Basics: Gedanken zur Evolution

Naturwissenschaft (auch die Philosophie) neigt systembedingt dazu, sich an einzelnen Aspekten zu heften und verliert dabei allzu gerne die Struktur aus dem Blick, in dem sich der Aspekt ereignet.
Gerade die Evolution verlangt geradezu, die Phänomenologie des Lebens zu erkunden.

Denken wir nur als Denkanstoß doch einmal das Ungehörige und vieles erhellt sich daraus: Der Mensch ist die zum Bewusstsein erlangte Evolution.
Die Evolution, ein Tasten hin zu den Möglichkeiten, in Fibern und Fächern vermehrend, eine Flut, die einen See füllt, hier und dort das Ufer bedeckt, in diese und jene Mulde eindringt und den See erweitert. Aber nur an einer Stelle findet sich jener Ablauf, der die Vielzahl an Möglichkeiten in ein neues Flussbett lenkt. Nur dort können weitere Möglichkeiten erschlossen werden, während andernorts sich zwar Möglichkeiten kombinieren, spezialisieren, selektieren, aber manchmal erstarren und dann verdorren. Weiterlesen

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Yoga und Zen vs. christliche Spiritualität

Mystik, Ritual, Kult, das sind Begriffe und Lebenswirklichkeiten, die heute im Westen trotz der Säkularisierung der Welt immer mehr geschätzt werden. Allerdings meint man damit mehr östliche Spiritualität, eigene christliche Wurzeln sind verpönt und aus dem kritischen Rationalismus der Moderne entwickelt sich immer mehr ein abergläubischer Irrationalismus der Postmoderne. Deshalb ist es wichtig den Unterschied zu erkennen zwischen dem, was außerchristlich an „religiösem“, „transzendentalem“, „mystischem“ und „spirituellem“ läuft und dem, was das Christentum unter Spiritualität versteht. Dies vor allen deswegen, weil auch im innerkirchlichen Bereich immer mehr eine Vermischung stattfindet, man denke nur an die zahlreichen Yoga- und Zen-Kurse in katholischen Bildungseinrichtungen.
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Geistige Konfliktlösung für Dummies

Man kennt die Bücher zur Selbstoptimierung im weltlichen Bereich, die möglichst einfach einen komplexen Sachverhalt erklären wollen, ohne beim Leser ein großes Vorwissen vorauszusetzen. Hier ein christlicher Versuch diese Methode auch im geistigen Bereich anzuwenden. So könnte es also klappen mit dem Konfliktpartner:

  1. Man ruft den Hl. Geist um Beistand an
  2. Man beginnt mit einer Bestandsaufnahme und zwar bei sich selbst
    • Man entdeckt seine Talente, seine Fehler und akzeptiert sie. Erkennt man seine eigenen Grenzen, erkennt man auch seine Unvollkommenheit
    • Wir alle sind Sünder, leiden unter den sieben Wurzelsünden, die unsere Haltung und damit unsere Worte und Handlungen bestimmen. Diese Sünden sind: Überheblichkeit und Stolz; Habgier und Geiz; Wollust und Unkeuschheit; Missgunst, Neid und Eifersucht; Unmäßigkeit und Völlerei; Zorn und Hass; Trägheit und Unlust
    • Man erforscht die Ängste, Überreaktionen, die aus Verwundungen der Vergangenheit stammen.

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Wie Gott die Schöpfung liebt

Gott hat allein die Welt erschaffen. In ihr ist seine Überfülle und seine Liebe angelegt. So ist die Welt groß und kostbar vor Gott.

