Wir sind eine lebendige Opfergabe

Bei den Urchristen gab es von Anfang an keinen Zweifel, dass das Tempelopfer, der kultische Dreh- und Angelpunkt der Tora, durch den Tod des Herrn ausgedient hatte. Der Tempel wurde zu einem würdigen Ort des Gebets, aber seine Opfer galten für Christen nicht mehr. War also nun das Kreuz Christi der neue Kult der Menschen für eine wahre Reinigung und Sühne in der sündhaften Welt? Weiterlesen

Glaube vs. Philosophie

„So kommt der Glaube aus dem Hören; was aber gehört wird, kommt durch das Wort Christi.“ (Rö 10:17, GB). Paulus zeigt damit auf, dass allein das Bibellesen, der Buchstabe des Wortes, nicht zum Glauben und damit zum Heil führt. Das „sola scriptura“ Luthers ist in seiner Verkürzung deshalb eine Sackgasse, die in die unzähligen Spaltungen im Protestantismus führt. In dem Paulus nicht davon spricht, der Glaube käme vom Lesen, wird der grundsätzliche Unterschied zwischen Glauben und bloßer Philosophie offenbar. Der Glaube indes kann durchaus in seinem Innern die philosophische Wahrheitssuche in Bewegung setzen. Das Hören des Wortes Christi bedeutet nicht das Lesen des Wortes, sondern das innere Bewegen desselben im Herzen, wie es Maria tat. Das Wort ist Jesus Christus selbst, Person, wahrer Mensch und wahrer Gott. Somit wird das Hören des Wortes zum hinhören auf eine Person, Jesus Christus, und damit Gott. Der Glaube ist somit kein Nachdenken, wie die Philosophie.

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10 Gründe für den Zölibat

  1. Ein unverheirateter Priester kann seine ehelichen und familiären Probleme nicht bewusst oder unbewusst in Seelsorgegespräche in der Familienberatung einbringen.
  2. Unverheiratete Priester können mehr Zeit für die Gemeinde aufwenden.
  3. Das Zölibat hat einen christologischen Ursprung. Auch Jesus war unverheiratet.
  4. Das Zölibat ist Zeichen des kommenden Königreichs, schon im Leben wird Gott als Wirklichkeit betrachtet und gelebt. Es ist Zeichen der Gottesschau (Mt 22:30-32)
  5. Der unverheiratete Priester kann die Nachfolge Christi besser leben. Er kann sich zuerst Gott selbst widmen und aus der Einheit mit Jesus dann der Kirche dienen.
  6. Zölibat ist große und tiefe Intimität mit Christus.
  7. Verkündigung und Mission kann ohne Angst um das Wohlergehen von Frau und Kinder geschehen.
  8. Paulus und einige Apostel lebten zölibatär.
  9. Ein unverheirateter Priester ist jungen Männern und Frauen Beispiel für Berufungen.
  10. Durch Gottes Berufung wird die Gnade des Zölibats aktiviert.

 

S.D.G.

Der Heilsplan Gottes für uns Menschen

Jesu Botschaft richtet sich an alle Menschen; der Menschheit als Ganzem und an jedem einzelnen. Die Heilsgeschichte Gottes für die Menschheit wurde von einem einzigen Volk, einzelnen Menschen abhängig gemacht. Das Heil haftet nicht an der Ebene der Natur, nicht an einer bestimmten, idealen Person, sondern im Raum und nach Art der Geschichte. Das Heil wird durch die Geschichte begründet. Diese geschieht in Entscheidungen, in den Handlungen einzelner, welche für die Existenz der Gesamtheit und der Folgezeit bestimmend sein wird. Die Tat eines einzelnen kann in der allgemeinen Geschichte zum Anfang oder zur Wende des Geschehens für viele oder alle werden.
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Leben im Auferstandenen

Leben im Auferstandenen

Jesu Auferweckung von den Toten hat die Grundsituation von Welt und Mensch gewandelt. Durch die Auferweckung des Herrn haben die Mächte des Kosmos, das, worin die Welt Macht erfährt und ist, ihre Gewalt verloren. Das Kreuz hielt ihren Ansturm in politischen und geistigen Mächten aus. Das Kreuz hat diese Mächte entwaffnet: „Er (Jesus) entwaffnete die Mächte und Gewalten, stellte sie öffentlich an den Pranger und triumphierte in ihm (dem Kreuz) über sie“ (Kol 2:15).

