Der Hl. Geist ist Evolution

Evolution und Gott werden heute oft sich als diametral gegenüberstehend betrachtet. In der Evolution ist auch Gottes Hl. Geist am wirken, aber Evolution wird meist nur biologisch definiert und in ihrer Ausformung durch Selektion und Mutation.

Gibt es denn eine „geistige Selektion“? Wenn man weiterhin rein biologisch denkt, dann kann man sagen: Dort, wo der Egoismus keine Kinder mehr will, sie als Last und „Produkt“ definiert, wird dieser negative Geist eine Selektion durchführen. Jene werden dann ängstlich geistige Menschen betrachten, die Fruchtbarkeit aus ihrer spirituellen Prägung heraus als Geschenk definieren und allein schon aus diesem positiven Geist heraus die Feinde des Lebens verdrängen, weil diese „aussterben“.

Gibt es eine „geistige Mutation“?

Ist sie nicht schon längst mit dem Kreuzestod und der Auferstehung des Herrn, wahrer Mensch und wahrer Gott, geschehen? Spricht nicht der Herr von der Wiedergeburt des Menschen aus Wasser und Geist? Hier ist kein physikalisch-biologischer Vorgang zu erwarten. In der inneren Konsequenz der biblischen Gesamtansicht erkennt man ein Ineinsfallen von Anthropologie und Kosmologie in der definitiven Christologie. Kosmos und Mensch gehen in Jesus Christus auf ihren Zielpunkt der Einheit zu.

Der Kosmos ist nicht nur ein äußerer Rahmen der menschlichen Geschichte, kein statisches Gebilde, kein Behälter, in dem allerlei Lebewesen vorkommen. Im Positiven ist Kosmos Bewegung. Es gibt nicht nur in ihm eine Geschichte, sondern er selbst ist die Geschichte (Im Anfang …). Der Punkt Omega der Geschichte in Christus wird nicht jenes Stabile sein, jene Wirklichkeit, welche wir nur in der ihrer selbst nicht bewussten Materie sehen, sondern dass der eigentliche tragende Grund der Sinn ist. Der Sinn hält das Sein zusammen, gibt ihm Wirklichkeit, ist Wirklichkeit. Das Sein empfängt von einem oben her seinen Bestand. Dies ist die Komplexion, ein Aufbrechen des materiellen Seins durch den Geist und von diesem her die Zusammenfassung in die neue Form der Einheit. Dass dies so ist, kann verschwommen in der materiellen Welt erkannt werden, wenn diese umgeschafft wird durch Technik. Geist verändert den Kosmos schon hier im Kleinen der Welt.

Kosmos, Natur und Geist bilden von jeher eine einzige Geschichte. Dabei wird im voranschreiten der Geist immer mehr alles umgreifen, so dass Anthropologie und Kosmologie ineinander münden. Diese Vereinigung kann, weil sie geistig ist, nur auf eine personale Mitte hin geschehen. Geist ist nämlich kein unbestimmtes Etwas, sondern in seiner Eigentlichkeit existiert er als Individualität, als Person. Gott, Jesus Christus, ist Person.

Der Triumph des Geistes bedeutet Triumph der Wahrheit, Schönheit, Freiheit, Liebe. Dann ist dieser Triumph aber auch mit der Verantwortung verknüpft. Die „geistige Mutation“ ist somit kein physikalischer Prozess, sondern Entscheidung. Wenn der Herr wiederkommt, dann ist deshalb dort nicht nur Heil, sondern eben auch Gericht, das über die Entscheidung des Menschen im Leben urteilt.

Wagen wir einen spekulativen Rück- und Ausblick: Wenn die im kollektiven Gedächtnis der Menschheit gespeicherte Sintflut ein Untergang der Welt durch Wasser war, so griff hier die „geistige Evolution“ praktisch ein, weil jemand glaubte und ein Schiff baute. Der Glaube an ein höheres Wesen ließ die Menschheit (durch die Taufe, weil dafür Wasser das Symbol ist) überleben. Wenn diese Welt durch Feuer untergeht, wie wir es aus heiligen Schriften erfahren, dann werden jene Menschen überleben, die der Liebe gewachsen sind, welche die Einheit von Anthropologie und Kosmologie erfordert. Das Symbol der Liebe ist das Feuer. Die Menschheit überlebt, weil Menschen glauben und deshalb bedingungslos lieben.

Das künftige Jerusalem, das schon im Heute beginnt, das Reich Gottes, ist das nicht Selbstgemachte, Selbstmachbare. Es ist geschenkte erfüllte Liebe, ein Ineinstreten von Mensch und Gott, ein Sichberühren beider. Jesus hat die Todesgrenze überschritten und geistig das Biologische mutiert. Dieser Mutation dürfen wir im Glauben und der Freiheit der Liebe zustimmen. Die geistige Wirklichkeit des Menschen ist ein Sinn, der unser Sein zusammenhält, und weil dies von über uns gegeben ist, leben wir schon im Heute von der Auferstehung her in der Ewigkeit.

 

S.D.G.

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