Im leiden für Andere ist Rettung

Als unser Herr Jesus Christus seinen Leidensweg bis ans Kreuz begann, gab er dem Leid in seiner Menschlichkeit durch seine Göttlichkeit einen ultimativen Sinn: die Erlösung, die Rettung des Menschen. Im Kreuzestod des Herrn wird auch dem Menschen ein Sinn in dessen Leid geschenkt. Alles, was der Mensch durchleiden kann, hat auch der Herr durchlitten und damit mit Sinn erfüllt.

Diese Sinngebung des Leids konnte aber nur durch den Herrn geschehen, weil er uns zuerst geliebt hat und weil er seinen Vater im Hl. Geist liebt, weil er Gott ist. Die Liebe des Herrn zu uns ließ ihn leiden, damit wir erlöst werden, die Liebe zum Vater ließ ihn gehorsam sein. Dieser Gehorsam war kein sklavischer Gehorsam, es ist ein hören, ein hinhören auf den Willen des Vaters, so wie auch der Mensch darauf hört, was ein geliebter anderer Mensch ihm sagt.

Aus Liebe gehorsam sein, aus Liebe zu Jesus Christus leiden, das können auch wir Menschen. Weiterlesen

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Therese von Lisieux: Weiheakt an die barmherzige Liebe

Mein Gott! Glückselige Dreifaltigkeit, ich verlange danach, dich zu lieben und dahin zu wirken, dass du geliebt wirst…

Ich verlange danach, deinen Willen restlos zu erfüllen und zu der Herrlichkeit zu gelangen, die du mir in deinem Reich bereitet hast, mit einem Wort: Ich verlange danach, heilig zu werden; aber ich fühle meine Ohnmacht und ich bitte dich, mein Gott, sei Du selbst meine Heiligkeit. Weiterlesen

Heilig sein – Wie geht das?

In meiner Rubrik „Basics“ stelle Ich die Frage: Heilig sein und werden, wie geht das eigentlich? Zunächst eine Begriffsdefinition: Heilig zu sein bedeutet abgesondert sein von etwas oder jemanden und abgesondert sein für etwas oder jemanden.

Heilig zu sein für Gott verursacht zwei Dinge: Die Gesinnung, die Haltung eines Menschen ändert sich und daraus resultierend ändert sich auch sein Leben. Jeder Christ, der den Herrn in sich aufnimmt und seinen Willen tun will, ist wiedergeboren und heilig, weil er sich absondert von der Welt für Gott. Der Zustand des Menschen, seine Haltung ändert sich, dies ist der Wille Gottes. Paulus bestätigt es im Hebräerbrief (10:10): „In diesem Willen sind wir geheiligt durch das Opfer des Leibes Jesu Christi ein für allemal.“ Doch allein dieser Gesinnungswandel vollendet nicht die Heiligkeit des Menschen. Es muss der Lebenswandel folgen, wie Petrus erklärt (1Petr 1:14-15): „Gestaltet als gehorsame Kinder euer Leben nicht mehr nach den Gelüsten wie in eurer früheren Unwissenheit, sondern seid gemäß eurer Berufung durch den Heiligen auch selber heilig in all eurem Wandel.“ 
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Mitarbeiterbefragung des Hl. Geistes

Er stellt uns in jedem Augenblick die Frage: Worum geht es im christlichen Leben? Zu was befähigt der Hl. Geist uns, wenn wir mit und in Jesus Christus wahrlich leben? Gleichzeitig rückt er in der Antwort unser Gottesbild zurecht. Prüfen wir uns also und entscheiden wir uns für jeweils eine Antwort: Ist das christliche Leben

  • ein Geben oder ein Antworten?
  • ein Werden oder ein Sollen?
  • eine Umgestaltung oder eine Selbsterziehung?
  • eine Selbstheiligung oder eine Selbsthingabe?
  • eine Nachahmung Christi oder eine Verähnlichung mit Christus?
  • eine Leistung oder eine Mitarbeit?
  • Werke oder Beziehung?
  • eine Freiheit für oder ein Verzicht auf?
  • Tugendhaftigkeit oder Beziehungsfähigkeit?
  • Jesus Christus als Partner oder Jesus Christus als Vorbild?
  • eine Nachfolge Christi oder eine Teilnahme an Jesus Christus
  • eine Verpflichtung oder eine Berufung?
  • die Person Christi oder das Gesetz Gottes?
  • ein handeln oder das Sein?
  • eine Selbstverleugnung oder eine Selbstverwirklichung in Jesus Christus?
  • ein Streben nach Vollkommenheit oder eine Vereinigung mit Jesus Christus?
  • Wachstum oder Selbstvervollkommnung?
  • eine Verwirklichung von Idealen oder eine Verwirklichung einer Berufung?
  • eine Verhaltensänderung oder eine Änderung des Denkens?
  • ein seinsgemäßes Leben oder ein tugendhaftes Leben?
  • eine Teilhabe an der Heiligkeit Jesu oder ein Streben nach Heiligkeit?
  • eine Begegnung mit dem Herrn oder eine Loslösung vom Sein?
  • eine neue Seinsweise oder eine neue Existenzweise?
  • eine Umwandlung oder eine Besserung?
  • eine Umkehr oder Buße tun?
  • ein halten der Gebote Gottes oder ein Leben in Partnerschaft mit Jesus Christus?
  • ein entwickeln von Anlagen oder der Erwerb von Tugenden?

