Ideologieprojekt: staatliche Erziehungsanstalten?

Betrachtet man Ideologien aus historischer und philosophischer Sicht, geht es immer darum den Kampf um die Kindererziehung zu gewinnen. Staat, Gesellschaft, Zukunft findet nur mit und durch Kinder statt. Mittel, um Kinder in ideologisch geprägte, meist staatliche Ausbildungsstätten unterzubringen, waren früher einen politischen oder juristischen Druck auszuüben. Heute wird eine Freiwilligkeit für die Eltern manipuliert, ihre Kinder selbst, alternativlos, dorthin zu schicken. „Zum Wohl der Kinder“, als ob liebende Eltern nicht genauso gut erziehen könnten, als unterbezahlte Kinderbetreuer. „Zur Selbstverwirklichung der Elternteile“, als ob Kinder daran hindern würden. „Aus finanziellen Gründen“, denn hat man ein Wirtschaftssystem erst einmal so gestaltet, dass beide Elternteile arbeiten müssen, um mit ihren Kindern leben zu können, ist es eine „Wohltat“, wenn man sie (bald?) kostenlos in staatliche KiTas und Ganztagesschulen senden darf.

Welche Ideologie zeichnet sich hier ab? Verfolgen wir einige Spuren:

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Die sexuelle Revolution der „68er“ und ihre Folgen

Es ist der 31. Mai 2018. In der University of Notre Dame in Washington findet eine Konferenz von Wissenschaftlern statt, welche die Folgen der sexuellen Revolution seit der Studentenrevolte des Jahres 1968 beleuchtete. Auslöser dafür waren auch die im erschreckenden Maß zunehmende sexuelle Gewalt gegenüber Frauen und die Vermarktung ihres Körpers. Die Forscher betrachteten die Konsequenzen dieser sexuellen Revolution anhand von soziologischen, psychologischen, medizinischen und anderen Nachweisen. Das Material erlangte hinsichtlich der sogenannten „#MeToo-Debatte“ große Bedeutung. Dabei wurde von acht Wissenschaftlern über Empfängnisverhütung, Unfruchtbarkeit, Geschlechtskrankheiten, Pornografie, Leihmutterschaft und Menschenhandel referiert. Hier nur einige der Forschungsergebnisse: Weiterlesen

Die Frau ist das Herz der Familie

Die Unterordnung der Gattin unter den Gatten leugnet und beseitigt nun aber nicht die Freiheit, die ihr auf Grund ihrer Menschenwürde und der hehren Aufgabe, die sie als Gattin, Mutter und Lebensgefährtin hat, mit vollem Recht zusteht. Sie verlangt auch nicht von ihr, allen möglichen Wünschen des Mannes zu willfahren, die vielleicht unvernünftig sind oder der Frauenwürde weniger entsprechen. Sie ist endlich nicht so zu verstehen, als ob die Frau auf einer Stufe stehen sollte mit denen, die das Recht als Minderjährige bezeichnet und denen es wegen mangelnder Reife und Lebenserfahrung die freie Ausübung ihrer Rechte nicht zugesteht.

Was sie aber verbietet, ist Ungebundenheit und übersteigerte Freiheit ohne Rücksicht auf das Wohl der Familie. Was sie verbietet, das ist, im Familienkörper das Herz vom Haupt zu trennen zu größtem Schaden, ja mit unmittelbarer Gefahr seines völligen Untergangs. Denn wenn der Mann das Haupt ist, dann ist die Frau das Herz, und wie er das Vorrecht der Leitung, so kann und soll sie den Vorrang der Liebe als ihr Eigen- und Sonderrecht in Anspruch nehmen.

 

Pius XI.: Enzyklika Casti connubii (27)

31. Dezember 1930

Wege zur Eucharistie bei Sünden wider der Ehe

Kardinal Ennio Antonelli ging sehr positiv auf das nachsynodale Schreiben „Amoris laetitia“ von Papst Franziskus ein. Der Kardinal betont die Unauflöslichkeit der Ehe, nimmt aber ebenso die Anregungen des Papstes auf, überkommene Lehren der Kirche abzulegen oder in die Zeit zu übersetzen. In einem Büchlein (Per vivere l‘ „Amoris laetitia“. Spunti di discernimento pratico), das im Juni 2016 in Mailand erschienen ist, bietet er grundlegende Hilfestellungen zur Umsetzung des päpstlichen Dokuments an, die sowohl im Pastoral als auch für die Gläubigen dienlich sind. Das Büchlein ist inzwischen in der Erzdiözese Florenz, Triest und Moskau als offizielle Richtlinie anerkannt. Es beinhaltet 7 Schritte, mit denen Gläubige, die sich in einer objektiv ungeordneten Situation in ihrer Ehe befinden, ihr Gewissen schulen und zur Eucharistie zugelassen werden können. Weiterlesen

