Wir sind eine lebendige Opfergabe

Bei den Urchristen gab es von Anfang an keinen Zweifel, dass das Tempelopfer, der kultische Dreh- und Angelpunkt der Tora, durch den Tod des Herrn ausgedient hatte. Der Tempel wurde zu einem würdigen Ort des Gebets, aber seine Opfer galten für Christen nicht mehr. War also nun das Kreuz Christi der neue Kult der Menschen für eine wahre Reinigung und Sühne in der sündhaften Welt? Weiterlesen

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„Felix culpa“, die glückliche Schuld

Tatsächlich kann kein Mensch etwas tun, dass Gott ihn mehr liebt oder dass er ihn weniger liebt. Insofern ist man immer ein geliebtes Geschöpf Gottes. Aber die Liebe Gottes will mehr: Sie legt offen, wo wir unser gottgewolltes Sein verlassen haben, wo wir nicht mehr sind, wer wir sind, sondern der, den unsere Sünde aus uns gemacht hat. Es nützt niemanden den Menschen als perfekt und damit nicht erlösungsbedürftig darzustellen, die Realität zeigt etwas anderes. Verdrängt man sie, dann bleibt der Mensch verkrümmt in seinem Ich und lässt keine Entwicklung mehr zu, die Gott ihm schenken will. Der Widersacher tut ganze Arbeit, wenn er uns das Sündenverständnis nimmt.

Wenn nun manche sich aufgrund ihrer Sünde hassen, traurig, depressiv werden, dann ist das ebenso ein Werk des Widersachers. Als Christ erhält man in der Taufe das Betriebssystem von Gott Sünde zu erkennen und in seiner Liebe anzunehmen, damit sie verwandelt wird und damit man selbst in der Kraft des Herrn. Gleichfalls erhält man eine überall mögliche und kostenlose „WLAN-Verbindung“, einen Kanal zu Gott, mit dem man ihm im Gebet sein Herz ausschütten, es ihm geben kann, damit es verwandelt wird in seine Liebe (Katherina von Siena erlebte diese Erfahrung auf eindrückliche Weise).

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Warum Mystik? – Wege der Mystik

Die christliche Mystik ist der Versuch, die Dimension des Glaubens und seiner Lehre durch einen eigenen Erfahrungsweg zu ergänzen. Dabei will der Christ

1. Gott jenseits aller Theorie in seinem Leben erfahren
2. Sich von der äußeren Welt auf seine innere, geistige Welt hinwenden
3. Dies als Weg betrachten und nicht als Mitgliedschaft, sondern als Teilhabe am dreifaltigen Gott
4. Sich verwandeln lassen und keine Regeln, Gesetze und Gebote nur erfüllen
5. Sich ganzheitlich mit Leib, Seele und Geist verwandeln lassen und nicht nur im Verstand

Das mystische Erleben ist als Spiritualität in jeden Menschen von Gott angelegt worden und ein Teil des menschlichen Glaubens, Lebens und Wahrnehmung.
Der Weg und die Zielsetzung dieser Mystik wurden von Gott im Menschen an dessen Kulturkreis angepasst, in den er hineingeboren wurde.
So gibt es auf der Erde 5 große Traditionen: Weiterlesen

Wo bleibt das Böse im Reich Gottes?

Beim Kommen Christi wird die Wahrheit zur Macht, die Lüge kann nicht mehr sein, weil Gott, das Sein an sich, alles mit sich durch Wahrheit erfüllt. Die Lüge wird aus dem Sein gedrängt und wird nur mehr in einer Form bestehen können, für welche es keinen Begriff gibt: Verdammnis!

Wenn die Lüge und das Böse aus dem Weltzusammenhang ausgeschieden sind, wird es der ewigen Unwesentlichkeit überantwortet, die aus dem Widerspruch gegen Gott kommt. Diese Unwesentlichkeit ist nicht nichts, nicht unexistent, aber eben unwesentlich, inhaltslos, ohne Ziel, ohne Sinn, weil ohne Gottes An-wesenheit.
Der Endzustand der Seele hat das Maß des Seins durch den in ihm verwirklichten Sinn, das Maß der Macht durch das von ihr gewollte Gute, das Maß des Lebens durch die in ihr wirkende Liebe.

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Buddha light vs. christliche Mystik

Seit das westliche Christentum ihren mystischen Kern schwächt, wenden sich spirituell Interessierte heute zunehmend an östliche Religionen. Zwischen Buddhismus und Hinduismus gibt es wichtige Parallelen. Aus ihnen schöpfen populäre „Light-Varianten“, wie sie auch Arthur Schopenhauer (1788-1860) favorisierte. Ihre Popularität erlangen sie auch dadurch, dass sie den allgemeinen Zeitgeist bedienen, den Positivismus und den Relativismus.

Von was spricht nun überwiegend dieser „Vulgär-Buddhismus“? Weiterlesen

Der Heilsplan Gottes für uns Menschen

Jesu Botschaft richtet sich an alle Menschen; der Menschheit als Ganzem und an jedem einzelnen. Die Heilsgeschichte Gottes für die Menschheit wurde von einem einzigen Volk, einzelnen Menschen abhängig gemacht. Das Heil haftet nicht an der Ebene der Natur, nicht an einer bestimmten, idealen Person, sondern im Raum und nach Art der Geschichte. Das Heil wird durch die Geschichte begründet. Diese geschieht in Entscheidungen, in den Handlungen einzelner, welche für die Existenz der Gesamtheit und der Folgezeit bestimmend sein wird. Die Tat eines einzelnen kann in der allgemeinen Geschichte zum Anfang oder zur Wende des Geschehens für viele oder alle werden.
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Sich selbst annehmen und lieben

Sich selbst annehmen und lieben

Ich bin Ich, nicht vom Wesen, sondern bin mir „gegeben“. Ich habe mich also empfangen (von Gott).

Überhaupt gegeben – Nicht als Menschen einfachhin, sondern als diesen Menschen: diesem Volk zugehörig, dieser Zeit, von diesem Typus und diesen Anlagen. Bis zu jenen letzten Bestimmtheiten, die es überhaupt nur einmal gibt, nämlich in mir; jener letzten Eigenart, die macht, dass ich in allem, was ich tue, mich selbst wiedererkenne, und die sich in meinem Namen ausdrückt.

Ich soll sein wollen, der ich bin; wirklich ich sein wollen, und nur ich. Ich soll mich in mein Selbst stellen, wie es ist, und die Aufgabe übernehmen, die mir dadurch in der Welt zugewiesen wird. Weiterlesen