Gedanken zur Menschwerdung Gottes

Gedanken zur Menschwerdung Gottes

Am 25.03., neun Monate vor dem Weihnachtsfest, der Geburt Christi, feiert die Kirche Maria Verkündigung. Gott will Mensch werden und will dies durch den freien Willen einer menschlichen und besonderen Frau – Maria. „Wie wird dies geschehen?“ So ist ihre Frage an den Engel des Herrn (Lk 1:34). Das Geschehen dieser Menschwerdung ist auch in der Dreifaltigkeit Gottes gegründet. Hier einige Gedanken dazu:

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Warum Mystik? – Wege der Mystik

Die christliche Mystik ist der Versuch, die Dimension des Glaubens und seiner Lehre durch einen eigenen Erfahrungsweg zu ergänzen. Dabei will der Christ

1. Gott jenseits aller Theorie in seinem Leben erfahren
2. Sich von der äußeren Welt auf seine innere, geistige Welt hinwenden
3. Dies als Weg betrachten und nicht als Mitgliedschaft, sondern als Teilhabe am dreifaltigen Gott
4. Sich verwandeln lassen und keine Regeln, Gesetze und Gebote nur erfüllen
5. Sich ganzheitlich mit Leib, Seele und Geist verwandeln lassen und nicht nur im Verstand

Das mystische Erleben ist als Spiritualität in jeden Menschen von Gott angelegt worden und ein Teil des menschlichen Glaubens, Lebens und Wahrnehmung.
Der Weg und die Zielsetzung dieser Mystik wurden von Gott im Menschen an dessen Kulturkreis angepasst, in den er hineingeboren wurde.
So gibt es auf der Erde 5 große Traditionen: Weiterlesen

Buddha light vs. christliche Mystik

Seit das westliche Christentum ihren mystischen Kern schwächt, wenden sich spirituell Interessierte heute zunehmend an östliche Religionen. Zwischen Buddhismus und Hinduismus gibt es wichtige Parallelen. Aus ihnen schöpfen populäre „Light-Varianten“, wie sie auch Arthur Schopenhauer (1788-1860) favorisierte. Ihre Popularität erlangen sie auch dadurch, dass sie den allgemeinen Zeitgeist bedienen, den Positivismus und den Relativismus.

Von was spricht nun überwiegend dieser „Vulgär-Buddhismus“? Weiterlesen

Die Auferstehung des Herrn – eine historisch-kritische Betrachtung

Die Auferstehung des Herrn – eine historisch-kritische Betrachtung

Die Auferstehung des Herrn wird von manchen Bibelinterpretationen als oftmals rein psychogene Projektion der damaligen Menschen gedeutet. Dabei wird übersehen, dass die Texte eben gerade nicht aussagen, dass in den Seelen der enttäuschten Jünger ein Glaube an die Auferstehung entsteht und dieser dann Visionen hervorbringt, sondern dass erst die Erscheinung des Auferstandenen den Glauben an seine Auferstehung hervorbrachte. Eine rein psychogene Projektion bedarf bestimmter Voraussetzungen und Verständnisvorgaben. Wer also damals die Gewissheit erlangte, Jesus sei auferstanden, musste in irgendeiner Form mit einer Auferstehung rechnen können.

Die Jünger kannten in ihrem jüdischen Denken nur einen Platz der Auferstehung von den Toten: am Ende der Geschichte, am Ende der Welt, wenn Gott sie aus den Gräbern holt. Doch dies war nicht im vollen Umfang geschehen und die Welt war immer noch die alte. Aber dennoch predigen die Apostel von der Auferstehung Jesu, denn sie gehen aufgrund ihrer eigenen Auferstehungserfahrung des Herrn davon aus, dass die Neugestaltung der Dinge, der Welt bereits begonnen hat. Rein religionsgeschichtlich ist die Entstehung einer solchen Auffassung aus einer lediglich nur psychogenen Projektion äußerst unwahrscheinlich und wäre einzigartig. Das wirft auch einen völlig anderen Blick auf die Interpretationen der Naherwartung in der Hl. Schrift.
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Basics: Warum muss Gott dreieinig sein?

