Eine Analyse des „Gutmenschen“

Es gab einmal eine Zeit, in der ein guter Mensch geschätzt wurde, weil er gutes tat. Heute jedoch wird der Begriff Gutmensch eher abschätzig verwendet. Wie konnte das geschehen? Ist gutes in der postmodernen Epoche des Relativismus und Positivismus nicht mehr gut? Schuld daran ist wohl, man muss es wieder aussprechen, der Strukturverlust des christlichen Weltbilds. Der Gutmensch ist heute der äußere Typus der mehrheitlichen Seelenlage vieler Menschen. Wie ist dieser Menschentyp zu definieren? Weiterlesen

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Gog und Magog – Eine kleine Geschichte der Endzeit

In einigen christlichen Gemeinden stehen vor allen die Berechnung oder Auslegung der kommenden Endzeit im Mittelpunkt. Biblische Aussagen, wer etwa Gog und Magog (Ez 38 und 39; Offb 20:8) sind, werden unmittelbar in das politische Geschehen der Jetztzeit übertragen und daraus Voraussagen für die Zukunft getätigt. Diese Art der Bibelauslegung hat eine lange Geschichte und sie funktioniert nicht, seid sie durchgeführt wird. Hier ein paar Beispiele: Weiterlesen

Die sexuelle Revolution der „68er“ und ihre Folgen

Es ist der 31. Mai 2018. In der University of Notre Dame in Washington findet eine Konferenz von Wissenschaftlern statt, welche die Folgen der sexuellen Revolution seit der Studentenrevolte des Jahres 1968 beleuchtete. Auslöser dafür waren auch die im erschreckenden Maß zunehmende sexuelle Gewalt gegenüber Frauen und die Vermarktung ihres Körpers. Die Forscher betrachteten die Konsequenzen dieser sexuellen Revolution anhand von soziologischen, psychologischen, medizinischen und anderen Nachweisen. Das Material erlangte hinsichtlich der sogenannten „#MeToo-Debatte“ große Bedeutung. Dabei wurde von acht Wissenschaftlern über Empfängnisverhütung, Unfruchtbarkeit, Geschlechtskrankheiten, Pornografie, Leihmutterschaft und Menschenhandel referiert. Hier nur einige der Forschungsergebnisse: Weiterlesen

Wie lebt der Mensch am Ende des 21. Jahrhunderts?

Es ist noch nicht lange her, als das Smartphone begann das Leben der Menschheit grundlegend zu ändern, durch ein „outsourcing“ des Gehirns. Ob die Erfindung des Rades ähnlich plötzlich und umwälzend war? Jedenfalls beginnt nun eine virtuelle Welt mit der Wirklichkeit zu konkurrieren und vermengt sich mit ihr. Welche Trends und Möglichkeiten werden daraus entstehen, wie und mit welchen Wertvorstellungen wird der Mensch des ausgehenden 21. Jahrhunderts leben? Hier meine 5 Megatrends:

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Protestanten und ihr Verhältnis zur politischen Obrigkeit

Martin Luther schuf mit seiner neuen Lehre ein völlig anderes Verhältnis zwischen Staat und Kirche, zwischen Christ und Gesellschaft. Negative politische Entwicklungen der Neuzeit werden deshalb oftmals den Kirchen der Reformation zur Last gelegt. Andererseits kann man das moderne protestantische Synodalsystem als Vorbote der Demokratisierung betrachten. Die Veränderung der Verhältnisse zwischen Christen und ihrer Obrigkeit im Protestantismus kann in drei Bereichen besonders erkannt werden: im sogenannten Landesherrlichen Kirchenregiment, in der Zwei-Reiche-Lehre und in der Bewertung des gottgeweihten Lebens.
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Steckbrief: Der hl. Bonaventura

Der Heilige wurde 1217 geboren und absolvierte ein Studium an der Sorbonne in Paris. Er trat dem Franziskanerorden bei und wurde Theologieprofessor in Paris. Später wählte man ihn zum General seines Ordens und er erlangte die Kardinalswürde. Er nahm am 2. Konzil von Lyon teil, starb aber gleich zu Anfang im Jahr 1274.

In seiner Einschätzung der Philosophie betrachtet Bonaventura die menschliche Erkenntnis wegen des Sündenfalls als unzulänglich, weshalb der Mensch niemals die letzten Wahrheiten erfassen kann. Seine kritische Haltung zur Philosophie begründet er auch damit, dass sie oft zu Hochmut führt. Die Philosophie kann ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn sie sich der Theologie unterordnet und alle Aussagen von Gott her betrachtet. Die letzten Wahrheiten können nur von Gott kommen, womit die Philosophie zur Dienerin der Theologie wird. Ohne diese Unterordnung wird sie sonst zur Ideologie.

Der hl. Bonaventura versuchte die Erkenntnisfrage zu beantworten. Er nennt zwei Bereiche: Weiterlesen

Der all-inclusive-Staat

Wenn Kleinkinder heute eine ganztägige Betreuung in einer KiTa erleben, dann verinnerlichen sie das Gefühl der Abschiebung. Und dort, wo die meisten Betreuungsplätze sind, dort sind die niedrigsten Geburtenzahlen zu verzeichnen. Ein vorsorgender Staat wird eine Betreuungsagentur für Kindheit und Jugend. Aber auch für das Alter: Einst abgeschobene Kleinkinder erleben die Abschiebung als gängiges Muster familiären Lebens und leiten eine Verstaatlichung des Alters ein, indem sie auch ihre Eltern in die Altenheime abschieben.

So wird das Seniorenasyl im Gefolge der Krippenpolitik des Staates zur Regel werden. Ganztägig arbeitende Kinder fallen als Ansprechpartner und Pfleger für ihre alternden Eltern aus. In den Altenheimen und Pflegestationen sitzen schon jetzt isolierte, einsame und hilflose ältere Menschen, um die sich kein Familienangehöriger mehr kümmert. Selbst die Sprache der Pfleger aus fremden Ländern verstehen sie nicht mehr. Die Babyboom-Generation wird 2030 in diese Pflegestationen drängen und einen Pflegenotstand hervorrufen, den der Staat finanziell nicht mehr beheben kann.

Die Familie droht heute Beute des Staates zu werden. In den Häusern der Familien wird nur mehr geschlafen, dann schwärmen die Angehörigen aus zu ihren Betreuungs- und Arbeitsplätzen. Der Staat lässt uns freiwillig in seine Abhängigkeit gleiten, weil er uns das füreinander-da-sein abnimmt. Die Familie ist die Wurzel einer Gesellschaft, die Ehe von Mann und Frau samt Kinderwunsch deren fruchtbarer Boden. Doch schon vom Kindergarten an wird heute eine neue Generation geformt, welche die Natur des Menschen nicht mehr anerkennen soll, weil sie seine Freiheit einschränkt. Biologische Wahrheiten und geschlechtsspezifische Unterschiede haben nicht mehr zu gelten und so tief verunsichert nimmt man dem Menschen seine Würde, weil er frei definierbar wird. Wenn einmal alles obsolet wird, was Menschsein ist, dann hat der Staat, jede Ideologie leichtes Spiel. Denn nur aus toten Bäumen kann man Bretter schneiden und daraus bauen und formen, was man will.