Das Gute im Leid!?

Dies ist kein Versuch die Theodizeefrage zu lösen, aber die menschliche Erfahrung über das Leid kann zumindest zu einer Erkenntnis führen, wo man das Gute im Leid findet. Natürlich soll dabei nicht darüber hinweg gesehen werden, dass Leid beim Menschen in Leib und Seele tiefe Wunden hinterlässt, aber Leid bewirkt auch: Weiterlesen

Im leiden für Andere ist Rettung

Als unser Herr Jesus Christus seinen Leidensweg bis ans Kreuz begann, gab er dem Leid in seiner Menschlichkeit durch seine Göttlichkeit einen ultimativen Sinn: die Erlösung, die Rettung des Menschen. Im Kreuzestod des Herrn wird auch dem Menschen ein Sinn in dessen Leid geschenkt. Alles, was der Mensch durchleiden kann, hat auch der Herr durchlitten und damit mit Sinn erfüllt.

Diese Sinngebung des Leids konnte aber nur durch den Herrn geschehen, weil er uns zuerst geliebt hat und weil er seinen Vater im Hl. Geist liebt, weil er Gott ist. Die Liebe des Herrn zu uns ließ ihn leiden, damit wir erlöst werden, die Liebe zum Vater ließ ihn gehorsam sein. Dieser Gehorsam war kein sklavischer Gehorsam, es ist ein hören, ein hinhören auf den Willen des Vaters, so wie auch der Mensch darauf hört, was ein geliebter anderer Mensch ihm sagt.

Aus Liebe gehorsam sein, aus Liebe zu Jesus Christus leiden, das können auch wir Menschen. Weiterlesen

„Sagt Dank bei allem“. Aber warum und wie?

Ich lese in der Hl. Schrift bei Paulus (1Thess 5:18): „Sagt Dank bei allem! Denn das ist Gottes Wille in Christus Jesus für euch.“ Nun gibt es Unglücke, Situationen, Menschen, bei denen sich alles in mir sträubt Gott dafür zu danken. Anderseits spricht Gott in der Hl. Schrift klar davon, dass Dankbarkeit für alles sogar Gottes Wille für mich ist. Und wenn ich das Vaterunser bete: „Dein Wille geschehe“, dann würde ich lügen, wenn ich undankbar bin. Warum und wie soll also diese Dankbarkeit in allem funktionieren? Hier ein paar Gedanken dazu: Weiterlesen

Der Weinstock – eine biblische Karriere

In der Hl. Schrift begegnen uns viele Bilder und Symbole, deren Entsprechungen in der Kultur des Volkes Israel verwurzelt sind. Diese Bilder und Symbole stammen aus frühester Zeit, die meist auf eine menschliche Naturbeobachtung verweisen, deren Charakter zu einem Element der Erinnerung wird. Eine Naturbeobachtung, gerade wenn sie unerklärlich scheint, wird dann einer vergöttlichten Naturkraft, oder beim Volk Israel eben dem einen Gott zugeordnet. So wird etwa aus der Wanderung durch das von Gott geteilte Rote Meer aus einer geschichtlichen Naturerscheinung später eine Erinnerung des ganzen Volkes, das es eng mit einer symbolischen Bedeutung des Wassers verknüpft. Oft wird aus einer symbolischen Bedeutung im Erinnern ein Symbol der Hoffnung und weist somit in die Zukunft. Wasser, Blut, Wein oder der Weinstock sind darum spezielle Symbole in der Hl. Schrift mit einer konkreten Bedeutung. Betrachten wir einmal besonders den Weinstock. Weiterlesen

Christen und Verbitterung

Eine Betrachtung zum Hebräerbrief.

Eine Verbitterung kann ein Leben lang anhalten. Man wurde verletzt oder glaubt verletzt worden zu sein und trägt diese Verwundung mit sich. Der Mensch kann in eine Opfermentalität verfallen, die ihm das Gefühl gibt ständig unrecht behandelt, ausgenützt, missverstanden und nicht geliebt zu werden. Solch verbitterte Menschen schaden sich und ihre Umwelt, ihre Nächsten. Sie vertragen keine berechtigte Kritik an ihrem Verhalten, werden dadurch sogar in ihrer Verbitterung bestätigt, zumal bald auch Mitmenschen sie meiden. Christen haben in Jesus Christus einen Retter aus dieser Misere, doch auch Christen können trotzdem in ihrer Verbitterung verbleiben.

