Gog und Magog – Eine kleine Geschichte der Endzeit

In einigen christlichen Gemeinden stehen vor allen die Berechnung oder Auslegung der kommenden Endzeit im Mittelpunkt. Biblische Aussagen, wer etwa Gog und Magog (Ez 38 und 39; Offb 20:8) sind, werden unmittelbar in das politische Geschehen der Jetztzeit übertragen und daraus Voraussagen für die Zukunft getätigt. Diese Art der Bibelauslegung hat eine lange Geschichte und sie funktioniert nicht, seid sie durchgeführt wird. Hier ein paar Beispiele: Weiterlesen

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„Felix culpa“, die glückliche Schuld

Tatsächlich kann kein Mensch etwas tun, dass Gott ihn mehr liebt oder dass er ihn weniger liebt. Insofern ist man immer ein geliebtes Geschöpf Gottes. Aber die Liebe Gottes will mehr: Sie legt offen, wo wir unser gottgewolltes Sein verlassen haben, wo wir nicht mehr sind, wer wir sind, sondern der, den unsere Sünde aus uns gemacht hat. Es nützt niemanden den Menschen als perfekt und damit nicht erlösungsbedürftig darzustellen, die Realität zeigt etwas anderes. Verdrängt man sie, dann bleibt der Mensch verkrümmt in seinem Ich und lässt keine Entwicklung mehr zu, die Gott ihm schenken will. Der Widersacher tut ganze Arbeit, wenn er uns das Sündenverständnis nimmt.

Wenn nun manche sich aufgrund ihrer Sünde hassen, traurig, depressiv werden, dann ist das ebenso ein Werk des Widersachers. Als Christ erhält man in der Taufe das Betriebssystem von Gott Sünde zu erkennen und in seiner Liebe anzunehmen, damit sie verwandelt wird und damit man selbst in der Kraft des Herrn. Gleichfalls erhält man eine überall mögliche und kostenlose „WLAN-Verbindung“, einen Kanal zu Gott, mit dem man ihm im Gebet sein Herz ausschütten, es ihm geben kann, damit es verwandelt wird in seine Liebe (Katherina von Siena erlebte diese Erfahrung auf eindrückliche Weise).

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Von Jesus beten lernen

Mit fast dreizehn Jahren ging Jesus bei seiner Passahwallfahrt in den Tempel von Jerusalem und beginnt ein Stück weit sich innerlich von seinen Eltern zu entfernen. In ihm verspürt er das Wissen um den Willen des Vaters. Jesus betet zu „seinem“ Vater und tritt damit bewusst mit dem eigenen Leben vor Gott. Als Kinder Gottes dürfen auch wir Gott Vater nennen und all unsere Gebete mit dieser liebevollen Anrede beginnen, die besonders seine Nähe zu uns ausdrückt.

Am Ende der 40tägigen Fastenzeit begegnet Jesus dem Bösen mit der Macht des Gebets und einem Schriftwort. In Gegenwart Satans und widergöttlicher Elemente wendet sich Jesus in Ruhe an seinen Vater im Gebet und begibt sich nicht auf das Niveau des Widersachers hinab. Durch ein spontanes, kurzes Gebet zum Vater, das sich wiederholt, können auch wir der Versuchung widerstehen. Das Gebet und das Leben spendende Wort, das man durch das Lesen der Hl. Schrift erhält, baut einen Schutzwall im Innern des Menschen gegen zerstörerische und dunkle Mächte auf, ja sie prallen davon ab. Weiterlesen

„Allezeit habt ihr die Armen bei Euch“. Betrachtung zu Mt 26:6-16.

Der Kontext darf nicht übersehen werden, um allzu einseitige Auslegung, etwa einer Sozialcharta oder eines Gottesstaats auf Erden, zu vermeiden. Im Kontext verweist das Ereignis darauf hin, dass ehrfürchtiger Glaube und Liebe, wie der Frau, etwas Stürmisches, Überschwängliches, ja Unpraktisches hat. Liebe fragt nicht nach Grenzen. Sie kümmert sich nicht um Gedanken und Worte von Menschen. Hingabe ruft nach Ganzheit. Krämerisches Rechnen und Zählen ist dem Herrn gegenüber unwürdig.

Im Gespräch mit den Jüngern wird der Kleingeist von uns Menschen offenbar. Man misst ihn am eigenen Maßstab und zeigt Unverständnis, wenn das Große nicht in den kleinen Kopf und das kleine Herz passt. So gibt es Menschen, die Nächte durchbeten können, große Summen geben und andere finden es übertrieben. Dabei treibt vielleicht deren Großzügigkeit und Opferbereitschaft nur das Wissen um die eigene Sündhaftigkeit an, die einen selbst noch fehlt. Spießer können die Größe der Liebe nur schwer verstehen. Es ist für sie Verschwendung. So etwa auch die Kathedralen und goldenen Kelche in den Kirchen. Weiterlesen

Grundaussagen und Traditionsschichten der Tora

Die ersten 11 Kapitel der Genesis sind keine historischen sowie naturwissenschaftliche Berichte oder Reportagen, sondern viel mehr, nämlich theologische Grundaussagen, die sich auch im rabbinischen Schriftverständnis finden.
Die christlichen Grundaussagen sind in groben Zügen: Weiterlesen

Die mutlosen Christen

 „Weil sie nicht die Kraft (und nicht die Gnade) haben, der Natur anzugehören, glauben sie, daß sie der Gnade angehören. Weil sie keinen zeitlichen Mut haben, glauben sie, daß sie schon begonnen hätten, das Ewige zu durchdringen. Weil sie nicht den Mut haben, von der Welt zu sein, glauben sie, daß sie Gottes seien. Weil sie nicht den Mut haben, einer der Parteien des Menschen anzugehören, glauben sie, daß sie von der Partei Gottes seien. Weil sie nicht des Menschen sind, glauben sie, Gottes zu sein. Weil sie niemand lieben, glauben sie, Gott zu lieben.“

„Der Mensch benötigt drei Bekehrungen: erstens eine Bekehrung von der Welt zu Jesus Christus, zweitens eine Bekehrung zur Kirche, drittens eine Bekehrung zurück zur Welt“.

 

Erstes Zitat: aus „nota conjuncta“ von Charles Péguy, katholischer französischer Schriftsteller.

Zweites Zitat: Nikolaus von Zinzendorf, evangelischer Theologe sowie Gründer und Bischof der Herrnhuter Brüdergemeinde.

 

S.D.G.

 

Das Gute im Leid!?

Dies ist kein Versuch die Theodizeefrage zu lösen, aber die menschliche Erfahrung über das Leid kann zumindest zu einer Erkenntnis führen, wo man das Gute im Leid findet. Natürlich soll dabei nicht darüber hinweg gesehen werden, dass Leid beim Menschen in Leib und Seele tiefe Wunden hinterlässt, aber Leid bewirkt auch: Weiterlesen