Dankgebet zum Leben

Gott, ich danke dir für mein ganzes Leben,

für Licht und Schatten, für Freud und Leid; denn ich brauche alles.

Danke für das Lob, aber auch für den Tadel.

Das Lob bestärkt mich, der Tadel berichtigt mich.

 

Danke für den Freund,

aber auch für den Feind.

Der Freund übt Nachsicht gegen mich,

und der Feind erfordert sie von mir.

 

Danke für die Gesundheit,

aber auch für die Krankheit.

Die Gesundheit schafft mir Möglichkeiten,

und die Krankheit zeigt mir Grenzen.

 

Danke für die Gemeinschaft,

aber auch die Einsamkeit.

Die Gemeinschaft schenkt mir Menschen,

und in der Einsamkeit bist DU.

Gott, du bist in allen Lebenslagen bei mir.

Ich danke dir dafür.

 

(Pfarrer Josef Raschle, St. Gallen)

Von der Kunst des Gebets

Von der Kunst des Gebets

Kunst ist, wenn das Wahre und Schöne in Harmonie zueinander stehen. Kunst ohne Wahrheit wird zu Kitsch, Kunst ohne Schönheit wird kalt und zerbrochen. Schönheit hat ihre eigene Evidenz, sie fordert zum Ja sowie Gehorsam auf und kann nicht ohne Wahrheit sein.

Das Gebet hat immer mit Lehre und Gemeinschaft zu tun. Es muss die Lehre Christi, das Evangelium und die Hl. Schrift erkennbar ausdrücken und es muss immer wieder Gemeinschaft mit anderen Christen suchen. Das Herz der Lehre und der Gemeinschaft ist das Gebet. Theologie muss eine kniende Theologie sein, eine Theologie im Gebet. Eine Gemeinschaft in Christus muss zum Gebet werden. Das Gebet ist die Antwort des freien Menschen auf die Liebe Gottes und seine Schöpfung. Weiterlesen

Dankgebet zu Gottes Zorn

Dankgebet zu Gottes Zorn

Ich danke Gott dafür, dass seine Liebe für mich kämpfen wird. Er ist zornig gegenüber jenen, die seine Kinder hassen und zerstören wollen.

Ich danke Gott dafür, dass er mir zeigt: ich bin ihm nicht gleichgültig. Gott will mich bei sich haben und er gibt mir seine Offenbarung, die mir sagt, dass auf dem breiten Weg sein gerechter Zorn auf mich wartet, weil er nicht zu ihm führt.

Ich danke Gott, dass sein Zorn nicht das letzte Wort hatte, sondern seine Liebe. Denn er sandte seinen Sohn, damit ich armer Sünder reich werden kann, beschenkt mit den Reichtümern Gottes im Glauben an seinen Sohn.

Ich danke Jesus, mein Herr und mein Gott, dass er durch sein Kreuz den gerechten Zorn Gottes auf sich nahm und mich davor erlöste, vor diesem selbst allein bestehen zu müssen, denn dann wäre ich verloren.

Ich danke Jesus, mein Herr und mein Gott, dass er mich durch sein Verhalten mit den Tempelhändlern ermahnte, meinen Leib, seinen Tempel im Willen Gottes zu bewahren und nicht mit seiner Liebe handeln zu wollen, sondern sie ausschließlich empfangen zu können, um sie weiterzuschenken.

Ich danke dem Hl. Geist, dass er mein Wollen in den Willen Gottes stellen will und mir auch seine Kraft dafür gibt, damit ich mich nicht Gottes Zorn hingebe, sondern mich wirklich nach seiner Liebe sehne und nicht nur „Herr, Herr“ rufe und nicht tue, was er mir aufträgt.

Ich danke Gott dafür, dass er in den letzten Tage noch viele Menschen retten will, indem er sie aufrüttelt, durch die Verkündigung seiner barmherzigen Liebe sowie auch durch Plagen und Katastrophen, und ich für alle Menschen und mich beten darf, damit uns nicht sein Zorn aus Egoismus und der Hingabe zum Bösen mehr wert wäre, als seine Liebe.

