Gertrud von le Fort: Te Deum

Großer Gott meines Lebens, ich will dir lobsingen
an allen drei Ufern deines einigen Lichts!
Ich will mit meinem Lied ins Meer deiner Herrlichkeit springen:
unterjauchzen will ich in den Wogen deiner Kraft!
 
Du goldener Gott deiner Sterne, du rauschender Gott deiner Stürme,
du flammender Gott deiner feuerspeienden Berge,
Du Gott deiner Ströme und deiner Meere, du Gott aller deiner Tiere,
du Gott deiner Ähren und deiner wilden Rosen;
Ich danke dir, dass du uns erweckt hast, Herr,
ich danke dir bis an die Chöre deiner Engel, Sei gelobt für alles, was da lebt!

Du Gott deines Sohnes, großer Gott deines ewigen Erbarmens,
großer Gott deiner verirrten Menschen,
Du Gott aller, die da leiden,
du Gott aller, die da sterben, brüderlicher Gott auf unsrer dunklen Spur:
Ich danke dir, dass du uns erlöst hast, Herr,
ich danke dir bis an die Chöre deiner Engel, Sei gelobt für unsre Seligkeit!

Du Gott deines Geistes, flutender Gott in deinen Tiefen von Liebe zu Liebe,
Brausender bis hinab in meine Seele,
Wehender durch alle meine Räume,
Zündender durch alle meine Herzen,
Heil’ger Schöpfer deiner neuen Erde:
Ich danke dir, dass ich dir danke, Herr,
ich danke dir bis an die Chöre deiner Engel:

Gott meiner Psalmen, Gott meiner Harfen,
großer Gott meiner Orgeln und Posaunen,
Ich will dir lobsingen an allen drei Ufern deines einigen Lichts!
Ich will mit meinem Lied ins Meer deiner Herrlichkeit springen:
unterjauchzen will ich in den Wogen deiner Kraft!

Dismas – Der rechte Schächer

Dismas – Der rechte Schächer

Der selige Franziskanermärtyrer Engelbert Kolland, der 1860 in Damaskus starb, berichtet in seinem Reisebericht: „Nachdem wir das Dorf, in dem der rechte Schächer Dismas geboren sein soll, passiert hatten, ging es den Gebirgen Judäas zu“. Der angebliche Herkunftsort des guten Schächers beruft sich auf eine örtliche Tradition, der zur Kreuzfahrerzeit „Castrum boni latronis“ hieß, „Ort/Kastell des guten Schächers“. Heute nennt man den Ort Latrun und er liegt 15 km westlich von Jerusalem in der Schefala im Ajalon-Tal. Dort befindet sich das einzige Trappistenkloster im Hl. Land. Oberhalb der Abtei finden sich die Reste einer mittelalterlichen Burganlage, die in der Mitte des 12. Jahrhunderts vom kastilischen Ritter Gonzales de Lara erbaut wurde und danach dem Templerorden übergeben. Die Burganlage nannte man „O Toronum Militium“, „Ritterturm“. Sie wurde später von Saladin zerstört. Weiterlesen

Christliche Mystiker und die Gottesliebe

Es ist Bernhard von Clairvaux, der in seinem Buch „Über die Gottesliebe“ erkennt: Sie ist die Reaktion des Menschen auf Gott. Der Grund Gott zu lieben ist Gott selbst. Das Maß der Liebe ist, ohne Maß zu lieben. Die Vernunft und das natürliche Gerechtigkeitsgefühl drängen den Menschen, sich dem hinzugeben, von dem er sich ganz empfangen hat. So schreibt er: „Bei seinem ersten Werke gab er mir mich; bei seinem zweiten sich selbst. Und da er sich gab, gab er mich mir zurück. Gegeben also und zurückgegeben, schulde ich mich für mich und schulde mich doppelt. Was aber werde ich Gott vergelten für ihn selbst? Denn wenn ich mich auch tausendmal schenken könnte, was bin ich vor Gott?“
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Alfred Delp: Maria hilft

