Vieles scheint selbst ausgedacht, und im falschen Bewusstsein der „Nabel der Welt“ zu sein, verweigert man sich von dem Guten, das in anderen Nationen bereits umgesetzt wird, lernen zu wollen. Zu dieser Trägheit mag wohl auch die Sicherheit entsprechender Kirchensteuermittel beitragen. Weiterlesen

Josef Pieper: Über das christliche Menschenbild

1. der Christ ist ein Mensch, der – im Glauben – der Wirklichkeit des dreieinigen Gottes inne wird.

2. der Christ spannt sich – in der Hoffnung – auf die endgültige Erfüllung seines Wesens im Ewigen Leben.

3. der Christ richtet sich – in der göttlichen Tugend der Liebe – mit einer alle natürliche Liebeskraft übersteigenden Bejahung auf Gott und den Mitmenschen.

4. der Christ ist klug, das heißt, er läßt sich den Blick für die Wirklichkeit nicht trüben durch das Ja oder Nein des Willens, sondern er macht das Ja oder Nein des Willens abhängig von der Wahrheit der wirklichen Dinge.

5. der Christ ist gerecht, das heißt, er vermag in Wahrheit „mit dem andern“ zu leben; er weiß sich als Glied unter Gliedern in der Kirche, im Volk und in aller Gemeinschaft.

6. der Christ ist tapfer, das heißt, er ist bereit, für die Wahrheit und für die Verwirklichung der Gerechtigkeit Verwundungen und, wenn es sein muß, den Tod hinzunehmen.

7. der Christ hält Maß, das heißt, er läßt es nicht zu, daß sein Habenwollen und sein Genießenwollen zerstörerisch und wesenswidrig wird.

S.D.G.