Im Denken wird man Mensch

Es gibt schon seit geraumer Zeit und ohne irgendwelche „Energiefelder“ zu bemühen, die Ansicht, dass das moralische Temperament (melancholisch, phlegmatisch, sanguistisch, philosophisch) jene Ideenreihe Kraft verleiht, die den Charakter bildet. Dabei gibt es eine herrschende Idee. Eine Ideenreihe ist ein Gedanke, eine Aussage, ein Gegenstand der/die Beachtung erhält, weil er/sie das Vergnügen/Missvergnügen (damit sind nicht allein sinnliche Erfahrungen gemeint) fördert oder hindert. Jede von außen zukommende Wahrheit trifft auf diese Ideenreihe und wird somit „entwahrheitet“, denn sie hat sich in die Anschauung der Begriffe einzufügen, die der Mensch sich bereits bildete. Jedes neue Ding wird in diese Ideenreihe eingefügt und festigt sie. Deshalb kann man etwa jungen Menschen besser neue Ansichten vermitteln, als älteren. Deshalb kann für jemand etwas eine Ehre sein, für den anderen nicht, obwohl es objektiv dasselbe Ding ist. Weiterlesen

Demokratie, Wahlen und Dankbarkeit

Viele Menschen definieren heute selbständiges Denken, ja Freiheit, darin, nur auf sich selbst zu „hören“, womit meist nur ein Bauchgefühl gemeint ist und dazu keine vernunftbegabte Überlegung. Gerne wird dabei auch von Förderung der Vielfalt gesprochen, was aber oft genug nur als Vorwand verwendet wird, um eigene Erkenntnisse und Meinungen, mögen sie noch so unvernünftig sein, eine Geltung für die Allgemeinheit zu geben. Und wenn man auf andere Meinungen und Lebensmodelle trifft, die nicht innerhalb der eigenen Filterblase vertreten werden, hat die Förderung der Vielfalt schnell ein Ende. Oft werden dann keine Argumente eines Spezialisten, Fachmanns, nicht einmal mehr Lebenserfahrung anderer angenommen. Dabei bietet ein „Bauchgefühl“ ebenso keine Grundlage ein tieferes Verständnis über einen Sachverhalt oder andere Motivlagen zu gewinnen. So wird man zum Unbelehrbaren, der in der Selbstzentriertheit seinen Fortschritt erkennen will, ein Merkmal des Egoisten. Weiterlesen

Luther: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“

Luther: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“

Eigentlich eines seltsame Frage, die der Reformator Martin Luther hier stellt. Was ist, wenn Gott bereits und immer schon gnädig ist und es allein an mir liegt, ihn zu „bekommen“? Luther war ohne Zweifel ein großer Gottsucher mit allergrößter Ernsthaftigkeit. Er begann seine Suche immer wieder von seinem Gottesbild aus, das jedoch missgestaltet war. Denn es verkennt den gütigen Vater, den uns sein Sohn Jesus Christus verbindlich geoffenbart hat. Luther hatte zeitlebens eine große Furcht vor dem zornigen Gott. Es begann schon während der Gewitterangst 1505, die Luther ins Kloster trieb, und 1534 deutete er als Lehrer den Psalm 90 immer noch: „Mitten in dem Leben sind wir vom Tod umfangen“. Eine tiefe Düsternis des Gemüts liegt in diesen Worten. Dem Tod kann niemand entfliehen und die eigene Verderbtheit bleibt stets vor Augen. Dies erfüllt mit lähmendem Grauen und Luther muss nach Glaubensaussagen suchen, die wenigstens ihm persönlich den Weg zum Heil ebnen. Und so stellt er jene Frage, die zum Grundimpuls seiner Existenz wurde: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ Weiterlesen

4 Grundzüge eines von Jesus Christus bestimmten Menschseins

4 Grundzüge eines von Jesus Christus bestimmten Menschseins

Durch Dankbarkeit zur Freiheit als Gehorsam im Glauben, das ist Menschsein, die Würde des Menschen, oder konkret: Weiterlesen

Wie geht Autonomie statt Autoritarismus?

Wie geht Autonomie statt Autoritarismus?

Wer Autonomie statt Autoritarismus will, muss wissen, dass er dadurch mehr Verantwortung für sich und einer Gemeinschaft übernimmt, in der alle, auch Andersdenkende, diese Autonomie ermöglicht wird. Es bedeutet nicht, allgemein Hierarchien zu missachten, sondern seiner Verantwortung darin gerecht zu werden. Autonomie gelingt nicht durch Anarchie, denn einer äußeren Freiheit muss eine geordnete und darum feste innere Freiheit vorausgehen. Kein System kann langfristig und nachhaltig wirken, wenn es sich gegen das Leben vom Mutterleib an bis zu seinem natürlichen Ende stellt. Leben braucht Raum unter Achtung seiner natürlichen Grenzen, Sicherheit, um sich zu entfalten und es will Liebe, damit es erfüllt ist.

