Praktische Regeln zur Erkenntnis und Unterscheidung der Geister

aus: Johannes Kardinal Bona (1609-1674) „De discretione spirituum“

Sechs Geister gibt es, die man in drei zusammenfassen kann, in den göttlichen, teuflischen und menschlichen. Der göttliche Geist ist eine innere Anregung der Seele oder eine Eingebung, die von Gott kommt und zur Tugend und Heiligkeit antreibt. Diese göttliche oder innere Anregung oder Einsprechung kann auf verschiedene Art geschehen. Sie kann unmittelbar von Gott kommen oder mittelbar. Mittelbar ist sie, wenn sie uns durch die Engel oder durch fromme Menschen, durch die Stimme des Gewissens, durch gute Beispiele, geistliche Lesung, durch Leiden und Widerwärtigkeiten usw. zukommt. Es wäre eine sehr schlimme und gefährliche Unwissenheit, wenn wir die gute Einsprechung von der bösen nicht unterscheiden könnten. Die göttliche Gnade lehrt uns, den guten von dem bösen Geist unterscheiden. Durch dieses Licht erleuchtet, haben uns die heiligen Väter und Geisteslehrer einige Kennzeichen an die Hand gegeben. Solche sind:

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Zitat: Nikolaus Cabasilas

„Da die Menschen dreifach von Gott geschieden sind, durch ihre Natur, durch ihre Sünde und durch ihren Tod, so bewirkte der Erlöser, dass sie ihm ungehindert begegnen und unmittelbar mit ihm zusammenkommen, indem er nacheinander alle Widerstände aufhob: den ersten, indem er an der Menschennatur teilnahm, den zweiten, indem er am Kreuz getötet wurde, und schließlich, die letzte Scheidewand, da er auferstehend die Tyrannei des Todes völlig aus unserer Natur verbannte.“

Nikolaus Cabasilas (ca. 1319-1391), byz. Mystiker, Theologe, Philosoph, hl. der gr.-orth. Kirche: Das Buch vom Leben in Christus, Wien 1958, 92.

S.D.G.

Atmosphäre – im Atemkreis sozialer Netzwerke

„Atmosphäre“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich „Atemkreis“. Den Begriff Atmosphäre kennen wir vor allem im Zusammenhang mit Räumen und Situationen: Eine Atmosphäre kann angespannt sein, heimelig, bedrohlich, friedvoll, festlich und so weiter.
Eine solche Atmosphäre ist viel mehr als ein durch Architektur und Einrichtung, Dekoration und Musik, Düfte und Geräusche, Licht und Schatten gestimmter Raum. Atmosphäre ist ein Geschehensverlauf, und das Entscheidende in diesem Geschehen sind die Menschen! Ihr Agieren und Interagieren, vor allem ihr Korrespondieren entscheiden über die Qualität der Atmosphäre. Weiterlesen

Gertrud von le Fort: Te Deum

Großer Gott meines Lebens, ich will dir lobsingen
an allen drei Ufern deines einigen Lichts!
Ich will mit meinem Lied ins Meer deiner Herrlichkeit springen:
unterjauchzen will ich in den Wogen deiner Kraft!
 
Du goldener Gott deiner Sterne, du rauschender Gott deiner Stürme,
du flammender Gott deiner feuerspeienden Berge,
Du Gott deiner Ströme und deiner Meere, du Gott aller deiner Tiere,
du Gott deiner Ähren und deiner wilden Rosen;
Ich danke dir, dass du uns erweckt hast, Herr,
ich danke dir bis an die Chöre deiner Engel, Sei gelobt für alles, was da lebt!

Du Gott deines Sohnes, großer Gott deines ewigen Erbarmens,
großer Gott deiner verirrten Menschen,
Du Gott aller, die da leiden,
du Gott aller, die da sterben, brüderlicher Gott auf unsrer dunklen Spur:
Ich danke dir, dass du uns erlöst hast, Herr,
ich danke dir bis an die Chöre deiner Engel, Sei gelobt für unsre Seligkeit!