Paulus zeigte im Hebräerbrief auf, was die Ursachen für diese bleibende Verbitterung sind. Er schreibt in Hebr 2:2-3: „Denn wenn schon das durch Engel verkündete Wort verpflichtend war und jede Übertretung und Missachtung gebührende Vergeltung empfing, wie werden dann wir entrinnen, wenn wir nicht achten auf ein so großes Heil, dessen Verkündigung ihren Anfang nahm durch den Herrn und das von jenen, die sie hörten, beglaubigt wurde für uns?“ Das Verharren in der Verbitterung beginnt bei Christen also mit der Missachtung des Wortes Gottes. Wer den Herrn ignoriert, der ignoriert sein Wort und seinen Wunsch für unsere Heilung und Heiligung. Man zweifelt am Wort des Herrn und seinen Verheißungen, man liest nicht mehr in der Hl. Schrift und lässt sich nicht mehr inspirieren, heiligen. Das Wort von der Umkehr, dem ändern der Perspektiven dringt nicht mehr in den Verstand und von dort in das Herz vor. Und so kann die zweite Stufe der Verbitterung eintreten, vor der Paulus warnt (Hebr 3:12-13): Weiterlesen

Ein Fastenlächeln in der Freude Gottes

In der Bergpredigt mahnt uns der Herr: „Wenn ihr fastet, so schaut nicht finster drein wie die Heuchler; denn diese entstellen ihr Antlitz, damit die Menschen sehen, daß sie fasten“ (Mt 6:16a). Sein Antlitz entstellen bedeutet auch als Ebenbild Gottes dessen Antlitz zu entstellen. Als Kinder Gottes dürfen wir jedoch an der Freude des Herrn teilhaben und diese Freude soll uns Christen stets anzusehen sein, auch, ja gerade in der Fastenzeit. Thomas von Aquin unterscheidet die Freude an Gott von der Freude darüber, dass wir ihn „besitzen und genießen“ dürfen. Doch der ersteren Freude räumt er den Vorrang ein: „So ist denn die Freude keine von der Gottesliebe unterschiedene Tugend, sondern ist Akt oder Wirkung der Gottesliebe“. (1) Es ist also die Gottesliebe, die uns freudig und lächelnd fasten lässt.

Auch ein Heiliger der Ostkirche, Seraphim von Sarow, bestätigt, dass es unsere Gottesliebe ist, welche die Freude Gottes in die Seele einpflanzt. Es ist eine Freude vom Heiligen Geist und im Heiligen Geist, die man wirklich fühlen kann, durch eine Wärme, einen Wohlgeruch und einen tiefen inneren Frieden. „Wenn der Geist Gottes in eine Seele herabsteigt und sie mit Seiner Fülle durchdringt, verspürt sie unaussprechliche Freude, denn Er bringt Freude hervor in allem, was er berührt“. (2) Gerade in der Fastenzeit kann man seine Seele durch Schärfung der Sinne und des Geistes sensibler für die Berührung Gottes gestalten, die Freude hervorruft. Diese Freude in der Berührung durch Gottes Geist lässt uns lächeln.
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Betrachtung zum Buch Job

Das Buch Job ist keine einfache Kost. Für Sinn und Wert des Buches Job, das zur Weisheitsliteratur gehört, also weder Legende, noch Geschichtsbuch ist, ist die Geschichtlichkeit der Hauptpersonen zunächst nicht entscheidend. Das Buch Job will dem Menschen sagen: Der Mensch ist nur Hauch. Aber zugleich ist es ein Buch der Menschenwürde, denn es sagt nämlich ebenso: Unsere Menschenwürde ist das Erkennen der Berufung Gottes Ebenbild zu sein, vor allen in seiner Liebe. Wir erlangen diese Menschenwürde, wenn wir uns selbst besiegen, im Glauben und in der Liebe zu Gott. Satan hingegen bezweifelt unsere Fähigkeit dies zu vollbringen und will uns darum auch unserer Menschenwürde berauben. Das Buch lehrt also: Gotteserkenntnis setzt Selbsterkenntnis voraus. Die Selbsterkenntnis, uns im Elend wahrzunehmen und demütig vor Gott zu werden, wie Job es auch tat. In dieser Phase fragt der Mensch die grundsätzliche Gottesfrage: Warum lässt der allmächtige Gott das zu?

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