Sakramente als Belohnung?

Nein, Sakramente sind keine Belohnung, deshalb kann man sie auch nicht einfordern. Sakramente erhält man nicht, weil man eine zeitgeistgemäße Antwort parat hat, weil man mit unvollkommener menschlicher Barmherzigkeit argumentiert. Sakramente sind das Gegenteil von Belohnung: Sie werden gesät in all die Fragen des Lebens in Raum und Zeit.

In der Taufe ist das Sakrament ein angenommen sein in aller Gebrochenheit des Menschen. Die Taufe will Christen vereinen, wo sie sich getrennt meinen. Die Firmung will dort stärken, wo das Leben schwach erscheint, wo man selbst am Ende ist, damit der Hl. Geist weitermachen kann. Die Beichte will Zuspruch geben, wo man sich selbst nicht mehr vergeben kann oder will, damit Gottes Gnade und Liebe wieder das verhärtete Herz erweichen kann. Die Eucharistie will das Leben hochhalten über alle Abgründe hinweg, sie will sie nicht einebnen. Die Ehe will ein Ja sprechen in eine fragliche Zukunft hinein, damit Gott als Dritter im Bunde seine Ewigkeit, Sanftmut und Geduld einbringen kann. Die Priesterweihe des Mannes stärkt, um einen Dienst anzutreten, trotz aller Unzulänglichkeiten. Die Krankensalbung will dort Gewissheit schenken, wo Angst und Ungewissheit herrscht.

Nein, die Sakramente sind keine Belohnung. Sie sind keine Universalantworten auf jene Fragen, welche uns die Sünde stellen lässt. Die Sakramente sind die Möglichkeit mit all den Fragen zu leben. Und Jesus Christus stellt uns in ihnen auch die Fragen, die wir in unserer Sündhaftigkeit meinten, schon längst beantwortet zu haben. Nicht aber, um sie ungelöst zu lassen, sondern der Er-lösung zuzuführen, eine Erlösung, die eben der Herr erst ermöglicht hat.

 

S.D.G.

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Der Synodale Weg – eine falsche Barmherzigkeit

Der Synodale Weg – eine falsche Barmherzigkeit

Der „Catholic Herald“ aus London übt in seiner Ausgabe vom 19. September 2019 scharfe Kritik am „Synodalen Weg“ der Kirche in Deutschland:

„In Deutschland treiben die Bischöfe gegen den Willen des Heiligen Vaters ein Programm falscher Barmherzigkeit voran. Sie wollen den Zölibat nicht liberalisieren, um das Priestertum zu heiligen, sondern um eine Regel zu beseitigen, die Heiligkeit fordert. Sie wollen die Lehre über die Homosexualität nicht ändern, weil sie barmherzig sein wollen gegenüber der schweren Last der Sünde, sondern um zu sagen, dass Sünde keine Sünde mehr ist. Sie wollen Sex außerhalb der Ehe nicht deshalb zulassen, weil sie gegenüber dem Sex positiv eingestellt sind, sondern weil sie die Ehe nicht als die Institution anerkennen wollen, die allein das von Gott gewollte Sexualverhalten im Sinne Gottes regelt. […] Die Bischöfe in Deutschland sollten anfangen, auf den Papst zu hören statt auf jene, die gerne Papst wären. Der Heilige Vater hat ihnen einen Entwurf vorgelegt, der auf Evangelisierung ausgerichtet ist. Leider scheinen die deutschen Bischöfe, wie überall dort, wo Gnade, Freiheit und Barmherzigkeit gefälscht werden, einen selbstzerstörerischen Weg einzuschlagen. Die „Priorität der Evangelisierung“, die sie dem Willen des Heiligen Vaters nach für ihren synodalen Prozess setzen sollen, muss vielleicht bei den Bischöfen in Deutschland selbst beginnen.“

In vielen Ländern, nicht nur Europas, sehen Katholiken besorgt auf die Vorgänge in Deutschland. Von dort ging einst eine Spaltung aus, die sich nicht wiederholen darf. Beten wir für die deutschen Bischöfe, dass sie durch den Hl. Geist einen Weg finden, damit der Weltkirche zu dienen und Gott und sein Wort dadurch ehren.

