Theologie und Pastoral 3.0

Hinsichtlich der Theologie und Pastoral zu Beginn des 3. christlichen Jahrtausends wurde in vielen deutschen Bistümern eine Zentralisierung und Straffung der Seelsorge angedacht oder wird bereits umgesetzt. Sowohl Gläubige als auch Amts- und Würdenträger innerhalb der Kirche vermissen an diesen Konzepten oft die notwendige Ausrichtung auf den Willen Gottes, weil man sich allzu sehr nach weltlichen und organisatorischen Bedürfnissen ausrichtet. Vieles scheint selbst ausgedacht, und im falschen Bewusstsein der „Nabel der Welt“ zu sein, verweigert man sich von dem Guten, das in anderen Nationen bereits umgesetzt wird, lernen zu wollen. Zu dieser Trägheit mag wohl auch die Sicherheit entsprechender Kirchensteuermittel beitragen. Weiterlesen

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Hl. Franz von Sales: Theologie des Herzens

Hl. Franz von Sales: Theologie des Herzens

Wenn dein Herz wandert oder leidet, bring es behutsam an seinen Platz zurück und versetze es sanft in die Gegenwart Gottes. Und selbst dann, wenn du nichts getan hast in deinem Leben, außer dein Herz zurückzubringen und wieder in die Gegenwart Gottes zu versetzen – obwohl es jedes Mal wieder fortlief, wenn du es zurückgeholt hattest -, dann hat sich dein Leben wohl erfüllt.

Die Hauptübung der christlichen Theologie besteht darin, im Grunde des Herzens mit Gott zu reden und Gott reden zu hören. Und weil diese vertrauliche Unterredung durch sehr heimliche Regungen und Eingebungen vor sich geht, nennen wir sie das Zwiegespräch des Schweigens. Das Auge spricht zum Auge, das Herz zum Herzen; und niemand versteht, was gesprochen wird, außer die heiligen Liebenden, die miteinander reden.

Zu großen Taten ist selten Gelegenheit, die kleinen aber begegnen uns zu Hunderten. Herr, lass uns sorgfältig und liebevoll die kleinen Dinge tun.

 

hl. Franz von Sales

Pico della Mirandola: Über die Würde des Menschen

Pico della Mirandola: Über die Würde des Menschen

Renaissance und Humanismus wurden lange Zeit als antichristliche Erscheinungen betrachtet. Eine solche Auffassung entstand, weil die Theologie des Humanismus in der Forschung fast verschämt behandelt worden ist und nur wenige glänzende Namen des christlichen Humanismus überlieferte. Pico della Mirandola (1463-1494) ist einer der zu wenig beachteten Vertreter dieses christlichen Humanismus, obwohl er doch als „Novalis der Renaissance“ gilt. Seine anziehende Persönlichkeit war fein gebildet, weitherzig und bei aller Begeisterung für das Schöne und Wahre doch fromm und demütig. Er war ein Gelehrter, der durch die Tiefe der Gedanken und praktischen Lebensweisheiten dem modernen Menschen viel zu geben hat. Gerade in der Anfangszeit der Aufklärung ließ er die Hoffnung keimen, dass Humanismus aus dem Christentum schöpfend einen fruchtbaren Weg zu Gott darstellt. Weiterlesen

„Es ist gut, dass ich bin“. Eine Botschaft nicht nur für junge Menschen

„Es ist gut, dass ich bin“. Eine Botschaft nicht nur für junge Menschen

Papst em. Benedikt XVI. setzte mit Begeisterung die Inspiration der Weltjugendtage des hl. Papstes Johannes Paul II. fort. Er stattete sie mit theologischer Tiefe aus und setzte die Eucharistie und die eucharistische Anbetung in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. In der Ansprache zum Weihnachtsempfang für die Mitglieder der Römischen Kurie am 22. Dezember 2011 im Sala Clementina sagte Papst em. Benedikt XVI. folgendes:

„Schließlich möchte ich als letztes, nicht zu übersehendes Kennzeichen der Spiritualität der Weltjugendtage die Freude nennen. Woher kommt sie? Wie erklärt sie sich? Sicher wirken viele Faktoren zusammen. Aber der entscheidende ist nach meinem Dafürhalten die aus dem Glauben kommende Gewissheit: Ich bin gewollt. Ich habe einen Auftrag in der Geschichte. Ich bin angenommen, bin geliebt. Weiterlesen

Steckbrief: Roger Bacon

Steckbrief: Roger Bacon

Der englische Philosoph wurde nicht vor 1214 in Ilchester geboren. Er war Franziskaner und studierte in Oxford und Paris. Bekannt wurde er vor allen durch seine naturwissenschaftlichen Experimente, bei denen er die empirische Methode einführte. Später vollzog er auch magische und okkulte Praktiken und beschäftigte sich mit Astronomie und Astrologie, was im Widerspruch zur christlichen Lehre stand. Weiterlesen

Die Auferstehung des Herrn – eine historisch-kritische Betrachtung

Die Auferstehung des Herrn – eine historisch-kritische Betrachtung

Die Auferstehung des Herrn wird von manchen Bibelinterpretationen als oftmals rein psychogene Projektion der damaligen Menschen gedeutet. Dabei wird übersehen, dass die Texte eben gerade nicht aussagen, dass in den Seelen der enttäuschten Jünger ein Glaube an die Auferstehung entsteht und dieser dann Visionen hervorbringt, sondern dass erst die Erscheinung des Auferstandenen den Glauben an seine Auferstehung hervorbrachte. Eine rein psychogene Projektion bedarf bestimmter Voraussetzungen und Verständnisvorgaben. Wer also damals die Gewissheit erlangte, Jesus sei auferstanden, musste in irgendeiner Form mit einer Auferstehung rechnen können.

Die Jünger kannten in ihrem jüdischen Denken nur einen Platz der Auferstehung von den Toten: am Ende der Geschichte, am Ende der Welt, wenn Gott sie aus den Gräbern holt. Doch dies war nicht im vollen Umfang geschehen und die Welt war immer noch die alte. Aber dennoch predigen die Apostel von der Auferstehung Jesu, denn sie gehen aufgrund ihrer eigenen Auferstehungserfahrung des Herrn davon aus, dass die Neugestaltung der Dinge, der Welt bereits begonnen hat. Rein religionsgeschichtlich ist die Entstehung einer solchen Auffassung aus einer lediglich nur psychogenen Projektion äußerst unwahrscheinlich und wäre einzigartig. Das wirft auch einen völlig anderen Blick auf die Interpretationen der Naherwartung in der Hl. Schrift.
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Yoga und Zen vs. christliche Spiritualität

Mystik, Ritual, Kult, das sind Begriffe und Lebenswirklichkeiten, die heute im Westen trotz der Säkularisierung der Welt immer mehr geschätzt werden. Allerdings meint man damit mehr östliche Spiritualität, eigene christliche Wurzeln sind verpönt und aus dem kritischen Rationalismus der Moderne entwickelt sich immer mehr ein abergläubischer Irrationalismus der Postmoderne. Deshalb ist es wichtig den Unterschied zu erkennen zwischen dem, was außerchristlich an „religiösem“, „transzendentalem“, „mystischem“ und „spirituellem“ läuft und dem, was das Christentum unter Spiritualität versteht. Dies vor allen deswegen, weil auch im innerkirchlichen Bereich immer mehr eine Vermischung stattfindet, man denke nur an die zahlreichen Yoga- und Zen-Kurse in katholischen Bildungseinrichtungen.
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