Es gibt viele Verse in der Hl. Schrift, die das Wesen Gottes in seiner Dreieinigkeit, Vater-Sohn-Heiliger Geist, aufscheinen lassen. Es gibt jedoch ebenso aus der Hl. Schrift ableitbare Gründe, die der Mensch erkennen kann, weil ihm Gott Verstand, Vernunft und damit die Fähigkeit logisch zu denken als Ebenbildlichkeit geschenkt hat. Denn gerade die Vernunft und die Freiheit sind in Gott immanent und werden zur Erklärung der Welt. So kann man erkennen, dass ohne Dreieinigkeit Gott folgendes nicht sein könnte:

  1. Dem Wesen nach Vater. Denn wo keine Sohnschaft durch Jesus Christus, da keine Vaterschaft durch Gottvater, womit wir auch keine Erben und Kinder Gottes sein könnten.
  2. Dem Wesen nach Liebe. Denn wo kein Gegenüber, kein Du, kann auch keine Liebe sein.
  3. Der Erlöser seiner Geschöpfe von der Sünde. Denn kein Geschöpf, kein Mensch kann sich selbst erlösen.

Die Hl. Schrift jedoch spricht von Gott als Vater, von Jesus Christus als Gottes Sohn, von Gott, der die Liebe ist und vom Herrn, der die Welt freiwillig durch sein Kreuz erlöste und dann den Hl. Geist sandte. Nirgends in der Hl. Schrift taucht das Wort Dreieinigkeit auf, jedoch wird das Wort Gottes erst näher verständlich, wenn man die Dreieinigkeit erkennt. Denn das Verständnis der Hl. Schrift gelingt nur, wenn man sie in dem Geist liest, in dem sie geschrieben wurde – im Hl. Geist. Und dieser ist eine Person des dreieinigen Gottes.

S.D.G.

Gott wurde Mensch. Ein weihnachtlicher Gedanke.

In Jesus Christus sehen wir, wie er, der Ungeschaffene, in die Welt, das von ihm Geschaffene, hineinreicht. Wir blicken wie auf ein Schilfrohr, wenn es aus dem Wasser hinausreicht und an der Grenzlinie zwischen Luft und Wasser ein Bruch entsteht, der uns das Schilfrohr unter Wasser geknickt erkennen lässt. Oder liegt der Knick über dem Wasser? Ein Dimensionswechsel. Die Immanenz Gottes bleibt uns als Geschöpfe immer ein verborgenes Geheimnis, aber wir erkennen durch unsere wesenseigene Sehnsucht hin zum Sein, zu Gott, als sein Ebenbild etwas vom Wesen Gottes, das durch den Herrn sichtbar wurde. Das Schilfrohr bleibt ein gerades ganzes, auch wenn wir es geknickt sehen oder gar abgeschnitten, weil es im verschmutzten Wasser so erscheint, das durch unsere sündhaft verunreinigten Bemühungen erst so trüb wurde.

Dieser Bruch, so finde ich, wird uns hier von Jesus und im Verhalten des Petrus eindringlich erklärt (Joh 13: 1,3,5-8,12-14 HSK): Weiterlesen

Yoga und Zen vs. christliche Spiritualität

Mystik, Ritual, Kult, das sind Begriffe und Lebenswirklichkeiten, die heute im Westen trotz der Säkularisierung der Welt immer mehr geschätzt werden. Allerdings meint man damit mehr östliche Spiritualität, eigene christliche Wurzeln sind verpönt und aus dem kritischen Rationalismus der Moderne entwickelt sich immer mehr ein abergläubischer Irrationalismus der Postmoderne. Deshalb ist es wichtig den Unterschied zu erkennen zwischen dem, was außerchristlich an „religiösem“, „transzendentalem“, „mystischem“ und „spirituellem“ läuft und dem, was das Christentum unter Spiritualität versteht. Dies vor allen deswegen, weil auch im innerkirchlichen Bereich immer mehr eine Vermischung stattfindet, man denke nur an die zahlreichen Yoga- und Zen-Kurse in katholischen Bildungseinrichtungen.
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Pfingsten: Katholisch sein im Hl. Geist

Das Christentum ist wahrlich sensationell und faszinierend. Es lobt und preist einen Gott, der einen Namen hat: Elohim, Jahwe, Zebaoth. Es lobt und preist einen Gott, der eine Person ist, ein Du, ein Ich, ein Wir. Diese göttliche Person ist so ehrerbietungswürdig, dass die Juden seinen Namen nicht aussprechen. Sie nennen ihn und schreiben deshalb bewusst falsch. Diese göttliche Person ist geistig zwar letztlich unfassbar, aber dennoch anfassbar (1. Joh 1:1). Dieser unfassbar große Gott ist fassbar geboren in diese Welt hinein als Mensch.