Als Gott den Gekreuzigten zu seiner Macht erhöhte, seinen Namen über alle anderen Namen erhob, zerschellte die Eigenmacht der Welt (Eph 1:21). Alles, was nun im eigenen Namen daherkommt oder im Namen der Welt, wird namenlos zerbrochen. Vor keinem Namen, keinem Zauberspruch, braucht der an den Auferstandenen glaubende mehr zittern und sich vor keinem Namen mehr beugen lassen. Gerade die anonymen Mächte und Dämonen sind damit ebenso abgetan. Keine Geistesströmung, kein Zeitgeist, mag er noch so verheerend wirken, ist mehr zu fürchten. Weiterlesen

Die hebräische Mischna

Die hebräische Mischna

Der Talmud, eine mehrbändige Sammlung der nachbiblischen religiösen Gesetzgebung der Juden, besteht aus zwei Textsammlungen: Der hebräische Mischna und der aramäische Gemara. Die Gemara enthält die Diskussionen und Erklärungen der späteren jüdischen Gelehrten der Mischna, den Amoräern. Der Talmud löst die Tora als Gegenstand traditionellen jüdischen Lernens ab, ganz nach dem Weisheitsspruch: „Die Schrift ist endlich, aber die Auslegung ist unendlich“. Für Christen ist jedoch die Mischna interessant, weil sie neben der Sammlung religiöser Texte auch wertvolle Informationen über Leben und Glauben des jüdischen Volkes zur Zeit Jesu und der frühen Kirche beinhaltet.

In Bezug auf die Mischna sind die Soferim die ältesten Traditionsvermittler. Der sofer (Schreiber, Plural soferim) ist im AT ursprünglich ein schriftkundiger Beamter, ein Gelehrter und Kenner des Gesetzes. In der hellenistischen Zeit wandte sich ein Teil der höheren Priesterschaft der griechischen Kultur zu und Traditionen wurden vernachlässigt. Die Soferim stellten sich dabei dieser Entwicklung entgegen. Sie wurden zu den Hütern der Tora und lösten die Priester ab, womit sie sich folgerichtig auch zu Lehrern des Volkes etablierten und das religiöse Leben kontrollierten. Während der Zeit des NT war diese Entwicklung schon abgeschlossen. Hier werden die Führer des Volkes bereits als grammateis (Schriftgelehrte) bezeichnet, es entspricht dem hebräischen soferim. Flavius Josephus nennt sie „Ausleger des Gesetzes“ (Ant XVII 6.2; XVIII 3.5). In der Mischna jedoch wird der Ausdruck sofer nur für Gelehrte und Autoritäten der früheren Zeit benützt.
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Gott wurde Mensch. Ein weihnachtlicher Gedanke.

In Jesus Christus sehen wir, wie er, der Ungeschaffene, in die Welt, das von ihm Geschaffene, hineinreicht. Wir blicken wie auf ein Schilfrohr, wenn es aus dem Wasser hinausreicht und an der Grenzlinie zwischen Luft und Wasser ein Bruch entsteht, der uns das Schilfrohr unter Wasser geknickt erkennen lässt. Oder liegt der Knick über dem Wasser? Ein Dimensionswechsel. Die Immanenz Gottes bleibt uns als Geschöpfe immer ein verborgenes Geheimnis, aber wir erkennen durch unsere wesenseigene Sehnsucht hin zum Sein, zu Gott, als sein Ebenbild etwas vom Wesen Gottes, das durch den Herrn sichtbar wurde. Das Schilfrohr bleibt ein gerades ganzes, auch wenn wir es geknickt sehen oder gar abgeschnitten, weil es im verschmutzten Wasser so erscheint, das durch unsere sündhaft verunreinigten Bemühungen erst so trüb wurde.

Dieser Bruch, so finde ich, wird uns hier von Jesus und im Verhalten des Petrus eindringlich erklärt (Joh 13: 1,3,5-8,12-14 HSK): Weiterlesen