Aus Amoris laetitia – Tipps für eine gelingende christliche Ehe

Amoris laetitia wird oft missverstanden, viele lesen und interpretieren nur das, was sie lesen wollen. Einige reduzieren das nachsynodale Schreiben auf eine Richtlinie für den Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen in der Kirche. Dabei ist Amoris laetitia ein Geschenk der Kirche an die Ehepartner, damit sie ihre Ehe in einer von Gott ausgehenden Liebe fruchtbar gestalten. Papst Franziskus hielt in einigen geradezu poetischen Textpassagen wunderbare Tipps für eine gelingende christliche Ehe fest. So wird AL auch zu einem wertvollen Begleiter für Ehepaare und all jenen, die ihren verehelichten Brüdern und Schwestern in der Kirche Hilfestellung, Trost, Ermutigung und Rat in ungeordneten Situationen geben wollen. Hier einige Zitate aus AL 224, 226, 227:

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Die Liebe als Kindheit

„Wie Mann und Frau so wächst auch das Kind vom Andern her mit sich zusammen, wandert es durch das elterliche Du in die Landschaft seines Daseins hinein. Es achtet sich, weil es geachtet wird; es nimmt sich an, weil es angenommen ist; es baut sein Leben auf, weil es aufgebaut wird; es gewinnt Ortschaft in der Welt, weil der Ort ihm im Raum des Wohnens, der Wiege und des Hauses vorweg bereitet ist; es beginnt sich leibhaftig zu begreifen, weil es immer schon getragen, „ausgetragen“, von den leiblichen Sinnen der mütterlichen Liebe ergriffen und begriffen, umhegt, umsorgt worden ist. (…) Seine Zukunft erschließt sich ihm aus der Herzmitte des Du-Wir von Vater und Mutter. Es kommt zur Sprache, weil es angesprochen wird. Die Eltern öffnen ihm die Welt, die sich dem Kind nur insoweit auftut, als sie ihm durch die Gegenwart der Freiheit des Du aufgetan ist. Im Licht des Du beginnt die Welt zu reden. Das Wort des Andern entdeckt dem Kind die Worthaftigkeit der Welt. Weil es geliebt wird, vermag es zu lieben.“

„Das spielende Kind enthüllt die Wahrheit, dass sich das Sein nicht im Verursachen erschöpft, dass es primär nicht das Hervorbringen einer Wirkung, eines Werkens anzielt, sondern ein sich selbst genügender (=freier!) Reichtum ist.“

 

Ferdinand Ulrich: „Der Mensch als Anfang: Zur philosophischen Anthropologie der Kindheit“, S. 69f./137.

Zum Tag der sozialen Medien: Was die Selbstsexualisierung von jungen Mädchen lehrt

Heute wächst eine Generation auf, in deren Lebenswelt soziale Medien eine große Rolle spielen. Online- und Offline-Realitäten werden oft nicht mehr unterschieden, die Inszenierung des Ich auf Facebook & Co soll mit der Wahrnehmung des Ich durch die Freunde identisch sein. Viele der Selbstdarstellungen wirken dabei wie ein Hilfeschrei nach emotionalen Halt und Beachtung. Gerade für Mädchen wird das Smartphone zur Nabelschnur hin zu ihrer Kuschelgruppe in der Schule. Ihre Selfies wollen durch Kussmund, groß geschminkte Kulleraugen und Dekolleté innerhalb ihrer Clique um Anerkennung und Beachtung werben. Dieses süß-sexy-Image lehnt sich dabei an das nur wenige Klicks entfernte Porno-Angebot des Webs an. Es wird zum Symptom einer Verwahrlosungstendenz, die sich in Ganztagesschulen und emotional belasteten Familienverhältnissen entwickeln, sie spiegeln familiäre Bindungserfahrungen wider.

Allerdings gleiten viele Schulmädchen nicht gleich ins Extreme ab, ihre Selbstunsicherheit wird in symbiotischen Mädchenfreundschaften oder sexualisierte Ich-Entwürfe kompensiert. Besonders junge Mädchen scheinen überall in der Welt mit ihrem Smartphone verwachsen zu sein. So lange sie wach sind, basteln sie an ihrem Social-Media-Auftritt und halten Kontakt zu ihrer Clique oder inszenieren ihre Mädchenfreundschaften. Alles was zählt, ist hübsch auszusehen und beliebt zu sein, eben dazu zu gehören. Dabei weben sie auch an einem Image des verkannten Stars. Pubertät trifft auf moderne Medien, aber erklärt dies alles? Weiterlesen