Luther: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“

Luther: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“

Eigentlich eines seltsame Frage, die der Reformator Martin Luther hier stellt. Was ist, wenn Gott bereits und immer schon gnädig ist und es allein an mir liegt, ihn zu „bekommen“? Luther war ohne Zweifel ein großer Gottsucher mit allergrößter Ernsthaftigkeit. Er begann seine Suche immer wieder von seinem Gottesbild aus, das jedoch missgestaltet war. Denn es verkennt den gütigen Vater, den uns sein Sohn Jesus Christus verbindlich geoffenbart hat. Luther hatte zeitlebens eine große Furcht vor dem zornigen Gott. Es begann schon während der Gewitterangst 1505, die Luther ins Kloster trieb, und 1534 deutete er als Lehrer den Psalm 90 immer noch: „Mitten in dem Leben sind wir vom Tod umfangen“. Eine tiefe Düsternis des Gemüts liegt in diesen Worten. Dem Tod kann niemand entfliehen und die eigene Verderbtheit bleibt stets vor Augen. Dies erfüllt mit lähmendem Grauen und Luther muss nach Glaubensaussagen suchen, die wenigstens ihm persönlich den Weg zum Heil ebnen. Und so stellt er jene Frage, die zum Grundimpuls seiner Existenz wurde: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ Weiterlesen

4 Grundzüge eines von Jesus Christus bestimmten Menschseins

4 Grundzüge eines von Jesus Christus bestimmten Menschseins

Durch Dankbarkeit zur Freiheit als Gehorsam im Glauben, das ist Menschsein, die Würde des Menschen, oder konkret: Weiterlesen

Wie geht Autonomie statt Autoritarismus?

Wie geht Autonomie statt Autoritarismus?

Wer Autonomie statt Autoritarismus will, muss wissen, dass er dadurch mehr Verantwortung für sich und einer Gemeinschaft übernimmt, in der alle, auch Andersdenkende, diese Autonomie ermöglicht wird. Es bedeutet nicht, allgemein Hierarchien zu missachten, sondern seiner Verantwortung darin gerecht zu werden. Autonomie gelingt nicht durch Anarchie, denn einer äußeren Freiheit muss eine geordnete und darum feste innere Freiheit vorausgehen. Kein System kann langfristig und nachhaltig wirken, wenn es sich gegen das Leben vom Mutterleib an bis zu seinem natürlichen Ende stellt. Leben braucht Raum unter Achtung seiner natürlichen Grenzen, Sicherheit, um sich zu entfalten und es will Liebe, damit es erfüllt ist.

Unabhängig von einer politischen Gesinnung meint ein egoistischer Mensch der Gegenwart, er müsse sich frei machen von, anstatt für etwas oder jemanden. Dabei nimmt er sogar einen Autoritarismus in Kauf, der entsprechend seiner Gesinnung Verbote, sogar im Denken, ausspricht und autoritär durchzusetzen gewillt. So wechseln nur die äußeren Abhängigkeiten, weil im Innern des Menschen keine Freiheit und Frieden herrschen.

Wer Autonomie statt Autoritarismus will, muss deshalb folgendes beachten:

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Epiktet: Macht und Freiheit

Epiktet: Macht und Freiheit

„Einige Dinge stehen in unserer Macht, andere hingegen nicht. In unserer Macht sind Urteil, Bestrebung, Begier und Abneigung, mit einem Wort alles das, was Produkt unseres Willens ist. Nicht in unserer Macht sind unser Leib, Besitz, Ehre, Amt, und alles was nicht unser Werk ist. Was in unserer Macht ist, ist seiner Natur gemäß frei, kann nicht verboten oder verhindert werden; was aber nicht in unserer Macht steht, ist knechtisch, kann verwehrt werden, gehört einem anderen zu. Deshalb bedenke, dass du Hinderung erfahren, in Trauer und Unruhe geraten, ja sogar Götter und Menschen anklagen wirst, wenn du das von Natur Dienstbare für frei und das Fremde für dein eigen ansiehst. Hältst du dagegen für dein Eigentum nur, was wirklich dein eigen ist, und betrachtest das Fremde als fremd, so wird dich niemand jemals zwingen oder hindern; du wirst niemanden anklagen oder beschimpfen, und nicht das Geringste mit Widerwillen tun; niemand kann dir schaden; du wirst keinen Feind haben, und nichts, was dir nachteilig sein könnte, wird dir begegnen.“

Eine Gottesschau im Alten und Neuen Testament

Eine Gottesschau im Alten und Neuen Testament

Eine Schriftbetrachtung.

