Taize als Vorbild: Christen, versöhnt Euch!

Taize als Vorbild: Christen, versöhnt Euch!

„Ein Austausch der Gaben zwischen den verschiedenen christlichen Traditionen hat bereits begonnen. Wir bemerken in Taizé, dass durch das gemeinsame Gebet und in der persönlichen Begegnung sich die gegenseitige Wertschätzung vertieft und ein solcher Austausch auf ganz natürliche Weise ergibt. Bestimmte Aspekte des Geheimnisses des Glaubens wurden von der einen oder anderen christlichen Tradition stärker herausgestellt. Weiterlesen

Der Schutz der natürlichen Umwelt – eine Frage der Wahrheit und Liebe

Der Schutz der natürlichen Umwelt – eine Frage der Wahrheit und Liebe

Lange bevor Klimawandel und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur und der Natur des Menschen in den Fokus der Gesellschaft gelangte, hat die Kirche mittels des Papstes ein rechtes Verhältnis zur Umwelt durch Beantwortung grundsätzlicher Fragen angemahnt. Als christliche Grundlage dient dabei die Liebe zum Schöpfer und seiner Schöpfung. Sie erst stellt den sorgsamen Umgang mit der Natur in Einklang mit der Würde des Menschen auf ein tragendes Fundament: Weiterlesen

Romano Guardini: Die Klarheit in der religiösen Erfahrung 

Romano Guardini: Die Klarheit in der religiösen Erfahrung 

O Gott, Du trägst alles Seiende über dem Abgrund des Nichts und durchströmst es mit Deiner Macht, so daß es ist, und sich regt, und lebt. Und allen Dingen hast Du einen Funken Deiner Klarheit eingegeben, denn nur von Dir, dem Vater des Lichtes, haben sie ihre Wahrheit und ihren Wert.

Alles ist von Deinem Hauch durchwaltet und von Deinem Geheimnis erfüllt. Jedes Ding weist den Geist des Menschen über sich hinaus zu einem Höheren, als es selbst ist, und läßt sein Herz eine Mächtigkeit ahnen, die nicht aus seinem Eigenen kommt.

Daraus entstehen überall unter den Völkern und im einzelnen Menschen die Bilder und Gedanken vom Göttlichen. Sie enthalten oft einen tiefen Sinn, der das Herz berührt und Heil verheißt, aber auch Verworrenes und Böses, das in die Irre führt.

So bitte ich Dich, öffne mein Herz dem Geheimnis, das sich überall bezeugt; behüte es aber auch vor der Verführung, die von ihm ausgehen kann. Mache mein Gewissen sicher, daß es allezeit das Gute gut nenne, und das Böse bös. Erleuchte meinen Geist, daß er zu unterscheiden vermöge, was zu Dir, dem wahrhaft Heiligen, hinführt, und was von Dir wegführt in Irre und Trug.

Amen.

Romano Guardini: Theologische Gebete; AD1944

Leid ermöglicht …

Leid ermöglicht …

Geduld

Tiefe Beziehungen

Veränderung der persönlichen (Lebens-)Einstellung

Weisheit

„Das was Gott uns gibt, ist genau das, worüber wir beten würden, wenn wir das wüssten, was er weiß.“ (Timothy Keller)

Dankgebet zum Leben

Gott, ich danke dir für mein ganzes Leben,

für Licht und Schatten, für Freud und Leid; denn ich brauche alles.

Danke für das Lob, aber auch für den Tadel.

Das Lob bestärkt mich, der Tadel berichtigt mich.

 

Danke für den Freund,

aber auch für den Feind.

Der Freund übt Nachsicht gegen mich,

und der Feind erfordert sie von mir.

 

Danke für die Gesundheit,

aber auch für die Krankheit.

Die Gesundheit schafft mir Möglichkeiten,

und die Krankheit zeigt mir Grenzen.

 

Danke für die Gemeinschaft,

aber auch die Einsamkeit.

Die Gemeinschaft schenkt mir Menschen,

und in der Einsamkeit bist DU.

Gott, du bist in allen Lebenslagen bei mir.

Ich danke dir dafür.