Dieser große Gott ist der Vater aller Menschen, seine Gebote gelten für alle Menschen. Er offenbart sich dem Menschen aus seiner Dreifaltigkeit heraus. Diese Dreifaltigkeit ist die Einheit des Füreinander, wie Hans Urs von Balthasar sie ausdrückt. In ihr ist der Vater die schenkende Liebe, das Ich. Er ist die hingebende Liebe, die Essenz der Liebe, Gott ist deshalb Liebe. Der Sohn ist die empfangende Liebe, das Du. Er ist die dankende Liebe, die Essenz der Liebe, Gott ist deshalb Liebe. Der Hl. Geist ist die ausführende, die handelnde Liebe, das Wir. Er ist die verbindende, vereinigende Liebe, die Essenz der Liebe, Gott ist deshalb Liebe. In der Dreifaltigkeit wird durch ihre göttlichen Personen Beziehung gelebt, mitgeteilt. Gott ist Beziehung und will Beziehung – zu seiner Schöpfung und zu den Menschen. In Jesus Christus erniedrigte er sich hinab zum Menschen, reicht seine Hand. Weiterlesen

Die Früchte des Hl. Messopfers

Der katholische Schriftsteller und Kapuzinerpater Martin von Cochem (1634-1712) fasste unter anderem in seinem Werk „Erklärung des Heiligen Meßopfers: ein Unterrichts- und Betrachtungsbuch für die Gläubigen der Kirche Gottes“ zahlreiche Gnaden und Wohltaten Gottes zusammen, die unsichtbar für den Menschen bei einer Heiligen Messe geschehen. Hier ein kleiner Auszug davon:

Der himmlische Vater hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit er ihm die Ehre gebe, die Adam und alle Sünder ihm verweigert hatten. Auch deines Heiles wegen sandte er seinen Sohn in die Welt und lässt ihn noch täglich auf den Altären gegenwärtig werden.

Zu deinem Heile verwandelt der Heilige Geist Brot und Wein in den wahren Leib und in das wahre Blut Jesu Christi. Weiterlesen

Feindesliebe und Dreieinigkeit

Seinen Feind zu lieben ist Jesu Forderung in der Bergpredigt. Das ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung. Es ist auch die Entscheidung die wunderbare Erkenntnis der Dreieinigkeit praktisch im Leben umzusetzen. Gerade die Dreieinigkeit lässt die wahre Tiefe der Liebe Gottes erst recht erahnen, weil Gott in sich Beziehung ist. Auch Gott liebte uns bereits, als wir noch seine Feinde waren (Rö 5:10). Diese Liebe fordert nicht vom anderen, dass er etwas besitzt, das ich lieben könnte, sondern sie ist eine Quelle, die zum anderen strömt.
Ja, man muss nicht einmal selbst lieben. Man kann Jesus in sich den Feind lieben lassen. Man kann aus der Quelle, die Jesus ist, trinken (Joh 4:10) und sich so stärken den Feind zu lieben, auch wenn die Gefühle dagegen sprechen.
Jesus sagt: Nehmt mein Joch auf euch und lernt an mir, wie ich von Herzen sanft und voll Demut bin. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen“ (Mt 11:29; GB). Gütig sein und demütig, das ist das Wesen des Sohnes Gottes und damit von Gott. Diese Ruhe unserer Seele ist der Frieden, den Jesus uns geben will (Joh 14:27). Es ist die Kraft verzeihen zu können. Das Innerste der Dreieinigkeit wirkt sodann durch den Herrn Jesus Christus in uns im Leben besonders eindrücklich.

der emmauspilger

S.D.G.