Basics: Die rechte Herzenshaltung bei Exerzitien

Exerzitien, geistige Übungen, gehören zu jenen Mitteln, welche die Seele hin zu Gott öffnen sollen. Dabei dürfen sie nicht nur gedacht sein, sich im Verstand verankern, wie ein Lernstoff in der Schule, sondern sie müssen getan sein. Nicht nur der Kopf soll sich auf den Geist Gottes einlassen, sondern der ganze Mensch, damit auch sein Herz, seine Herzenshaltung. Dazu im Folgenden einige Gedanken.

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Wozu Fasten?

Das Fasten ist kein Kalkül, keine Strategie, um Gottes Aufmerksamkeit zu erlangen, diese schenkt er uns ohnehin immerzu. Es ist auch kein Werk, mit dem man sich bei Gott etwas verdienen kann. So wie Jesus wusste, dass er Gottes Sohn war und der Vater an ihm wohlgefallen gefunden hat, dürfen sich auch Christen als geliebte Kinder Gottes wissen, an denen er wohlgefallen hat. Jesus ging nach seiner Taufe mit diesem Bewusstsein als Grundlage in die Wüste zum Fasten und dies soll auch zur Grundlage für Christen werden beim 40-tägigen Fasten. Hier einige Gedanken, wozu fasten gut sein kann: Weiterlesen

Ein Fastenlächeln in der Freude Gottes

In der Bergpredigt mahnt uns der Herr: „Wenn ihr fastet, so schaut nicht finster drein wie die Heuchler; denn diese entstellen ihr Antlitz, damit die Menschen sehen, daß sie fasten“ (Mt 6:16a). Sein Antlitz entstellen bedeutet auch als Ebenbild Gottes dessen Antlitz zu entstellen. Als Kinder Gottes dürfen wir jedoch an der Freude des Herrn teilhaben und diese Freude soll uns Christen stets anzusehen sein, auch, ja gerade in der Fastenzeit. Thomas von Aquin unterscheidet die Freude an Gott von der Freude darüber, dass wir ihn „besitzen und genießen“ dürfen. Doch der ersteren Freude räumt er den Vorrang ein: „So ist denn die Freude keine von der Gottesliebe unterschiedene Tugend, sondern ist Akt oder Wirkung der Gottesliebe“. (1) Es ist also die Gottesliebe, die uns freudig und lächelnd fasten lässt.

Auch ein Heiliger der Ostkirche, Seraphim von Sarow, bestätigt, dass es unsere Gottesliebe ist, welche die Freude Gottes in die Seele einpflanzt. Es ist eine Freude vom Heiligen Geist und im Heiligen Geist, die man wirklich fühlen kann, durch eine Wärme, einen Wohlgeruch und einen tiefen inneren Frieden. „Wenn der Geist Gottes in eine Seele herabsteigt und sie mit Seiner Fülle durchdringt, verspürt sie unaussprechliche Freude, denn Er bringt Freude hervor in allem, was er berührt“. (2) Gerade in der Fastenzeit kann man seine Seele durch Schärfung der Sinne und des Geistes sensibler für die Berührung Gottes gestalten, die Freude hervorruft. Diese Freude in der Berührung durch Gottes Geist lässt uns lächeln.
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Fasten auch mit den Sinnen

Die Fastenzeit war noch nie bloß eine Wellness-Kur, auch wenn sie heute oft so verstanden wird. Sie bezieht sich meist nur auf den Leib und soll durch Verzicht das Idealgewicht oder ein undefiniertes „Wohlbefinden“ wiederherstellen. Das christliche Fastenverständnis bezieht jedoch ebenso Geist und Seele in eine Reinigung mit ein. Es ist eine Vorbereitung auf das größte Fest im Kirchenjahr, die Raum schaffen soll für eine Begegnung mit Gott. Gott ist die Reinheit und sehnt sich nach Gleichem in den Gedanken, Taten und Worten von Menschen. Dieser kann in einem inneren Bedürfnis zur Reinheit überlegter und feinfühliger handeln und bewusster an eine Sache herangehen. Hier einige Gedanken dazu.

