Gedanken zur Scham

Der Mensch wandelte im Paradies mit Gott. Alles war im und beim Guten, denn Gott war gut. Nach dem Sündenfall des Menschen erkannte dieser nicht nur das Böse, sondern ebenso das Gute in sich und den unendlich tiefen Abgrund, der sich nun hin zu Gott auftat. Der Mensch begann zu vergleichen, was ungleich. Die Antwort der Erkenntnis von Gut und Böse an Gott war, sich zu verbergen. Das Gute schämt sich in Gottes Licht, das Böse zieht in die Finsternis. Weiterlesen

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Das widersprüchliche Menschenbild der Postmoderne

Das widersprüchliche Menschenbild der Postmoderne

Gott ruft den Menschen an, begründet ihn somit im Sein, dadurch wird der Mensch erst Person. Nur von hierher kann der Mensch verstanden werden, sobald man es anderswoher versucht, verfehlt man ihn. Dann gebraucht man noch das Wort „Mensch“, aber seine Wirklichkeit ist nicht mehr vorhanden. In der Neuzeit zeigt sich etwas Eigentümliches: Viele Menschen, die geistig Maß und Ton bestimmen, lösen sich von Gott ab. Sie erklären sich für autonom, für fähig und befugt sich selbst das Gesetz des Lebens zu geben. In dieser Haltung wird der Mensch als absolut gesetzt. Alle Eigenschaften Gottes nimmt der Mensch nun an sich, verlegt sie in sich hinein. Er sei nun reif und fähig zu entscheiden, was gut und böse, was gewollt werden soll und was nicht gewollt werden darf. Daneben läuft noch eine andere Linie: es wird gesagt, der Mensch sei ein Lebewesen wie alle sonst. Seine Geistigkeit geht aus dem Biologischen hervor, und dieses aus der Materie. Der Mensch sei ein höher entwickeltes Tier, er löst sich in die stumme Stofflichkeit auf.

Beide widersprüchlichen Antworten laufen zur selben Zeit nebenher und heben sich gegenseitig auf. Beide widersprüchlichen Antworten kommen aus derselben Wurzel und zeigen auf, wie sich der Mensch heute missversteht, wenn er sein Auf-hin zu Gott verlässt, welches sein Wesen begründet. Eine Antwort sagt: mein Geist ist der absolute Geist, ich bin in meinem Kern mit Gott identisch. Der gleiche Mensch gibt die zweite Antwort: es gibt überhaupt keinen Geist, was man Geist nennt ist das Erzeugnis des Gehirns, eine höhere Gliederung dessen, was der tote Stoff ist. Weiterlesen

Steckbrief: Albertus Magnus

Albert der Große, wie man ihn auch nennt, lebte um 1207 bis 1280 und war ein deutscher Gelehrter und Bischof. Er bereitete als Scholastiker, als Kirchenlehrer, den Weg für den christlichen Aristotelismus im hohen Mittelalter vor. Albert trat in den Dominikanerorden ein und ihm wurde schon zu Lebzeiten der Ehrentitel „Doctor Universalis“ verliehen, weil er in allen damals vertretenen wissenschaftlichen und theologischen Künsten hoch gebildet war. Sein Gedenktag wird am 25.11. gefeiert. Weiterlesen

Mitarbeiterbefragung des Hl. Geistes

Er stellt uns in jedem Augenblick die Frage: Worum geht es im christlichen Leben? Zu was befähigt der Hl. Geist uns, wenn wir mit und in Jesus Christus wahrlich leben? Gleichzeitig rückt er in der Antwort unser Gottesbild zurecht. Prüfen wir uns also und entscheiden wir uns für jeweils eine Antwort: Ist das christliche Leben

  • ein Geben oder ein Antworten?
  • ein Werden oder ein Sollen?
  • eine Umgestaltung oder eine Selbsterziehung?
  • eine Selbstheiligung oder eine Selbsthingabe?
  • eine Nachahmung Christi oder eine Verähnlichung mit Christus?
  • eine Leistung oder eine Mitarbeit?
  • Werke oder Beziehung?
  • eine Freiheit für oder ein Verzicht auf?
  • Tugendhaftigkeit oder Beziehungsfähigkeit?
  • Jesus Christus als Partner oder Jesus Christus als Vorbild?
  • eine Nachfolge Christi oder eine Teilnahme an Jesus Christus
  • eine Verpflichtung oder eine Berufung?
  • die Person Christi oder das Gesetz Gottes?
  • ein handeln oder das Sein?
  • eine Selbstverleugnung oder eine Selbstverwirklichung in Jesus Christus?
  • ein Streben nach Vollkommenheit oder eine Vereinigung mit Jesus Christus?
  • Wachstum oder Selbstvervollkommnung?
  • eine Verwirklichung von Idealen oder eine Verwirklichung einer Berufung?
  • eine Verhaltensänderung oder eine Änderung des Denkens?
  • ein seinsgemäßes Leben oder ein tugendhaftes Leben?
  • eine Teilhabe an der Heiligkeit Jesu oder ein Streben nach Heiligkeit?
  • eine Begegnung mit dem Herrn oder eine Loslösung vom Sein?
  • eine neue Seinsweise oder eine neue Existenzweise?
  • eine Umwandlung oder eine Besserung?
  • eine Umkehr oder Buße tun?
  • ein halten der Gebote Gottes oder ein Leben in Partnerschaft mit Jesus Christus?
  • ein entwickeln von Anlagen oder der Erwerb von Tugenden?