Du Gott deines Geistes, flutender Gott in deinen Tiefen von Liebe zu Liebe,
Brausender bis hinab in meine Seele,
Wehender durch alle meine Räume,
Zündender durch alle meine Herzen,
Heil’ger Schöpfer deiner neuen Erde:
Ich danke dir, dass ich dir danke, Herr,
ich danke dir bis an die Chöre deiner Engel:

Gott meiner Psalmen, Gott meiner Harfen,
großer Gott meiner Orgeln und Posaunen,
Ich will dir lobsingen an allen drei Ufern deines einigen Lichts!
Ich will mit meinem Lied ins Meer deiner Herrlichkeit springen:
unterjauchzen will ich in den Wogen deiner Kraft!

Bonhoeffer: Von der Dummheit

„Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich bloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch durch Gewalt läßt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden – in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch – und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseitegeschoben werden.
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Entschlusskraft und Schöpfung

Entschlusskraft und Schöpfung

Die Essenz der Verpflichtung

Bis sich jemand verpflichtet hat, ist da ein Zögern, die Möglichkeit zum Rückzug…und immer Untauglichkeit.

Über Entschlusskraft und Schöpfung gibt es eine grundlegende Wahrheit. Die Unkenntnis davon zerstört unzählige Ideen und großartige Pläne und das ist es, dass in dem Moment, da jemand sich endgültig verpflichtet, dann auch die göttliche Vorsehung Einzug hält.

Alle möglichen Dinge ereignen sich, um diesem zu helfen, Dinge, die sich sonst nie ereignet hätten. Ein ganzer Strom von Ereignissen ergibt sich aus der Entscheidung. Sie ruft für jenen, der die Entscheidung getroffen hat, alle möglichen Vorkommnisse und Zusammenkünfte und stoffliche Hilfe hervor, von der kein Mensch sich hätte träumen lassen, dass sie auf diese Weise eintreffen würden.

Was immer Du tun kannst, oder wovon Du träumst, Du könntest es tun: beginne damit. Kühnheit trägt Genius, Macht und Zauber in sich. Beginne es jetzt. (Joh. W. von Goethe)

Sich für Gott zu entscheiden bedeutet, eine neue Schöpfung mit IHM zu beginnen. Die Welt und man selbst wird etwas und jemand anderes, als zuvor. Die Angst vor dem Schritt ins Ungewisse wird genommen von einer Liebe, die trägt. Diese Liebe macht alles eins, in dem es selbst wird. Das Gute und das Böse sind dann keine zwei Abteilungen mehr oder Gegensätze, sondern verschiedene Richtungen. Das eine strebt zum Guten, hin zum selbst, das Christus durchwirkt, das andere zum Bösen, hin zum Uneinen, das vom Spalter, dem Satan,  genährt. Dort ist Frieden, hier ist Kampf mit dem Anderen.

Wer sich für Gott entscheidet, erhält nicht nur tatsächlich diese Welt, Gottes Schöpfung, sondern ebenso eine bessere Richtung in seinem Leben, hin, hinauf zum Guten. Man vertraue seiner Liebe.

Mensch, beginne es jetzt!

 

S.D.G.

Friede und Freiheit

Absolute Freiheit bedeutet nicht alles tun zu dürfen, sondern in allem Denken, Tun und angetan werden frei zu bleiben. Es ist keine Vergötzung der Freiheit, ein Ausleben seines Egoismus, sondern die Freiheit diese dem Nächsten ebenso belassen zu können. Friede und Freiheit wohnt in der Mitte des Menschen. Die Mitte ist das Göttliche im Menschen und damit seine Liebe.

Deshalb ist Friede, Normalität, nie langweilig, denn Liebe ist nie langweilig. Sie hat Leidenschaft und Harmonie, Schönheit, Ermutigung, Geisteskraft (Ideen sowie „ein über sich hinausgehen“) und Freude. Und Passion: Im Sinne eines Leidenswegs, aber auch im Sinne eines ganz in etwas oder jemanden aufgehen.