Möge unser, mein Platz bei Gott im Himmel sein und neben uns der vorbereitete Platz nicht frei bleiben.

„Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen. Wäre es nicht so, hätte ich es euch gesagt; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.“ (Joh 14:1-2)

S.D.G.

Gertrud von le Fort: Te Deum

Großer Gott meines Lebens, ich will dir lobsingen
an allen drei Ufern deines einigen Lichts!
Ich will mit meinem Lied ins Meer deiner Herrlichkeit springen:
unterjauchzen will ich in den Wogen deiner Kraft!
 
Du goldener Gott deiner Sterne, du rauschender Gott deiner Stürme,
du flammender Gott deiner feuerspeienden Berge,
Du Gott deiner Ströme und deiner Meere, du Gott aller deiner Tiere,
du Gott deiner Ähren und deiner wilden Rosen;
Ich danke dir, dass du uns erweckt hast, Herr,
ich danke dir bis an die Chöre deiner Engel, Sei gelobt für alles, was da lebt!

Du Gott deines Sohnes, großer Gott deines ewigen Erbarmens,
großer Gott deiner verirrten Menschen,
Du Gott aller, die da leiden,
du Gott aller, die da sterben, brüderlicher Gott auf unsrer dunklen Spur:
Ich danke dir, dass du uns erlöst hast, Herr,
ich danke dir bis an die Chöre deiner Engel, Sei gelobt für unsre Seligkeit!

Du Gott deines Geistes, flutender Gott in deinen Tiefen von Liebe zu Liebe,
Brausender bis hinab in meine Seele,
Wehender durch alle meine Räume,
Zündender durch alle meine Herzen,
Heil’ger Schöpfer deiner neuen Erde:
Ich danke dir, dass ich dir danke, Herr,
ich danke dir bis an die Chöre deiner Engel:

Gott meiner Psalmen, Gott meiner Harfen,
großer Gott meiner Orgeln und Posaunen,
Ich will dir lobsingen an allen drei Ufern deines einigen Lichts!
Ich will mit meinem Lied ins Meer deiner Herrlichkeit springen:
unterjauchzen will ich in den Wogen deiner Kraft!

Gebet zu Antonius dem Einsiedler

Gebet zu Antonius dem Einsiedler

Der Gedenktag vom hl. Antonius dem Einsiedler, auch Antonius der Große genannt, ist der 17. Januar. Die orthodoxe Kirche ehrt ihn an diesem Tag mit folgenden liturgischen Gebet aus dem Stundenbuch:

Mit den Strömen Deiner Tränen
hast Du in der Dürre der Einsamkeit den Garten bestellt /
durch Deine Rufe aus der Tiefe
brachten Deine Leiden hundertfache Frucht hervor /
Du bist ein hell strahlendes Licht für diese Welt geworden
durch die Wunder die Du wirkst +
Seliger Vater Antonius / tritt ein bei Christo unserem Gott
für das Heil unserer Seelen +

Als Bürger der Wüste und Engel im Leibe
bist Du zum Wundertäter geworden / Gott tragender Vater Antonius +
Durch Fasten / Nachtwachen und Beten empfingest Du himmlische Gnadengaben /
und hast die Kranken und die Seelen der Gläubigen /
die zu Dir kamen / wunderbar geheilt +
Ehre sei dem / der Dir die Kraft gab /
Ehre sei dem / der Dich krönte /
Ehre sei dem / der durch Dich allen Wesen Heilung wirkt +

Gebet der hl. Gertrud von Helfta

Am 17.11. ist im deutschen Sprachraum der Gedenktag der Mystikerin Gertrud von Helfta (1256-1302). Ihr Gebet ermutigt sich ganz in den Willen des Vaters im Himmel zu versenken:

Lass meinen Geist so sehr in deinem Geist versinken bis auf den Grund in einem Nu, dass ich wahrhaftig in dir begraben und so ganz aus mir die Einung mit dir getragen werde, dass mein Grab in dir niemand kennt als deine lebendige Liebe allein, die es versiegeln möge.