Es gibt viel zu meditieren über diese Fragen und noch mehr über die Antworten. Keine ist sogleich richtig oder falsch, die Entscheidung deckt aber unsere Beziehung zu Gott auf. Der Hl. Geist wird uns die rechten Antworten geben, wenn wir ihn darum bitten und uns führen. Es ist eine Kirchenlehrerin, die hl. Therese von Lisieux, die uns u. a. durch ihr Buch „Selbstbiographie“ leiten kann, eine rechte Gottesliebe aufzubauen.

der emmauspilger

S.D.G.

Basics: Was ist Sünde?

Es gibt ein großes Hindernis, um lieben zu können: Es ist die Sünde. Doch was ist die Sünde? Heute wird meist vermieden das Wort Sünde zu gebrauchen, weil es auch missbraucht wird. Sünde hat immer mit Schuld zu tun, doch die moderne Pädagogik kennt keine Schuld mehr, sondern nur mehr Schuldgefühle, die wegtherapiert werden können. Sünde wird heute meist dahingehend interpretiert, dass etwas attraktiv, aber verboten ist: Die Schokolade, die man nicht essen soll, weil sie die Figur zerstört oder die überschrittene Höchstgeschwindigkeit auf der Straße, die einen zu einem Verkehrssünder macht, wenn man erwischt wird.

Doch diese Sicht auf die Sünde führt uns auf die falsche Spur. Die Sünde hat zunächst nichts mit Moral zu tun. Die Sünde greift des Menschen ureigenstes Wesen an: seine Beziehungsfähigkeit. Die Sünde ist die Trennung des Menschen von Gott. Doch was ist schlimm an dieser Trennung von Gott? Diese Trennung hat eine völlig andere Qualität als eine Trennung von alten, unmodischen Kleidern oder den nun ungeliebten Partner: Es ist die Trennung vom Schöpfer des Menschen, die Trennung des Geschöpfs vom Schöpfer und damit die Trennung vom Licht, der Liebe und dem Leben. Somit ist der Mensch tot, eben so wie Adam und Eva nach dem Genuss der verbotenen Frucht dem Leben gestorben sind, ganz wie Gott es ihnen voraussagte: „denn am Tage, da du davon isst, musst du sterben“ (Gen 2:16). Adam und Eva lebten körperlich noch weiter, aber es ist das Leben Gottes, das in ihnen gestorben ist. Paulus weist darauf in Rö 5:12 hin: „Wie daher durch einen einzigen Menschen die Sünde in die Welt eintrat und durch die Sünde der Tod, und so auf alle Menschen der Tod überging, weil alle sündigten“. Paulus spricht von der Sünde im Singular und nicht von den Sünden. Er bezieht sich einzig auf die Trennung von Gott.
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Selbstverwirklichung der Person aus christlicher Sicht

Das Stichwort Selbstverwirklichung wird heute gerne als Optimierung der eigenen Person auf Kosten anderer gesehen, als Ego-Trip. Oftmals scheitert die Selbstverwirklichung an der Kenntnis des eigenen Selbst. Dem gegenüber steht das positive Bild der Selbstverwirklichung der Person aus christlicher Sicht. Selbsterkenntnis entsteht hierin durch den Geist und ergibt die Person. Der Geist ist Gabe Gottes und Kanal für Gott, der selbst Geist ist. So wird aus der Person, die per se ist, für sich, eine Person, die mit Gott, der gleichfalls Person ist, kommunizieren und Gemeinschaft haben kann und zwar durch eine weitere Eigenschaft Gottes und des Geistes: der geistigen Liebe. Sie ist unendlich und wächst mit der Weitergabe.

Die Selbstverwirklichung der Person aus christlicher Sicht entsteht durch Gabe von positiven Werten an seine Person. Dabei gibt es 6 Werte-Stufen, auf denen man sich selbst verwirklichen kann, die immer höher steigen hin zu Gott. Als Person hat man die Freiheit sich diese Werte anzueignen und sich nach oben zu schwingen, immer mit Beistand Gottes und in der Kraft Gottes. Christliche Selbstverwirklichung wird so zur Zustimmung des eigenen Willens zum Plan Gottes für seine Person. Deshalb kann es keine Selbsterlösung geben. Jede der Stufen ist aus christlicher Sicht gut, wenn sie die Liebe Gottes in sich trägt. Die 6 Stufen sind: Weiterlesen