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Der Synodale Weg – eine falsche Barmherzigkeit

Der Synodale Weg – eine falsche Barmherzigkeit

Der „Catholic Herald“ aus London übt in seiner Ausgabe vom 19. September 2019 scharfe Kritik am „Synodalen Weg“ der Kirche in Deutschland:

„In Deutschland treiben die Bischöfe gegen den Willen des Heiligen Vaters ein Programm falscher Barmherzigkeit voran. Sie wollen den Zölibat nicht liberalisieren, um das Priestertum zu heiligen, sondern um eine Regel zu beseitigen, die Heiligkeit fordert. Sie wollen die Lehre über die Homosexualität nicht ändern, weil sie barmherzig sein wollen gegenüber der schweren Last der Sünde, sondern um zu sagen, dass Sünde keine Sünde mehr ist. Sie wollen Sex außerhalb der Ehe nicht deshalb zulassen, weil sie gegenüber dem Sex positiv eingestellt sind, sondern weil sie die Ehe nicht als die Institution anerkennen wollen, die allein das von Gott gewollte Sexualverhalten im Sinne Gottes regelt. […] Die Bischöfe in Deutschland sollten anfangen, auf den Papst zu hören statt auf jene, die gerne Papst wären. Der Heilige Vater hat ihnen einen Entwurf vorgelegt, der auf Evangelisierung ausgerichtet ist. Leider scheinen die deutschen Bischöfe, wie überall dort, wo Gnade, Freiheit und Barmherzigkeit gefälscht werden, einen selbstzerstörerischen Weg einzuschlagen. Die „Priorität der Evangelisierung“, die sie dem Willen des Heiligen Vaters nach für ihren synodalen Prozess setzen sollen, muss vielleicht bei den Bischöfen in Deutschland selbst beginnen.“

In vielen Ländern, nicht nur Europas, sehen Katholiken besorgt auf die Vorgänge in Deutschland. Von dort ging einst eine Spaltung aus, die sich nicht wiederholen darf. Beten wir für die deutschen Bischöfe, dass sie durch den Hl. Geist einen Weg finden, damit der Weltkirche zu dienen und Gott und sein Wort dadurch ehren.

 

S.D.G.

Gog und Magog – Eine kleine Geschichte der Endzeit

In einigen christlichen Gemeinden stehen vor allen die Berechnung oder Auslegung der kommenden Endzeit im Mittelpunkt. Biblische Aussagen, wer etwa Gog und Magog (Ez 38 und 39; Offb 20:8) sind, werden unmittelbar in das politische Geschehen der Jetztzeit übertragen und daraus Voraussagen für die Zukunft getätigt. Diese Art der Bibelauslegung hat eine lange Geschichte und sie funktioniert nicht, seid sie durchgeführt wird. Hier ein paar Beispiele: Weiterlesen

Europa – eine historische, christliche Gemeinschaft

Europa – eine historische, christliche Gemeinschaft

„Europa ist eine historische Gemeinschaft: das römische Europa, das karolingische Europa, das päpstliche Europa, das napoleonische Europa waren politisch geeinigt. Gemeinsam waren die europäischen Erlebnisse der Bekehrung zum Christentum, der Völkerwanderung, der Gotik, des Rittertums, der Kreuzzüge, des Humanismus und der Renaissance, der Reformation und Gegenreformation, des Absolutismus und des Barock, der Aufklärung und der Romantik, des Nationalismus, der Demokratie und des Sozialismus. Alle diese Bewegungen hat Europa gemeinsam durchlebt – über alle Grenzen und Sprachen hinweg. Sie haben die europäische Seele zu dem gemacht, was sie heute ist. Sie haben Europa zu einer unbewussten Nation gestaltet, zu einem besonderen Zweig der Menschheit, zu einer großen Familie von Völkern“.

Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi (Gründer der Paneuropa-Union)

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