Gebet zu Antonius dem Einsiedler

Gebet zu Antonius dem Einsiedler

Der Gedenktag vom hl. Antonius dem Einsiedler, auch Antonius der Große genannt, ist der 17. Januar. Die orthodoxe Kirche ehrt ihn an diesem Tag mit folgenden liturgischen Gebet aus dem Stundenbuch:

Mit den Strömen Deiner Tränen
hast Du in der Dürre der Einsamkeit den Garten bestellt /
durch Deine Rufe aus der Tiefe
brachten Deine Leiden hundertfache Frucht hervor /
Du bist ein hell strahlendes Licht für diese Welt geworden
durch die Wunder die Du wirkst +
Seliger Vater Antonius / tritt ein bei Christo unserem Gott
für das Heil unserer Seelen +

Als Bürger der Wüste und Engel im Leibe
bist Du zum Wundertäter geworden / Gott tragender Vater Antonius +
Durch Fasten / Nachtwachen und Beten empfingest Du himmlische Gnadengaben /
und hast die Kranken und die Seelen der Gläubigen /
die zu Dir kamen / wunderbar geheilt +
Ehre sei dem / der Dir die Kraft gab /
Ehre sei dem / der Dich krönte /
Ehre sei dem / der durch Dich allen Wesen Heilung wirkt +

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Gebet der hl. Gertrud von Helfta

Am 17.11. ist im deutschen Sprachraum der Gedenktag der Mystikerin Gertrud von Helfta (1256-1302). Ihr Gebet ermutigt sich ganz in den Willen des Vaters im Himmel zu versenken:

Lass meinen Geist so sehr in deinem Geist versinken bis auf den Grund in einem Nu, dass ich wahrhaftig in dir begraben und so ganz aus mir die Einung mit dir getragen werde, dass mein Grab in dir niemand kennt als deine lebendige Liebe allein, die es versiegeln möge.

 

 

Therese von Lisieux: Weiheakt an die barmherzige Liebe

Mein Gott! Glückselige Dreifaltigkeit, ich verlange danach, dich zu lieben und dahin zu wirken, dass du geliebt wirst…

Ich verlange danach, deinen Willen restlos zu erfüllen und zu der Herrlichkeit zu gelangen, die du mir in deinem Reich bereitet hast, mit einem Wort: Ich verlange danach, heilig zu werden; aber ich fühle meine Ohnmacht und ich bitte dich, mein Gott, sei Du selbst meine Heiligkeit. Weiterlesen

Gebet des Nerses Snorhali

Jesus, der eingeborene Sohn des Vaters, Dein Blut ist wirklich ein Trank!

Du hattest die Worte der Schrift erfüllt
und Deinen Geist dem Vater zurückgegeben,
da traf Dich die Lanze des Soldaten
und eine Quelle entsprang Deiner Seite:

Wasser, damit wir uns waschen am heiligen Taufquell,
Blut, damit wir es trinken im Geheimnis der Eucharistie,
wegen der Wunde der Frau, die hervorging aus der Seite Adams und durch die der erste Mensch gesündigt hat.

Ich bin aus einem Fleisch, das von der Ursünde gezeichnet ist.
Und von einem Blut, vermischt mit Ackererde.
Doch Du hast mich gereinigt mit dem Tau aus Deiner Seite.
Und dann – bin ich zurückgefallen in die Sünde.

Lass nicht zu, dass ich dort verbleibe.
In Deiner Güte wasche mich von neuem.
Und sollte mir diese Gnade nicht zuteil werden,
so seien meine Sünden benetzt von meinen Tränen.

Öffne meinen Mund dem Fließen des Blutes,
das heilig quillt aus Deiner Seite:
Wie ein Kind am Busen der Mutter,
das gierig sucht die Mutterbrust.

Dann kann ich die Freude trinken
und jubele im Heiligen Geist
und köstlich wird munden dieser Kelch,
der Kelch der reinen Liebe, des unvermischten Weins.

Du bist dem vergänglichen Menschen das bleibende Geschenk.
Du bist es, der die Geschöpfe beschenkt,
die sterblichen und die unsterblichen.

Schenke Dich mir als Gnadengabe,
Du, der an alle das Leben austeilt.

Amen

Madeleine Delbrêl: Gott einen Ort sichern

Herr,
lass uns unser Leben leben,
weder wie ein Schachspiel, wo alles gerechnet wird,
noch wie ein Match, wo alles schwierig ist,
noch wie ein Theorem, das unseren Kopf zerbricht,
sondern wie ein unendliches Fest
wo sich dein Begegnen erneuert,
wie ein Ball,
wie ein Tanz,
in den Armen deiner Gnade,
in der universalen Musik der Liebe.
Herr, komm, uns einzuladen.

[zit. n. Madeleine Delbrêl, Gott einen Ort sichern. Texte-Gedichte-Gebete, hrsg. von Annette Schleinzer, Kevelaer 2007, 78]

Mariengebet

Heilige Maria, Mutter Gottes,
du hast der Welt
das wahre Licht geschenkt,
Jesus, deinen Sohn — Gottes Sohn.
Du hast dich ganz
dem Ruf Gottes überantwortet
und bist so zum Quell der Güte geworden,
die aus ihm strömt.
Zeige uns Jesus. Führe uns zu ihm.
Lehre uns ihn kennen und ihn lieben,
damit auch wir selbst
wahrhaft Liebende
und Quelle lebendigen Wassers
werden können
inmitten einer dürstenden Welt.
Benedikt XVI. (aus Enzyklika. „Deus caritas est“ 2005)

Gebet für den reinen Glauben

Gott, Herr, gütiger und wahrer Gott, du mein Schöpfer und Erlöser, du hast mich bezeichnet mit dem heiligen Licht deines Angesichts, du hast mich freigekauft um den teuren Preis des Blutes deines eingeborenen Sohnes, du hast mich neu geschaffen in der Hoffnung auf das Leben durch die Taufe mit der Kraft deines Geistes:

Lass mich Satan, seinem Prunk und allen seinen Werken aus wahrhaftigem, vollkommenem und reinem Herzen heraus wirksam widersagen. Und lass mich an dich, Gott, meinen Schöpfer, durch Jesus Christus, deinen Sohn, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, durch die Wirkkraft des Heiligen Geistes mit einem aufrichtigen, brennenden Glauben, bekränzt mit lebenskräftigen Werken, getreu glauben, nur dir anhängen und bis ans Ende unerschütterlich bei dir ausharren. Amen

Hl. Gertrud von Helfta (aus “Geistliche Übungen”, übersetzt von Schwalbe/Zieger, St. Ottilien 2008)