Es gibt viel zu meditieren über diese Fragen und noch mehr über die Antworten. Keine ist sogleich richtig oder falsch, die Entscheidung deckt aber unsere Beziehung zu Gott auf. Der Hl. Geist wird uns die rechten Antworten geben, wenn wir ihn darum bitten und uns führen. Es ist eine Kirchenlehrerin, die hl. Therese von Lisieux, die uns u. a. durch ihr Buch „Selbstbiographie“ leiten kann, eine rechte Gottesliebe aufzubauen.

der emmauspilger

S.D.G.

Ein Fastenlächeln in der Freude Gottes

In der Bergpredigt mahnt uns der Herr: „Wenn ihr fastet, so schaut nicht finster drein wie die Heuchler; denn diese entstellen ihr Antlitz, damit die Menschen sehen, daß sie fasten“ (Mt 6:16a). Sein Antlitz entstellen bedeutet auch als Ebenbild Gottes dessen Antlitz zu entstellen. Als Kinder Gottes dürfen wir jedoch an der Freude des Herrn teilhaben und diese Freude soll uns Christen stets anzusehen sein, auch, ja gerade in der Fastenzeit. Thomas von Aquin unterscheidet die Freude an Gott von der Freude darüber, dass wir ihn „besitzen und genießen“ dürfen. Doch der ersteren Freude räumt er den Vorrang ein: „So ist denn die Freude keine von der Gottesliebe unterschiedene Tugend, sondern ist Akt oder Wirkung der Gottesliebe“. (1) Es ist also die Gottesliebe, die uns freudig und lächelnd fasten lässt.

Auch ein Heiliger der Ostkirche, Seraphim von Sarow, bestätigt, dass es unsere Gottesliebe ist, welche die Freude Gottes in die Seele einpflanzt. Es ist eine Freude vom Heiligen Geist und im Heiligen Geist, die man wirklich fühlen kann, durch eine Wärme, einen Wohlgeruch und einen tiefen inneren Frieden. „Wenn der Geist Gottes in eine Seele herabsteigt und sie mit Seiner Fülle durchdringt, verspürt sie unaussprechliche Freude, denn Er bringt Freude hervor in allem, was er berührt“. (2) Gerade in der Fastenzeit kann man seine Seele durch Schärfung der Sinne und des Geistes sensibler für die Berührung Gottes gestalten, die Freude hervorruft. Diese Freude in der Berührung durch Gottes Geist lässt uns lächeln.
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„Allein die Liebe zählt“ (hl. Therese von Lisieux)

Therese_von_LisieuxEs geschieht allzu oft, dass ein Christ, aufgrund der göttlichen Inspiration in seiner Wiedergeburt, beginnt seine Tugendakte und kleinen Opfer zu zählen. Tatsächlich mag dies zu Anfang im geistlichen Leben eine hilfreiche Übung sein, jedoch muss der feine Grad beachtet werden, hinter dem es zu einer Leistungsreligion mutiert. Dies ist ein Angriff des bösen Geistes, der ein Kind Gottes in die fleischliche Haltung zurückversetzt, man müsse etwas leisten, um Gottes Liebe erhalten zu können. Doch die Liebe zählt und rechnet nicht. Vollkommenheit wird nicht durch ein „Konto“ voller Tugendakte und Opfer von Gott gewährt, sondern allein anhand des Grades der Liebe, mit denen sie vollführt wurden.

Liebe kann man nicht auf ein Konto einzahlen. Liebe verlangt sofort verschenkt zu werden. Liebe vermehrt sich, wenn man sie hergibt. Jesus Christus spricht in seiner Bergpredigt in Mt 5:3 von den Seligen, die arm im Geiste und doch im Himmelreich sind. Damit sind auch jene gemeint, die nichts sammelten in ihrem vielleicht langen Leben und deshalb am Ende nichts vorzuweisen haben, denn ihre ganzen Werke bestanden darin die Liebe weiterzugeben und andere Seelen damit zu gewinnen. Die Liebe sucht nicht den eigenen Vorteil, sie sucht den Moment an andere verschenkt zu werden. Weiterlesen

Klein sein, ein Kind sein

Die hl. Therese von Lisieux schreibt:
Das einzige Mittel, auf dem Wege der Liebe voranzuschreiten, ist dieses: Immer recht klein bleiben. Um sich Jesus nähern zu können, muss man klein sein. Klein sein heißt sein Nichts erkennen, alles von lieben Gott erwarten, sich über seine Fehler nicht allzu sehr betrüben. Klein sein heißt sich keine Verdienste aufspeichern, sich über nichts beunruhigen wollen. Klein sein heißt die Tugenden, die man übt, niemals sich selbst zuschreiben, sondern erkennen, dass sie ein Schatz sind, den Gott in die Hand seines Kindes legt.

So ergänzt sie Angelus Silesius, der schreibt:
Mensch, wirst du nicht ein Kind, so gehst Du nimmer ein, wo Gottes Kinder sind; die Tür ist gar zu klein. Ach könnte nur Dein Herz zu einer Krippe werden, Gott würde noch einmal ein Kind auf dieser Erden.

der emmauspilger
S.D.G.