4 Grundzüge eines von Jesus Christus bestimmten Menschseins

Durch Dankbarkeit zur Freiheit als Gehorsam im Glauben, das ist Menschsein, die Würde des Menschen, oder konkret:

  1. Menschliches Sein ist ein Sein im Empfang, ein verdanktes Sein und damit ein Sein im Danken. Der Mensch kann die Erfüllung seines Daseins nur als Geschenk empfangen. Dort, wo er seine Erfüllung selbst leisten will, übernimmt er sich. Gnade und Heil werden somit zu einem Geschenk des Menschseins. Gnade heißt: Der Mensch darf allein Mensch sein und braucht nicht Gott spielen, er darf sich und andere Menschen annehmen, da er selbst als Mensch unendlich angenommen ist. Das macht ihn Heil von den Verwundungen des Dasein.
  1. Die menschliche Freiheit ist befreite und freigesetzte Freiheit. Solange sich der Mensch von noch so hohen endlichen Werten oder Gütern bedingt oder beherrschen lässt, verfehlt er seine Freiheit. Nur die Bindung an die unendliche und absolute Freiheit Gottes als Inhalt und letzten Grund des Menschen macht ihn frei von allen Absolutheitsansprüchen in der Welt und somit frei für den Einsatz in der Welt. Denn Gott erdrückt den Menschen nicht, sondern setzt seine schöpferischen Kräfte frei. So kann sich der Mensch frei erheben über die unmittelbaren Bedürfnisse des Lebens.
  1. Menschliche Freiheit vollendet sich im Gehorsam. Als Menschsein im Empfang ist der Mensch in seinem ganzen Sein Antwort, eine Person gewordene Antwort und damit zur Verantwortung fähig. Seine Existenz ist ein Akt des Hörens, des Hinhörens auf Gott. In dem der Mensch sich engagiert auf diesen Anspruch einlässt, wird die menschliche Freiheit nicht etwa zur Willkür, sondern zu seiner eigentlichen existenziellen Wesensart des Sich-in-Dienst-nehmen-lassen. Wirklich frei ist nämlich nicht der, der über möglichst vieles und viele, auch sich selbst, herrscht und verfügt, sondern der, welcher von sich selbst frei ist, um frei zu sein für andere. So werden Gewaltlosigkeit, Machtlosigkeit, Bescheidenheit, Anspruchslosigkeit, Schlichtheit, Kritikfähigkeit und Hörfähigkeit zu Ausdrucksformen eines von Jesus bestimmten Menschseins. Menschsein als Verfügbarkeit für die Liebe.
  1. Der Glaube an Jesus Christus ist Inbegriff des Heils des Menschen. Indem Jesus die neue Möglichkeit des Menschseins im Empfang und Gehorsam eröffnete, gelingt auch der Zugang zur Möglichkeit und Wirklichkeit des Heils. Glaube ist im biblischen Sinn nicht allein ein Fürwahrhalten und ein Vertrauen, sondern ein Amen-sagen zu Gott, sich in ihn gründen und festmachen, ihn Gott sein lassen und ihn damit als einzigen Sinn und Grund des Lebens anerkennen. Der Glaube ist so das Sein im Empfang und Gehorsam, um Halt, Grund, Sinn, Ziel, Inhalt und Erfüllung zu finden und erlöst zu sein von Halt-, Ziel- und Inhaltslosigkeit sowie Leere im Dasein. Im Glauben kann sich der Mensch annehmen und ist angenommen als Sohn und Tochter Gottes und deshalb bestimmt, an Wesen und Gestalt des einen Sohnes Gottes teilzuhaben.  

 

S.D.G.

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