Im AT findet sich jene Vorschattung, wie wir Menschen Gott schauen werden, was Offenbarung bedeutet. Gott hat sich Moses in Zeichen offenbart, in einer Feuersäule, im Rauch. Moses wollte Gott aber ebenso von Angesicht sehen. Hier der Text (Ex 33:18-23 NHTS): „Da sprach Mose: «Laß mich doch deine Herrlichkeit schauen!» Und er sprach: «Ich werde alle meine Schöne an deinem Angesicht vorüberziehn lassen und werde den Namen ,Ewiger‘ vor dir ausrufen: Ich begnade, den ich begnaden will, und erbarme mich, dessen ich mich erbarmen will.» Und er sprach: «Du kannst mein Angesicht nicht schauen, denn nicht schaut mich ein Mensch und lebt.» Und der Ewige sprach: «Sieh, es ist Raum bei mir, stell dich auf den Felsen. Und es wird sein, wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, da bringe ich dich in die Kluft des Felsens und halte meine Hand vor über dir, bis ich vorübergezogen bin. Wenn ich dann meine Hand entferne, so wirst du meine Rückseite schauen, aber mein Angesicht kann nicht gesehen werden.»“

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Die wahre Freiheit: lieben zu können

Jesus Christus hat uns zur Freiheit ge- und berufen, jener Mensch zu sein, zu dem ER uns geschaffen. Es ist keine Freiheit von, denn das setzt eine Gebundenheit voraus, es ist eine Freiheit für, das setzt eine angenommene Erlösung voraus. Wer diese Freiheit annimmt, wird nicht ins Leere entlassen, sondern in die Wahrheit. Was bedeutet das?

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Christsein und Politik

Christsein und Politik

Hysterie und Dauerempörtheit sind die Auswüchse von Ideologien. Dort wird die Vernunft betäubt. Die größten Lügner waren schon immer die glaubwürdigsten Demagogen. Einige nennen sich Demokraten, andere Liberale, Sozialisten, Republikaner oder Nationalisten etc., und arbeiten dennoch nur auf eigene Rechnung. Und was sich Opposition nennt, sitzt im selben Zug, denn sobald sie an die Macht kommt, stellen sie die Rechnungen aus. Doch ein Christ rechnet nur mit Gott. Weiterlesen

In Zeiten von Pandemien als Christ gegen alle Hoffnungslosigkeit

In Zeiten von Pandemien als Christ gegen alle Hoffnungslosigkeit

Christen sind das Salz der Erde, sie sollen nicht die Geschmacklosigkeit der Welt mittragen, sondern gegen alle Angst Hoffnung verbreiten. Die Politiker haben Angst, das Falsche zu tun, Menschen haben Angst beim Tragen einer Maske zu ersticken, eine Freiheit zu verlieren, andere haben Angst Opfer von Verschwörern zu sein und wieder andere Opfer von Verschwörungstheoretikern. Weiterlesen

Nur Tugenden führen zur wahren Freiheit

„Die Unterdrückung hätte nie die Oberhand gewinnen können, wenn nicht
Feigheit, Niederträchtigkeit, und gegenseitiges Mißtrauen der Menschen
unter einander ihr den Weg geebnet hätten. Sie wird so lange steigen,
bis sie die Feigheit und den Sklavensinn ausrottet, und Verzweiflung den
verlornen Muth wieder weckt. Dann werden die beiden entgegengesetzten
Laster einander vernichtet haben, und das Edelste in allen menschlichen
Verhältnissen, dauernde Freiheit, wird aus ihnen hervorgegangen sein.“

(Johann Gottlieb Fichte: „Die Bestimmung des Menschen“ Kap. 11)

Nicht der Ungehorsam beendet Unterdrückung, sondern der Mut, besser die Tapferkeit. Das kann auch der Mut sein, gehorsam zu sein.

Nicht niederträchtig Böses mit Bösem zu vergelten beendet Unterdrückung, sondern tapfer, weil freien Geistes, diesen Kreislauf zu durchbrechen.

Nicht das Misstrauen beendet Unterdrückung, sondern das Vertrauen. Das kann auch das Vertrauen darauf sein, dass jenem, dem ich gehorsam, mein Vertrauen erfüllt.

Nicht Ungehorsam befreit aus der Unterdrückung und dem Sklavensinn, sondern Tapferkeit und der Mut der Verzweiflung.

Nur Tugenden führen zu Tugend, nicht Untugenden. Nur Tugenden führen zur wahren Freiheit.

Mystik und Asketentum des hl. Franz von Assisi

Mystik und Asketentum des hl. Franz von Assisi

Entsprechend der Zeit, in der er lebte, war Franz ein romantischer Troubadour. Er war der Troubadour Gottes und will man ihm abstrakte Leidenschaften unterstellen, so waren es dennoch leidenschaftliche Leidenschaften. Es gibt Menschen, die sogar Allegorien und Abstraktionen gegenüber wie Liebende empfinden. So sprach Franziskus die Sprache des Troubadours, wenn er sagt, er habe eine wundervolle und höchst gnadenreiche Dame, die Armut sei.

Es ist nicht wahrheitsgetreu, nennt man Franziskus einfach einen romantischen Vorläufer der Renaissance oder eines Wiederauflebens natürlicher Freuden. Für ihn lag das Geheimnis der Zurückgewinnung natürlicher Freuden darin, sie im Lichte der übernatürlichen Freude zu sehen. Diese Freude schenkt eine Offenheit, die Mitmenschen niemals verachten lässt, weder ihre Meinung noch ihre Bewunderung. Weiterlesen