 

 

Therese von Lisieux: Weiheakt an die barmherzige Liebe

Mein Gott! Glückselige Dreifaltigkeit, ich verlange danach, dich zu lieben und dahin zu wirken, dass du geliebt wirst…

Ich verlange danach, deinen Willen restlos zu erfüllen und zu der Herrlichkeit zu gelangen, die du mir in deinem Reich bereitet hast, mit einem Wort: Ich verlange danach, heilig zu werden; aber ich fühle meine Ohnmacht und ich bitte dich, mein Gott, sei Du selbst meine Heiligkeit. Weiterlesen

Gebet des Nerses Snorhali

Jesus, der eingeborene Sohn des Vaters, Dein Blut ist wirklich ein Trank!

Du hattest die Worte der Schrift erfüllt
und Deinen Geist dem Vater zurückgegeben,
da traf Dich die Lanze des Soldaten
und eine Quelle entsprang Deiner Seite:

Wasser, damit wir uns waschen am heiligen Taufquell,
Blut, damit wir es trinken im Geheimnis der Eucharistie,
wegen der Wunde der Frau, die hervorging aus der Seite Adams und durch die der erste Mensch gesündigt hat.

Ich bin aus einem Fleisch, das von der Ursünde gezeichnet ist.
Und von einem Blut, vermischt mit Ackererde.
Doch Du hast mich gereinigt mit dem Tau aus Deiner Seite.
Und dann – bin ich zurückgefallen in die Sünde.

Lass nicht zu, dass ich dort verbleibe.
In Deiner Güte wasche mich von neuem.
Und sollte mir diese Gnade nicht zuteil werden,
so seien meine Sünden benetzt von meinen Tränen.

Öffne meinen Mund dem Fließen des Blutes,
das heilig quillt aus Deiner Seite:
Wie ein Kind am Busen der Mutter,
das gierig sucht die Mutterbrust.

Dann kann ich die Freude trinken
und jubele im Heiligen Geist
und köstlich wird munden dieser Kelch,
der Kelch der reinen Liebe, des unvermischten Weins.

Du bist dem vergänglichen Menschen das bleibende Geschenk.
Du bist es, der die Geschöpfe beschenkt,
die sterblichen und die unsterblichen.

Schenke Dich mir als Gnadengabe,
Du, der an alle das Leben austeilt.

Amen

Madeleine Delbrêl: Gott einen Ort sichern

Herr,
lass uns unser Leben leben,
weder wie ein Schachspiel, wo alles gerechnet wird,
noch wie ein Match, wo alles schwierig ist,
noch wie ein Theorem, das unseren Kopf zerbricht,
sondern wie ein unendliches Fest
wo sich dein Begegnen erneuert,
wie ein Ball,
wie ein Tanz,
in den Armen deiner Gnade,
in der universalen Musik der Liebe.
Herr, komm, uns einzuladen.

[zit. n. Madeleine Delbrêl, Gott einen Ort sichern. Texte-Gedichte-Gebete, hrsg. von Annette Schleinzer, Kevelaer 2007, 78]

Mariengebet

Heilige Maria, Mutter Gottes,
du hast der Welt
das wahre Licht geschenkt,
Jesus, deinen Sohn — Gottes Sohn.
Du hast dich ganz
dem Ruf Gottes überantwortet
und bist so zum Quell der Güte geworden,
die aus ihm strömt.
Zeige uns Jesus. Führe uns zu ihm.
Lehre uns ihn kennen und ihn lieben,
damit auch wir selbst
wahrhaft Liebende
und Quelle lebendigen Wassers
werden können
inmitten einer dürstenden Welt.
Benedikt XVI. (aus Enzyklika. „Deus caritas est“ 2005)