Ideologieprojekt: staatliche Erziehungsanstalten?

Betrachtet man Ideologien aus historischer und philosophischer Sicht, geht es immer darum den Kampf um die Kindererziehung zu gewinnen. Staat, Gesellschaft, Zukunft findet nur mit und durch Kinder statt. Mittel, um Kinder in ideologisch geprägte, meist staatliche Ausbildungsstätten unterzubringen, waren früher einen politischen oder juristischen Druck auszuüben. Heute wird eine Freiwilligkeit für die Eltern manipuliert, ihre Kinder selbst, alternativlos, dorthin zu schicken. „Zum Wohl der Kinder“, als ob liebende Eltern nicht genauso gut erziehen könnten, als unterbezahlte Kinderbetreuer. „Zur Selbstverwirklichung der Elternteile“, als ob Kinder daran hindern würden. „Aus finanziellen Gründen“, denn hat man ein Wirtschaftssystem erst einmal so gestaltet, dass beide Elternteile arbeiten müssen, um mit ihren Kindern leben zu können, ist es eine „Wohltat“, wenn man sie (bald?) kostenlos in staatliche KiTas und Ganztagesschulen senden darf.

Welche Ideologie zeichnet sich hier ab? Verfolgen wir einige Spuren:

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10 Gründe für den Zölibat

  1. Ein unverheirateter Priester kann seine ehelichen und familiären Probleme nicht bewusst oder unbewusst in Seelsorgegespräche in der Familienberatung einbringen.
  2. Unverheiratete Priester können mehr Zeit für die Gemeinde aufwenden.
  3. Das Zölibat hat einen christologischen Ursprung. Auch Jesus war unverheiratet.
  4. Das Zölibat ist Zeichen des kommenden Königreichs, schon im Leben wird Gott als Wirklichkeit betrachtet und gelebt. Es ist Zeichen der Gottesschau (Mt 22:30-32)
  5. Der unverheiratete Priester kann die Nachfolge Christi besser leben. Er kann sich zuerst Gott selbst widmen und aus der Einheit mit Jesus dann der Kirche dienen.
  6. Zölibat ist große und tiefe Intimität mit Christus.
  7. Verkündigung und Mission kann ohne Angst um das Wohlergehen von Frau und Kinder geschehen.
  8. Paulus und einige Apostel lebten zölibatär.
  9. Ein unverheirateter Priester ist jungen Männern und Frauen Beispiel für Berufungen.
  10. Durch Gottes Berufung wird die Gnade des Zölibats aktiviert.

 

S.D.G.

Warum Mystik? – Wege der Mystik

Die christliche Mystik ist der Versuch, die Dimension des Glaubens und seiner Lehre durch einen eigenen Erfahrungsweg zu ergänzen. Dabei will der Christ

1. Gott jenseits aller Theorie in seinem Leben erfahren
2. Sich von der äußeren Welt auf seine innere, geistige Welt hinwenden
3. Dies als Weg betrachten und nicht als Mitgliedschaft, sondern als Teilhabe am dreifaltigen Gott
4. Sich verwandeln lassen und keine Regeln, Gesetze und Gebote nur erfüllen
5. Sich ganzheitlich mit Leib, Seele und Geist verwandeln lassen und nicht nur im Verstand

Das mystische Erleben ist als Spiritualität in jeden Menschen von Gott angelegt worden und ein Teil des menschlichen Glaubens, Lebens und Wahrnehmung.
Der Weg und die Zielsetzung dieser Mystik wurden von Gott im Menschen an dessen Kulturkreis angepasst, in den er hineingeboren wurde.
So gibt es auf der Erde 5 große Traditionen: Weiterlesen

Die sexuelle Revolution der „68er“ und ihre Folgen

Es ist der 31. Mai 2018. In der University of Notre Dame in Washington findet eine Konferenz von Wissenschaftlern statt, welche die Folgen der sexuellen Revolution seit der Studentenrevolte des Jahres 1968 beleuchtete. Auslöser dafür waren auch die im erschreckenden Maß zunehmende sexuelle Gewalt gegenüber Frauen und die Vermarktung ihres Körpers. Die Forscher betrachteten die Konsequenzen dieser sexuellen Revolution anhand von soziologischen, psychologischen, medizinischen und anderen Nachweisen. Das Material erlangte hinsichtlich der sogenannten „#MeToo-Debatte“ große Bedeutung. Dabei wurde von acht Wissenschaftlern über Empfängnisverhütung, Unfruchtbarkeit, Geschlechtskrankheiten, Pornografie, Leihmutterschaft und Menschenhandel referiert. Hier nur einige der Forschungsergebnisse: Weiterlesen