 

(Pfarrer Josef Raschle, St. Gallen)

Mechthild von Magdeburg: Die Wüste hat 12 Dinge

Mechthild von Magdeburg: Die Wüste hat 12 Dinge

Der 15. August ist der Gedenktag der großen deutschen Mystikerin Mechthild von Magdeburg (1208-1294?). Sie war eine Begine, eine Gemeinschaft, in der Frauen caritative Aufgaben erfüllten, sich aber ebenso selbstbewusst in der Kirche zu theologischen Fragen meldeten und gehört wurden. In ihrem Werk „Das fließende Licht der Gottheit“ fasst sie ihre mystische Gottesschau zusammen. „Die Wüste“ ist in der Tradition der Wüstenväter ab dem späten 3. Jahrhundert (Askese-Gebet-Arbeit) ein Motiv einer Geisteshaltung, welche durch Kontemplation und Meditation durch lassen seiner selbst, der Mystiker Meister Eckhart spricht von Gelassenheit, in Wahrheit, in Freiheit und im Frieden ganz Gott in einem sein und wirken kann. Dabei geht es keinesfalls um eine Flucht aus der Welt, sondern um eine Bereitung zu lieben in der Welt nach dem Willen Gottes. Mechthild definiert diese Wüste folgendenermaßen:

Weiterlesen

Epiktet: Macht und Freiheit

Epiktet: Macht und Freiheit

„Einige Dinge stehen in unserer Macht, andere hingegen nicht. In unserer Macht sind Urteil, Bestrebung, Begier und Abneigung, mit einem Wort alles das, was Produkt unseres Willens ist. Nicht in unserer Macht sind unser Leib, Besitz, Ehre, Amt, und alles was nicht unser Werk ist. Was in unserer Macht ist, ist seiner Natur gemäß frei, kann nicht verboten oder verhindert werden; was aber nicht in unserer Macht steht, ist knechtisch, kann verwehrt werden, gehört einem anderen zu. Deshalb bedenke, dass du Hinderung erfahren, in Trauer und Unruhe geraten, ja sogar Götter und Menschen anklagen wirst, wenn du das von Natur Dienstbare für frei und das Fremde für dein eigen ansiehst. Hältst du dagegen für dein Eigentum nur, was wirklich dein eigen ist, und betrachtest das Fremde als fremd, so wird dich niemand jemals zwingen oder hindern; du wirst niemanden anklagen oder beschimpfen, und nicht das Geringste mit Widerwillen tun; niemand kann dir schaden; du wirst keinen Feind haben, und nichts, was dir nachteilig sein könnte, wird dir begegnen.“

Dionysius der Kartäuser: Meditation zum Kreuz

Dionysius der Kartäuser: Meditation zum Kreuz

Betrachte aufmerksam mit deinem geistigen Auge, wie ich am Kreuz hänge. Ich hänge da mit ausgestreckten Armen, um dich umarmen zu können, so oft du zu mir kommen willst.


Meine Füße sind fest genagelt, damit du begreifst, dass ich nicht von dir fortgehen will und dies auch gar nicht kann.


Meine Hände sind durchbohrt, damit du weißt, dass ich dir nichts verweigern will, um das ich gebeten werde, und damit du auch verstehst, dass mich nicht die Nägel am Kreuz festhalten, sondern eine Liebe, die seit ewigen Zeiten dir gehört, wenn nur du in meiner Liebe bleibst.


Siehe also, mit welcher Kraft und mit welcher Liebe ich dich in meine Hände und Füße geschrieben habe, um dich nie mehr zu vergessen.


Doch damit war ich noch nicht zufrieden; ich habe noch etwas viel Größeres für dich getan. Ich habe mir von einem Soldaten die Brust aufreißen lassen, um dir den Weg zu meinem Herzen zu öffnen. Erkenne auch daraus meine große Liebe, die mich angetrieben hat, für dich zu sterben.

S.D.G.

Else Lasker-Schüler: Das Reich Gottes ist nah

Else Lasker-Schüler: Das Reich Gottes ist nah

Die Welt, aus der ich lange mich entwand, ruht kahl, von Glut entlaubt, in dunkler Hand; die Heimat fremd, die ich mit Liebe überhäufte, aus der ich lebend in die Himmel reifte. Es wachsen auch die Seelen der ver­pflanzten Bäume auf Erden schon in Gottes blaue Räume, um inniger von seiner Herrlichkeit zu träumen.

Else Lasker-Schüler, Dichterin

Ohne die Ewigkeit wäre der Mensch das einzig unvollendete Lebewesen auf Erden.

S.D.G.