 

S.D.G.

Hochmut des Glaubens

Es gibt einen Hochmut des Glaubens, der auch Neuevangelisation verhindern kann. Mit dazu bei trägt im protestantisch-evangelikalen Bereich das Dogma „sola fide“. Glaube wird als Titel betrachtet, als Ticket, als Garantie zum Heil. Glaube jedoch ist weder mathematisch nach seiner Größe definierbar noch allein am Namen. Glaube erhält seinen Wert einzig in der Person, an die man glaubt und zeigt sich an den Werken der Liebe zu dieser Person. So mancher malt sich ein Schild, das den Namen Glaube trägt, und meint, es genügt, es sich umzuhängen und man bekommt, was man lt. Bibel damit verdient hat: sein Heil. Weiterlesen

Wir sind eine lebendige Opfergabe

Bei den Urchristen gab es von Anfang an keinen Zweifel, dass das Tempelopfer, der kultische Dreh- und Angelpunkt der Tora, durch den Tod des Herrn ausgedient hatte. Der Tempel wurde zu einem würdigen Ort des Gebets, aber seine Opfer galten für Christen nicht mehr. War also nun das Kreuz Christi der neue Kult der Menschen für eine wahre Reinigung und Sühne in der sündhaften Welt? Weiterlesen

Glaube vs. Philosophie

„So kommt der Glaube aus dem Hören; was aber gehört wird, kommt durch das Wort Christi.“ (Rö 10:17, GB). Paulus zeigt damit auf, dass allein das Bibellesen, der Buchstabe des Wortes, nicht zum Glauben und damit zum Heil führt. Das „sola scriptura“ Luthers ist in seiner Verkürzung deshalb eine Sackgasse, die in die unzähligen Spaltungen im Protestantismus führt. In dem Paulus nicht davon spricht, der Glaube käme vom Lesen, wird der grundsätzliche Unterschied zwischen Glauben und bloßer Philosophie offenbar. Der Glaube indes kann durchaus in seinem Innern die philosophische Wahrheitssuche in Bewegung setzen. Das Hören des Wortes Christi bedeutet nicht das Lesen des Wortes, sondern das innere Bewegen desselben im Herzen, wie es Maria tat. Das Wort ist Jesus Christus selbst, Person, wahrer Mensch und wahrer Gott. Somit wird das Hören des Wortes zum hinhören auf eine Person, Jesus Christus, und damit Gott. Der Glaube ist somit kein Nachdenken, wie die Philosophie.

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Gog und Magog – Eine kleine Geschichte der Endzeit

In einigen christlichen Gemeinden stehen vor allen die Berechnung oder Auslegung der kommenden Endzeit im Mittelpunkt. Biblische Aussagen, wer etwa Gog und Magog (Ez 38 und 39; Offb 20:8) sind, werden unmittelbar in das politische Geschehen der Jetztzeit übertragen und daraus Voraussagen für die Zukunft getätigt. Diese Art der Bibelauslegung hat eine lange Geschichte und sie funktioniert nicht, seid sie durchgeführt wird. Hier ein paar Beispiele: Weiterlesen

Gedanken zur Scham

Der Mensch wandelte im Paradies mit Gott. Alles war im und beim Guten, denn Gott war gut. Nach dem Sündenfall des Menschen erkannte dieser nicht nur das Böse, sondern ebenso das Gute in sich und den unendlich tiefen Abgrund, der sich nun hin zu Gott auftat. Der Mensch begann zu vergleichen, was ungleich. Die Antwort der Erkenntnis von Gut und Böse an Gott war, sich zu verbergen. Das Gute schämt sich in Gottes Licht, das Böse zieht in die Finsternis. Weiterlesen