Wie Covid19 die Debattenkultur dauerhaft verändert

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Neun Phänomene sind bisher erkennbar:

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Die Erkenntnis im griechischen Göttermythos und der Bibel

Die Erkenntnis im griechischen Göttermythos und der Bibel

Auf dem Gemälde von Tizian im Titelbild wird der griechische Göttermythos dargestellt, das den Jäger Aktaion zeigt, wie er die Göttin Diana nackt beim Bad zusieht und dafür später von ihr in einen Hirsch verwandelt von seinen eigenen Hunden zerrissen wird.

Im antiken Griechenland werden ontische und philosophische Gedanken oft in Göttermythen übertragen und weitergegeben. Beim Jäger Aktaion trifft man auf das Motiv, dass mit der Erkenntnisfähigkeit des Menschen der Tod in Verbindung steht, wie man es auch in der Hl. Schrift der Christen und Juden nachlesen kann. Gerade dadurch wird dem Menschen deutlich gemacht, dass er nicht Gott sein kann, denn mit Erkenntnisfähigkeit verliert er sodann die Ewigkeit. Weiterlesen

Guardini: Das Verständnis der Erlösung

Guardini: Das Verständnis der Erlösung

Aus dem Munde Deines Sohnes, o Herr, vernehmen wir die Botschaft der Erlösung. Sie geht nicht aus den Erfahrungen unserer Lebensnot hervor, sondern aus Deinem freien, heiligen Ratschluss. Unser Herz kann auf sie warten, unser Verlangen kann ihr entgegengehen – aber nur, wenn Deine Liebe den ersten Schritt tut; denn schon dass wir auf sie warten und ihr entgegengehen, ist ihr Werk.

So steht es unserem Geiste auch nicht zu, darüber zu urteilen, was von Dir her Erlösung heißt, und wer Du bist, der diese Erlösung vollbringt. Tut er das, dann ist er wie ein Blinder, der über die Dinge des Lichtes redet. Nur wenn uns die Augen dafür aufgehen, wer Du bist, verstehen wir, wie Du erlösen könnest; aber nur aus Deinem heiligen Handeln geht uns das Bild Deines Wesens auf. Weiterlesen

Ethik – Moral – Recht

Ethik – Moral – Recht

Der englische Philosoph und Vordenker der Aufklärung John Locke (1632-1704) stellt die Notwendigkeit der Unterscheidung zwischen Ding- und Werteeigenschaft fest. Gut und schlecht sind Werteausdrücke, Objekt menschlicher Affektzustände. Der eigentliche Handlungstrieb ist das Unbehagen, nicht die Lusterwartung. Dieses Unbehagen kann körperlich, aber auch geistig sein. Es entsteht Gier nach Ehre, Reichtum, Macht, etc. Ob etwas gut, schlecht ist, entscheidet der Bezug auf eine Regel, mit der eine Handlung übereinstimmt oder nicht. Hier ist die Scham wichtig, die Korrektur in der Gesellschaft durch deren Moral. Wille und Begehren können verschiedene Richtungen ausweisen. Das wertende Ego muss mit dem wertenden Alter Ego rechnen und dem wertenden Dritten, dem Nächsten.

Nach Locke soll Moralität und Sittenlehre in ihrer Wechselbeziehung nicht im Individuum, sondern in der Gemeinschaft gestiftet werden. Für ihn gibt es: Weiterlesen

Das Sakrale und Profane im Unbewussten

Das Sakrale und Profane im Unbewussten

Ein religiöser Mensch nimmt in der Welt eine spezifische Existenzweise auf sich. Diese bleibt bei aller Verschiedenheit der religionshistorischen Formen immer erkennbar. In welchem geschichtlichen Zusammenhang der religiöse Mensch auch steht, er glaubt immer an die Existenz einer absoluten Realität, an die Existenz des Heiligen, das diese unsere Welt transzendiert, sich aber in ihr auch offenbart und sie dadurch heiligt und real macht.

Ein areligiöser Mensch lehnt diese Transzendenz ab. Dadurch muss er die Relativität der Realität akzeptieren. Er kann dadurch sogar am Sinn der Existenz zweifeln. Ohne Sinn verliert sich auch ein Ziel und oft bleibt nur mehr ein Nihilismus übrig, der z.B. durch das Relative Wahrheit tötet oder zu etwas individuellen macht. Weiterlesen

Friedrich Schiller: Die Worte des Wahns

Friedrich Schiller: Die Worte des Wahns

Drei Worte hört man, bedeutungsschwer,
Im Munde der Guten und Besten;
Sie schallen vergeblich, ihr Klang ist leer,
Sie können nicht helfen und trösten.
Verscherzt ist dem Menschen des Lebens Frucht,
Solang er die Schatten zu haschen sucht.


Solang er glaubt an die Goldene Zeit,
Wo das Rechte, das Gute wird siegen, –
Das Rechte, das Gute führt ewig Streit,
Nie wird der Feind ihm erliegen,
Und erstickst du ihn nicht in den Lüften frei,
Stets wächst ihm die Kraft auf der Erde neu.


Solang er glaubt, daß das buhlende Glück
Sich dem Edeln vereinigen werde –
Dem Schlechten folgt es mit Liebesblick,
Nicht dem Guten gehöret die Erde.
Er ist ein Fremdling, er wandert aus
Und suchet ein unvergänglich Haus.


Solang er glaubt, daß dem irdschen Verstand
Die Wahrheit je wird erscheinen,
Ihren Schleier hebt keine sterbliche Hand,
Wir können nur raten und meinen.
Du kerkerst den Geist in ein tönend Wort,
Doch der freie wandelt im Sturme fort.