Unabhängig von einer politischen Gesinnung meint ein egoistischer Mensch der Gegenwart, er müsse sich frei machen von, anstatt für etwas oder jemanden. Dabei nimmt er sogar einen Autoritarismus in Kauf, der entsprechend seiner Gesinnung Verbote, sogar im Denken, ausspricht und autoritär durchzusetzen gewillt. So wechseln nur die äußeren Abhängigkeiten, weil im Innern des Menschen keine Freiheit und Frieden herrschen.

Wer Autonomie statt Autoritarismus will, muss deshalb folgendes beachten:

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Epiktet: Macht und Freiheit

Epiktet: Macht und Freiheit

„Einige Dinge stehen in unserer Macht, andere hingegen nicht. In unserer Macht sind Urteil, Bestrebung, Begier und Abneigung, mit einem Wort alles das, was Produkt unseres Willens ist. Nicht in unserer Macht sind unser Leib, Besitz, Ehre, Amt, und alles was nicht unser Werk ist. Was in unserer Macht ist, ist seiner Natur gemäß frei, kann nicht verboten oder verhindert werden; was aber nicht in unserer Macht steht, ist knechtisch, kann verwehrt werden, gehört einem anderen zu. Deshalb bedenke, dass du Hinderung erfahren, in Trauer und Unruhe geraten, ja sogar Götter und Menschen anklagen wirst, wenn du das von Natur Dienstbare für frei und das Fremde für dein eigen ansiehst. Hältst du dagegen für dein Eigentum nur, was wirklich dein eigen ist, und betrachtest das Fremde als fremd, so wird dich niemand jemals zwingen oder hindern; du wirst niemanden anklagen oder beschimpfen, und nicht das Geringste mit Widerwillen tun; niemand kann dir schaden; du wirst keinen Feind haben, und nichts, was dir nachteilig sein könnte, wird dir begegnen.“

Eine Gottesschau im Alten und Neuen Testament

Eine Gottesschau im Alten und Neuen Testament

Eine Schriftbetrachtung.

Im AT findet sich jene Vorschattung, wie wir Menschen Gott schauen werden, was Offenbarung bedeutet. Gott hat sich Moses in Zeichen offenbart, in einer Feuersäule, im Rauch. Moses wollte Gott aber ebenso von Angesicht sehen. Hier der Text (Ex 33:18-23 NHTS): „Da sprach Mose: «Laß mich doch deine Herrlichkeit schauen!» Und er sprach: «Ich werde alle meine Schöne an deinem Angesicht vorüberziehn lassen und werde den Namen ,Ewiger‘ vor dir ausrufen: Ich begnade, den ich begnaden will, und erbarme mich, dessen ich mich erbarmen will.» Und er sprach: «Du kannst mein Angesicht nicht schauen, denn nicht schaut mich ein Mensch und lebt.» Und der Ewige sprach: «Sieh, es ist Raum bei mir, stell dich auf den Felsen. Und es wird sein, wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, da bringe ich dich in die Kluft des Felsens und halte meine Hand vor über dir, bis ich vorübergezogen bin. Wenn ich dann meine Hand entferne, so wirst du meine Rückseite schauen, aber mein Angesicht kann nicht gesehen werden.»“

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Die wahre Freiheit: lieben zu können

Jesus Christus hat uns zur Freiheit ge- und berufen, jener Mensch zu sein, zu dem ER uns geschaffen. Es ist keine Freiheit von, denn das setzt eine Gebundenheit voraus, es ist eine Freiheit für, das setzt eine angenommene Erlösung voraus. Wer diese Freiheit annimmt, wird nicht ins Leere entlassen, sondern in die Wahrheit. Was bedeutet das?

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Christsein und Politik

Christsein und Politik

Hysterie und Dauerempörtheit sind die Auswüchse von Ideologien. Dort wird die Vernunft betäubt. Die größten Lügner waren schon immer die glaubwürdigsten Demagogen. Einige nennen sich Demokraten, andere Liberale, Sozialisten, Republikaner oder Nationalisten etc., und arbeiten dennoch nur auf eigene Rechnung. Und was sich Opposition nennt, sitzt im selben Zug, denn sobald sie an die Macht kommt, stellen sie die Rechnungen aus. Doch ein Christ rechnet nur mit Gott. Weiterlesen

In Zeiten von Pandemien als Christ gegen alle Hoffnungslosigkeit

In Zeiten von Pandemien als Christ gegen alle Hoffnungslosigkeit

Christen sind das Salz der Erde, sie sollen nicht die Geschmacklosigkeit der Welt mittragen, sondern gegen alle Angst Hoffnung verbreiten. Die Politiker haben Angst, das Falsche zu tun, Menschen haben Angst beim Tragen einer Maske zu ersticken, eine Freiheit zu verlieren, andere haben Angst Opfer von Verschwörern zu sein und wieder andere Opfer von Verschwörungstheoretikern. Weiterlesen