Stoa und Christentum

Um 300 v. Chr. formulierte Zenon von Kition erstmals Grundzüge der sogenannten Stoa. Ihr ist eine kosmologische, ganzheitliche Welterfassung zu eigen, die auf ein waltendes universelles Prinzip zurückgeführt wird. Das Individuum hat ihren Platz in dieser Ordnung zu erkennen, auszufüllen und durch Selbstbeherrschung zu akzeptieren. Gelassenheit und Seelenruhe sollen dabei Weisheit fördern.

Die Wirkung der stoischen Weltanschauung auf die Menschen in hellenistischer und nachhellenistischer Zeit war gewaltig. Philosophie und Religiosität gingen ein unlösliches Band ein. Deshalb war die stoische Weltanschauung gerade unter Heidenchristen Herausforderung und Prägung zugleich, ähneln sich doch einige Aussagen. Die große Zeit der Stoa ging schließlich erst um 300 n. Chr. zu Ende und beeinflusste damit noch Kirchenväter und Kirchenlehrer. Weiterlesen

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Die mutlosen Christen

 „Weil sie nicht die Kraft (und nicht die Gnade) haben, der Natur anzugehören, glauben sie, daß sie der Gnade angehören. Weil sie keinen zeitlichen Mut haben, glauben sie, daß sie schon begonnen hätten, das Ewige zu durchdringen. Weil sie nicht den Mut haben, von der Welt zu sein, glauben sie, daß sie Gottes seien. Weil sie nicht den Mut haben, einer der Parteien des Menschen anzugehören, glauben sie, daß sie von der Partei Gottes seien. Weil sie nicht des Menschen sind, glauben sie, Gottes zu sein. Weil sie niemand lieben, glauben sie, Gott zu lieben.“

„Der Mensch benötigt drei Bekehrungen: erstens eine Bekehrung von der Welt zu Jesus Christus, zweitens eine Bekehrung zur Kirche, drittens eine Bekehrung zurück zur Welt“.

 

Erstes Zitat: aus „nota conjuncta“ von Charles Péguy, katholischer französischer Schriftsteller.

Zweites Zitat: Nikolaus von Zinzendorf, evangelischer Theologe sowie Gründer und Bischof der Herrnhuter Brüdergemeinde.

 

S.D.G.

 

Yoga und Zen vs. christliche Spiritualität

Mystik, Ritual, Kult, das sind Begriffe und Lebenswirklichkeiten, die heute im Westen trotz der Säkularisierung der Welt immer mehr geschätzt werden. Allerdings meint man damit mehr östliche Spiritualität, eigene christliche Wurzeln sind verpönt und aus dem kritischen Rationalismus der Moderne entwickelt sich immer mehr ein abergläubischer Irrationalismus der Postmoderne. Deshalb ist es wichtig den Unterschied zu erkennen zwischen dem, was außerchristlich an „religiösem“, „transzendentalem“, „mystischem“ und „spirituellem“ läuft und dem, was das Christentum unter Spiritualität versteht. Dies vor allen deswegen, weil auch im innerkirchlichen Bereich immer mehr eine Vermischung stattfindet, man denke nur an die zahlreichen Yoga- und Zen-Kurse in katholischen Bildungseinrichtungen.
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Steckbrief: Johannes Duns Scotus

Steckbrief: Johannes Duns Scotus

Am 8. November ist der gebotene katholische Gedenktag für Johannes Duns Scotus. Der Schotte wurde 1270 geboren und war Franziskaner. Er studierte in Oxford und kam 1307 nach Köln, wo er ein Jahr später starb. Er kam zu der Erkenntnis, dass Philosophie und Theologie sich mit zwei völlig unterschiedlichen Bereichen beschäftigen. Die Philosophie betrachtet die natürlichen Bereiche, die Theologie die übernatürlichen Bereiche. Mit wissenschaftlichen Methoden kann deshalb in der Theologie nicht gearbeitet werden. Man kann sogar behaupten, dass die Theologie keine Wissenschaft ist. Damit verloren für Johannes die Philosophie und die Theologie ihre Bindung, die im gesamten Mittelalter Bestand hatte. Weiterlesen

Wie Gott die Schöpfung liebt

Gott hat allein die Welt erschaffen. In ihr ist seine Überfülle und seine Liebe angelegt. So ist die Welt groß und kostbar vor Gott.

Gott hat gewollt, dass die Welt nicht nur ist, sondern dass sie in lebendigem Bewusstsein ersteht. Die Welt als seine Schöpfung soll erkannt sein, nicht nur von Gott, sondern vom Geschöpf selbst. So hat er den Menschen erschaffen und ihm die Fähigkeit gegeben Dinge anzuschauen und ihr Wesen zu verstehen. Sie sollen die Gesetze begreifen, nach denen die Schöpfung gebaut sind und das Geschehen, welches sich aus deren Wirken ergibt. Die Dinge tauchen dadurch im Geist des Menschen auf, sie werden noch einmal geschaffen, nun in der Form der Wahrheit. Und Gott wollte noch mehr: Weiterlesen

Was ist im Leben absolut sicher?

Was ist im Leben absolut sicher?

Und zwar so sicher, dass man damit leben und sterben kann, dass alles im Dasein, im Leben dahinein verankert werden kann? Menschen können es nicht sein, selbst die besten und liebsten, das lehrt uns das Leben. Auch die Wissenschaft, die Philosophie, die Kunst oder überhaupt alles aus Menschenkraft können es nicht sein. Zu sehr ist in diesen Bereichen Wandel und Veränderung. Die Natur kann es nicht sein, sie ist voll tiefen Trug, weder die Zeit noch das Schicksal oder der Tod, denn er ist nur dunkler Übergang ins hoffnungsvolle Licht. Nicht einmal nur Gottvater, denn sein Zorn ist ja gerade über unsere Sünde erwacht und somit auch bis dahin nicht die Liebe Gottvaters. Was ist also absolut sicher, so dass es uns trägt? Weiterlesen

Atmen sie noch einmal tief durch …

Es steht nur mehr in älteren Ausgaben von Lehrbüchern der Ökonomie, dass es Dinge gibt, welche einen Gebrauchs- aber keinen Tauschwert besitzen. So zum Beispiel Luft und Wasser. In der Natur hat sie Gott dem Menschen unbegrenzt zur Verfügung gestellt, sie sind kein Ergebnis menschlicher Arbeit. Hinsichtlich des Wassers änderte der Mensch jedoch diesen Wert zum Tauschwert. Zuvor verknappte er künstlich dieses Gut, um anschließend eine industrielle Trinkwasserversorgung einzurichten, die nun ihren Preis besitzt.

Es war einmal die Idee, es gäbe ein Menschenrecht auf Wasser. Allerdings wurde diese vom Verwaltungspräsidenten von Nestlé, dem weltweit größten „Erzeuger“ von Trinkwasser, „extremistisch“ genannt. Mit dieser Ansicht steht er inzwischen nicht mehr allein, auch deutsche Experten verkünden ihre bezahlte Behauptung, dass nur mehr die Gewinnabsicht der Versorger dem großen Trinkwasserdurst der Menschheit gerecht werden kann. So wird Trinkwasser zum Lebensmittel und damit zur Ware, die man zu bezahlen hat. So bleibt nur mehr die Luft, die der Mensch noch frei erhält. Aber wohl nicht mehr lange.

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