Gerade in der ersten Fastenwoche braucht man nicht ein „finsteres“ Gesicht machen (vgl. Mt 6:16ff.). Auch eine äußerliche Vernachlässigung ist unangebracht. Das Fasten ist keine Schaubühne für die Frommen, sondern ihr Übungspfad. In dieser Woche kann man andere und sich selbst bewusster wahrnehmen. Alltägliche Gewohnheiten können durchbrochen werden, Bequemlichkeiten abgelegt. Vielleicht wird dies durch einen Nahrungsverzicht geschehen, durch Einschränkung von ständiger Musikberieselung. Ertrage ich mich dann noch selbst? Kann ich mit mir alleine, meinen Gedanken noch umgehen? Auch eine bewusst schlichte und praktische Kleidung kann angebracht sein und ein interessierter Blick hinter die Fassade einer Kollegin oder eines Kollegen. Weiterlesen

Der Sacro Monte von Varallo

Die christliche Tradition kannte und förderte Wallfahrten zu den heiligen Stätten im Hl. Land. Hier lagen die Orte der Menschwerdung Gottes, die Orte von Leben, Leiden, Tod und Auferstehung des Herrn. Jedoch gab es immer wieder Zeiten, in denen das Pilgern in das Hl. Land aus politischen Gründen nicht möglich war. Nach dem Fall Konstantinopels 1453 besetzte das ottomanische Heer der Türken das gesamte Hl. Land und erschwerte den Zugang für Christen. Doch deren Sehnsucht nach Jerusalem blieb. In der Renaissance gerann diese Sehnsucht in Europa in die Errichtung von sogenannten „heiligen Bergen“, die Sacri Monti. 1481 war es ein Franziskaner aus Mailand, Br. Bernardino Caimi, der auf einer Bergkuppe bei Varallo in Val Sesia erstmals die heiligen Stätten Palästinas nachbildete. Figürliche Darstellungen, Kapellen und Bilder ließen den Betrachter nun geistig in die Heimat des Herrn pilgern. Weiterlesen

Steckbrief: Simon von Zyrene

In einer recht kurzen Erwähnung im Matthäusevangelium (27:32) begegnet uns Simon von Zyrene. An der 5. Kreuzwegstation hilft er Jesus das Kreuz tragen. Was sagt der kurze Text im Evangelium über den Mann aus Zyrene aus? Zyrene war die Hauptstadt der römischen Provinz Cyrenaika, welche in Nordafrika lag. Im Osten grenzte Ägypten an, im Westen die große Syrte im heutigen Libyen. Griechen gründeten die Stadt ca. 632 v. Chr., sie kam 321 v. Chr. unter ptolemäische Herrschaft. Vom jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus erfährt man, dass Ptolemäus I. (304-282 v. Chr.) jüdische Ansiedler in die Gegend sandte, um seine Herrschaft zu festigen (Gegen Apion, 11.4). Die Römer eroberten 96 v. Chr. Zyrene und die Provinz. Weiterlesen

Mein Nabel und das Buch der Richter

Mein Nabel und das Buch der Richter

Die Fastenzeit ist auch eine Zeit, in der man über seine Beziehungen reflektieren kann. Welche Beziehung ist mir wichtig und warum? Nütze ich eine Beziehung aus oder werde ich ausgenützt und macht mir dies etwas aus? Viele Menschen haben niemanden, den sie als Freund bezeichnen können. Warum ist dies so?

Sucht man Freunde, wenn man sie nicht braucht, hat man welche, wenn man sie braucht. Man findet Freunde, wenn man Freund ist. Es ist die Treue, die Freundschaft erhält und beweist, wie Spr 18:24 eindrucksvoll bekundet: „Manche Freunde führen zum Verderben, und mancher liebe Freund ist treuer als ein Bruder“. Die Liebe ist es, die Treue selbstverständlich macht.  Weiterlesen