Das Abendmahl bei den Protestanten

Man muss sich erst wieder bewusst werden, dass zwischen den Reformierten (die Nachfolger von Zwingli und Calvin) und den Lutheranern ein Unterschied in der Haltung zum Abendmahl besteht. Bei den Reformierten ist es ein Gedächtnismahl, bei dem Christus nicht anders anwesend ist, als überall sonst im Leben. Sowohl die Aussagen Jesu als auch seine Handlungen sind dabei nur symbolisch zu verstehen. Bei dem Nachvollzug dieser Symbole gedenkt der Gläubige an das Leiden und Sterben des Herrn, bekundet seine Bereitschaft zur Nachfolge und empfängt dadurch Segen. Der Ungläubige hingegen bekommt nur einen Schluck Wein und eine Oblate.

Bei den Lutheranern jedoch ist Christus während der Kommunion in Brot und Wein sehr wohl leibhaftig gegenwärtig in der Realpräsenz. Dies gilt ebenso für die Ungläubigen, denen es aber nicht zum Heil, aber zum Gericht gereicht. Der katholische Begriff der Transsubstantiation, der Wesensverwandlung, wird jedoch von den Lutheranern abgelehnt. Sie sprechen von der Konsubstantiation, d. h. Brot und Wein verwandeln sich nicht in Leib und Blut Christi, sondern die leibliche Gegenwart Christi tritt auf geheimnisvolle Weise zur natürlichen Gestalt der Elemente hinzu. Diese Gegenwart endet mit der Kommunion. Alle Reste von Brot und Wein sind somit wieder gewöhnliches Brot und gewöhnlicher Wein. Diese Lehre stammt allerdings nicht von Luther selbst, er hatte noch den Glauben an die bleibende Gegenwart Christi. Erst seine Nachfolger gaben diesen Glauben auf.  Weiterlesen

Thomas von Aquin. Über Recht und Staat

Der vorangegangene Beitrag behandelte die Lehren von Thomas von Aquin über Erkenntnis, Anthropologie, Ethik, Moral und Kunst. Der Dominikanermönch, der von 1224 bis 1274 lebte, machte sich ebenso Gedanken über das Recht und den Staat.

Thomas stellt die Frage: Was ist die Grundlage des Rechts?

Er kommt dabei zu der Überzeugung, dass es das Naturrecht ist. Dieses kommt von der Natur des Menschen. Der Mensch hat Sehnsucht nach Leben, Selbsterhaltung, Selbstentfaltung. Er strebt nach Partnerschaft, Familie, Wissen, Wahrheit und wahrer Information. Er hat ein Recht auf Bildung, Gemeinschaft und Gesellschaft.

Er fährt nun in seinen Fragestellungen fort: Wie müssen dann die menschlichen und staatlichen Gesetze beschaffen sein? Weiterlesen

Als Christ das Leben genießen oder nicht?

Ich lese in der Hl. Schrift: „Liebt nicht die Welt und nicht, was in der Welt ist! Liebt eines die Welt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm“ (1Joh 2:15). Oder in Jak 4:4: „Ihr ehebrecherisch Gesinnten, wißt ihr nicht, daß die Liebe zur Welt Feindin Gottes ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, macht sich zum Feinde Gottes.“ Da stellt sich mir die Frage: Ist es denn Sünde, das Leben zu genießen? Ist es falsch das Leben zu genießen? Muss ich mich erst von der Welt absondern, um heilig zu werden? Viele Christen leben so und betrachten jene Christen, die sich mehr dem Leben, der Welt öffnen bestenfalls als laue Christen, denn sie halten „Freundschaft mit der Welt“.

Dagegen sprechen jedoch andere Aussagen der Hl. Schrift, so etwa in 1Tim 4:4: „Denn alles, was Gott geschaffen, ist gut, und nichts ist verwerflich, wenn es unter Danksagung genommen wird;“. Gerade Paulus spricht zu Timotheus, dass Enthaltung an sich keine Tugend ist: „Trinke nicht längerhin Wasser, sondern nimm etwas Wein wegen deines Magens und deiner häufigen Erkrankungen!“ (1Tim 5:23). Paulus mahnt sogar in 1Tim 6:17 an, dass ein Christ reichlich mit und durch Gott die Welt genießen kann: „Den Reichen in dieser Welt schärfe ein, nicht hochmütig zu sein und ihre Hoffnung nicht auf den trügerischen Reichtum zu setzen, sondern auf Gott, der uns alles reichlich gewährt zum Genug“. Was nun? Darf ich jetzt als Christ mein Leben genießen oder nicht? Weiterlesen