Gott hat gewollt, dass die Welt nicht nur ist, sondern dass sie in lebendigem Bewusstsein ersteht. Die Welt als seine Schöpfung soll erkannt sein, nicht nur von Gott, sondern vom Geschöpf selbst. So hat er den Menschen erschaffen und ihm die Fähigkeit gegeben Dinge anzuschauen und ihr Wesen zu verstehen. Sie sollen die Gesetze begreifen, nach denen die Schöpfung gebaut sind und das Geschehen, welches sich aus deren Wirken ergibt. Die Dinge tauchen dadurch im Geist des Menschen auf, sie werden noch einmal geschaffen, nun in der Form der Wahrheit. Und Gott wollte noch mehr: Weiterlesen

Steckbrief: Boethius – Vom Bösen

Der Philosoph Boethius lebte um 480 bis 526. Er war ein antiker römischer Gelehrter, Theologe und Politiker. Sein Hauptwerk ist „Der Trost der Philosophie“, das während seiner Haftzeit entstand, an deren Ende er hingerichtet wurde. So wird dieses Werk nicht nur zu einer theoretischen Philosophie, sondern ist gelebte Philosophie. Boethius betrachtete das Böse sowie das Leid und suchte darin einen Sinn und Nutzen für den Menschen. Dabei kam er zu folgender Erkenntnis:

  1. Das Böse gibt es, um das Böse zu bestrafen. Das Böse soll den bösen Menschen zur Umkehr bewegen.
  2.  Das Böse gibt es, um die Guten zu erproben, ihre Tugenden zu festigen, den Menschen zur Heiligung zu führen.
  3. Das Leid gibt es, um die Menschen dazu zu bewegen kein oberflächliches und üppiges Leben zu führen.

Der Mensch wurde von Gott als freies Wesen geschaffen, das nicht willkürlich handeln muss, sondern vor Gott verantwortlich ist. Freiheit und Verantwortlichkeit sind Teil der Würde des Menschen. Im Leid und im Leid durch das Böse findet der Mensch Trost durch das Kreuz. Gott hat durch Jesus Christus dem Leid am Kreuz einen Sinn gegeben: die Erlösung des Menschen. Gott leidet mit uns, weil er für uns gelitten hat. Für Boethius ist die Philosophie auch eine Lebenskunde und nicht allein nur Erkenntnis.

Selbstverwirklichung der Person aus christlicher Sicht

Das Stichwort Selbstverwirklichung wird heute gerne als Optimierung der eigenen Person auf Kosten anderer gesehen, als Ego-Trip. Oftmals scheitert die Selbstverwirklichung an der Kenntnis des eigenen Selbst. Dem gegenüber steht das positive Bild der Selbstverwirklichung der Person aus christlicher Sicht. Selbsterkenntnis entsteht hierin durch den Geist und ergibt die Person. Der Geist ist Gabe Gottes und Kanal für Gott, der selbst Geist ist. So wird aus der Person, die per se ist, für sich, eine Person, die mit Gott, der gleichfalls Person ist, kommunizieren und Gemeinschaft haben kann und zwar durch eine weitere Eigenschaft Gottes und des Geistes: der geistigen Liebe. Sie ist unendlich und wächst mit der Weitergabe.

Die Selbstverwirklichung der Person aus christlicher Sicht entsteht durch Gabe von positiven Werten an seine Person. Dabei gibt es 6 Werte-Stufen, auf denen man sich selbst verwirklichen kann, die immer höher steigen hin zu Gott. Als Person hat man die Freiheit sich diese Werte anzueignen und sich nach oben zu schwingen, immer mit Beistand Gottes und in der Kraft Gottes. Christliche Selbstverwirklichung wird so zur Zustimmung des eigenen Willens zum Plan Gottes für seine Person. Deshalb kann es keine Selbsterlösung geben. Jede der Stufen ist aus christlicher Sicht gut, wenn sie die Liebe Gottes in sich trägt. Die 6 Stufen sind: Weiterlesen

Madeleine Delbrêl: Gott einen Ort sichern

Herr,
lass uns unser Leben leben,
weder wie ein Schachspiel, wo alles gerechnet wird,
noch wie ein Match, wo alles schwierig ist,
noch wie ein Theorem, das unseren Kopf zerbricht,
sondern wie ein unendliches Fest
wo sich dein Begegnen erneuert,
wie ein Ball,
wie ein Tanz,
in den Armen deiner Gnade,
in der universalen Musik der Liebe.
Herr, komm, uns einzuladen.

[zit. n. Madeleine Delbrêl, Gott einen Ort sichern. Texte-Gedichte-Gebete, hrsg. von Annette Schleinzer, Kevelaer 2007, 78]