Drum, edle Seele, entreiß dich dem Wahn
Und den himmlischen Glauben bewahre!
Was kein Ohr vernahm, was die Augen nicht sahn,
Es ist dennoch, das Schöne, das Wahre!
Es ist nicht draußen, da sucht es der Tor,
Es ist in dir, du bringst es ewig hervor.

 

Friedrich Schiller

Katholische Kirche und Freimaurer

Katholische Kirche und Freimaurer

Die Geschichte zwischen katholischer Kirche und den Freimaurern war von Anbeginn der offiziellen Gründung letzterer 1717 angespannt. Dabei spielten viele Vorurteile, Missverständnisse und persönliche Feindschaften auf beiden Seiten eine Rolle, aber auch konkrete Konfrontation, etwa wenn Freimaurer entgegen ihrer in den Statuten festgelegten Pflichten politisch agierten, besonders während der Französischen Revolution, Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich oder dem Risorgimento in Italien. Auch das oftmals als relativierend wahrgenommene Gottesbild der Freimaurerei wird von der Kirche als unvereinbar mit der christlichen Frohbotschaft erkannt, ebenso die Geheimniskrämerei, die von den Freimaurern noch gepflegt wurde, um attraktiv zu bleiben. Deshalb gilt sicherlich nicht unberechtigt bis heute das Gebot der katholischen Kirche: Ein Katholik verlässt aufgrund einer schweren Sünde die volle Gemeinschaft mit der Kirche, wenn er zugleich Freimaurer ist, kurz: er ist exkommuniziert. Dennoch sollte dieses Urteil nicht davon abhalten, stets aufs Neue die Gründe dafür zu bewerten, den Prozess gegenseitigen Verstehens und Kennenlernens fortzuführen. Weiterlesen

Der Schutz der natürlichen Umwelt – eine Frage der Wahrheit und Liebe

Der Schutz der natürlichen Umwelt – eine Frage der Wahrheit und Liebe

Lange bevor Klimawandel und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur und der Natur des Menschen in den Fokus der Gesellschaft gelangte, hat die Kirche mittels des Papstes ein rechtes Verhältnis zur Umwelt durch Beantwortung grundsätzlicher Fragen angemahnt. Als christliche Grundlage dient dabei die Liebe zum Schöpfer und seiner Schöpfung. Sie erst stellt den sorgsamen Umgang mit der Natur in Einklang mit der Würde des Menschen auf ein tragendes Fundament: Weiterlesen

Aus der Vorurteilsforschung

Aus der Vorurteilsforschung

Die erste bedeutsame Thematisierung des Vorurteilsproblems findet sich in einer vom englischen Empiristen Francis Bacon im Jahre 1620 unter dem Titel „Novum Organum“ veröffentlichten Aphorismen-Sammlung. Bacon erläutert in Aphorismus 38, dass der Mensch nur mit Mühe die Wahrheit erkennen kann (aber es ist möglich). Hinderlich dafür sind die Trugbilder und Vorurteile, die Bacon als Idole betitelt und ebenso falsche Begriffe. Er unterscheidet vier interessante und durchaus modern anmutende Arten von Idolen:

  1. die Idole des Stammes, die in der Gattung des Menschen begründet sind, der nun einmal nie die ganze Wahrheit kennen kann;
  2. die Idole der „Höhle“, die individuell bei jedem vorhanden sind, denn jeder hat – so Bacon – eine Höhle oder eine spezifische Grotte, „welche das Licht der Natur bricht und verdirbt“;
  3. die Idole des Marktes als Folge des engen Beieinanderseins der Menschen, als Folge der Gemeinschaft und als Folge des Verkehrs mit anderen Menschen;
  4. die Idole des Theaters. Denn auf der großen Bühne geistiger Selbstdarstellung wurden „Philosophien erfunden, wurden für wahr unterstellt und sind in den Geist des Menschen eingedrungen. Philosophische Lehrmeinungen, Sekten, Prinzipien sowie Lehrsätze von Wissenschaften haben durch Tradition, Leichtgläubigkeit und Nachlässigkeit Geltung erlangt. Der menschliche Verstand muss vor ihnen auf der Hut sein.“

Die moderne Vorurteilsforschung findet ähnliche Gliederungen und Ursachen:

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Im Denken wird man Mensch

Es gibt schon seit geraumer Zeit und ohne irgendwelche „Energiefelder“ zu bemühen, die Ansicht, dass das moralische Temperament (melancholisch, phlegmatisch, sanguistisch, philosophisch) jene Ideenreihe Kraft verleiht, die den Charakter bildet. Dabei gibt es eine herrschende Idee. Eine Ideenreihe ist ein Gedanke, eine Aussage, ein Gegenstand der/die Beachtung erhält, weil er/sie das Vergnügen/Missvergnügen (damit sind nicht allein sinnliche Erfahrungen gemeint) fördert oder hindert. Jede von außen zukommende Wahrheit trifft auf diese Ideenreihe und wird somit „entwahrheitet“, denn sie hat sich in die Anschauung der Begriffe einzufügen, die der Mensch sich bereits bildete. Jedes neue Ding wird in diese Ideenreihe eingefügt und festigt sie. Deshalb kann man etwa jungen Menschen besser neue Ansichten vermitteln, als älteren. Deshalb kann für jemand etwas eine Ehre sein, für den anderen nicht, obwohl es objektiv dasselbe Ding ist. Weiterlesen