Der christliche Glaube war einst Wurzel der Größe Europas. Im materialistischen Atheismus bzw. im atheistischen Materialismus versinkt es zu einer „Stadt ohne Gott“. Ein modernes und revolutionäres Heidentum will den Sieg erringen und bald wird diese Scheinwelt mit lautem Getöse zusammenbrechen. Es ist ein Kampf geistiger Mächte, eine Auseinandersetzung überirdischer Gewalten, ein Kampf zwischen Himmel und Hölle (Eph 6:12). Die Bosheit hat die Übermacht errungen, weil jahrhundertelang die göttliche Weltordnung zersetzt wurde. Die Menschen stehen nun ratlos in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Weiterlesen

Gebet zu Antonius dem Einsiedler

Gebet zu Antonius dem Einsiedler

Der Gedenktag vom hl. Antonius dem Einsiedler, auch Antonius der Große genannt, ist der 17. Januar. Die orthodoxe Kirche ehrt ihn an diesem Tag mit folgenden liturgischen Gebet aus dem Stundenbuch:

Mit den Strömen Deiner Tränen
hast Du in der Dürre der Einsamkeit den Garten bestellt /
durch Deine Rufe aus der Tiefe
brachten Deine Leiden hundertfache Frucht hervor /
Du bist ein hell strahlendes Licht für diese Welt geworden
durch die Wunder die Du wirkst +
Seliger Vater Antonius / tritt ein bei Christo unserem Gott
für das Heil unserer Seelen +

Als Bürger der Wüste und Engel im Leibe
bist Du zum Wundertäter geworden / Gott tragender Vater Antonius +
Durch Fasten / Nachtwachen und Beten empfingest Du himmlische Gnadengaben /
und hast die Kranken und die Seelen der Gläubigen /
die zu Dir kamen / wunderbar geheilt +
Ehre sei dem / der Dir die Kraft gab /
Ehre sei dem / der Dich krönte /
Ehre sei dem / der durch Dich allen Wesen Heilung wirkt +

Hl. Franz von Sales: Theologie des Herzens

Hl. Franz von Sales: Theologie des Herzens

Wenn dein Herz wandert oder leidet, bring es behutsam an seinen Platz zurück und versetze es sanft in die Gegenwart Gottes. Und selbst dann, wenn du nichts getan hast in deinem Leben, außer dein Herz zurückzubringen und wieder in die Gegenwart Gottes zu versetzen – obwohl es jedes Mal wieder fortlief, wenn du es zurückgeholt hattest -, dann hat sich dein Leben wohl erfüllt.

Die Hauptübung der christlichen Theologie besteht darin, im Grunde des Herzens mit Gott zu reden und Gott reden zu hören. Und weil diese vertrauliche Unterredung durch sehr heimliche Regungen und Eingebungen vor sich geht, nennen wir sie das Zwiegespräch des Schweigens. Das Auge spricht zum Auge, das Herz zum Herzen; und niemand versteht, was gesprochen wird, außer die heiligen Liebenden, die miteinander reden.

Zu großen Taten ist selten Gelegenheit, die kleinen aber begegnen uns zu Hunderten. Herr, lass uns sorgfältig und liebevoll die kleinen Dinge tun.

 

hl. Franz von Sales

Gebet der hl. Gertrud von Helfta

Am 17.11. ist im deutschen Sprachraum der Gedenktag der Mystikerin Gertrud von Helfta (1256-1302). Ihr Gebet ermutigt sich ganz in den Willen des Vaters im Himmel zu versenken:

Lass meinen Geist so sehr in deinem Geist versinken bis auf den Grund in einem Nu, dass ich wahrhaftig in dir begraben und so ganz aus mir die Einung mit dir getragen werde, dass mein Grab in dir niemand kennt als deine lebendige Liebe allein, die es versiegeln möge.