Der islamische Wallfahrtsort Nebi Musa

An der Straße von Jerusalem Richtung Totes Meer weist ein Schild kurz vor der Abbiegung nach Jericho auf Nebi Musa hin. Nach ein paar hundert Metern trifft man mitten in der judäischen Wüste auf eine prächtige Karawanserei. Grüne und weiße Kuppeln bekrönen sie, ein ausgedehntes Friedhofsgelände umgibt sie. „Nebi“ oder auch „Nabi“ bedeutet im Arabischen „Prophet“ und „Musa“ ist der Name für Moses. Der große Komplex ist fast quadratisch und in der Mitte befindet sich eine Moschee. Davon etwas abgesondert erblickt man einen sechs Meter langen und zwei Meter hohen Kenotaph. Im Hof der Karawanserei sind Zisternen, Toiletten und Waschräume, wichtig für moslemische Gläubige. Die rings um die Moschee angeordneten zweistöckigen Gebäude sind Pilgerunterkünfte, die einfachen Räume sind offen, mit Steinbänken als Betten versehen und bieten Kühlung in der heißen Wüstenluft. Weiterlesen

Laotse spricht:

Wer andere erkennt, ist gelehrt.
Wer sich selbst erkennt, ist weise.
Wer andere besiegt, hat Muskelkräfte.
Wer sich selbst besiegt, ist stark.
Wer zufrieden ist, ist reich.
Wer seine Mitte nicht verliert, der dauert.

Aus Amoris laetitia – Tipps für eine gelingende christliche Ehe

Amoris laetitia wird oft missverstanden, viele lesen und interpretieren nur das, was sie lesen wollen. Einige reduzieren das nachsynodale Schreiben auf eine Richtlinie für den Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen in der Kirche. Dabei ist Amoris laetitia ein Geschenk der Kirche an die Ehepartner, damit sie ihre Ehe in einer von Gott ausgehenden Liebe fruchtbar gestalten. Papst Franziskus hielt in einigen geradezu poetischen Textpassagen wunderbare Tipps für eine gelingende christliche Ehe fest. So wird AL auch zu einem wertvollen Begleiter für Ehepaare und all jenen, die ihren verehelichten Brüdern und Schwestern in der Kirche Hilfestellung, Trost, Ermutigung und Rat in ungeordneten Situationen geben wollen. Hier einige Zitate aus AL 224, 226, 227:

Weiterlesen

Thomas von Aquin. Über Recht und Staat

Der vorangegangene Beitrag behandelte die Lehren von Thomas von Aquin über Erkenntnis, Anthropologie, Ethik, Moral und Kunst. Der Dominikanermönch, der von 1224 bis 1274 lebte, machte sich ebenso Gedanken über das Recht und den Staat.

Thomas stellt die Frage: Was ist die Grundlage des Rechts?

Er kommt dabei zu der Überzeugung, dass es das Naturrecht ist. Dieses kommt von der Natur des Menschen. Der Mensch hat Sehnsucht nach Leben, Selbsterhaltung, Selbstentfaltung. Er strebt nach Partnerschaft, Familie, Wissen, Wahrheit und wahrer Information. Er hat ein Recht auf Bildung, Gemeinschaft und Gesellschaft.

Er fährt nun in seinen Fragestellungen fort: Wie müssen dann die menschlichen und staatlichen Gesetze beschaffen sein? Weiterlesen

Thomas von Aquin. Über Erkenntnis, Anthropologie, Ethik, Moral und Kunst

Der Dominikanermönch Thomas war in Köln Schüler von Albertus Magnus (siehe meinen Beitrag) und lebte von 1224 bis 1274. Der Mönch galt als schweigsam und war recht beleibt. Sein Charakter wird als gütig, demütig, rein und sensibel beschrieben. Er ist einer der bedeutendsten philosophischen Vertreter der spätmittelalterlichen Scholastik und dennoch sagte er an seinem Lebensende: „Alles, worüber ich nachsann ist Stroh gegenüber der Größe Gottes“. Er entwickelte ein umfassendes und ausgewogenes System des christlichen Lebens und etablierte einen dauernden Maßstab. Alle seine Lehren der Theologie und Philosophie stellt er auf den Boden der Heiligkeit. Hier der erste Teil einer kurzen Zusammenfassung seiner umfangreichen Lehren. Weiterlesen

Wie Gott die Schöpfung liebt

Gott hat allein die Welt erschaffen. In ihr ist seine Überfülle und seine Liebe angelegt. So ist die Welt groß und kostbar vor Gott.

Gott hat gewollt, dass die Welt nicht nur ist, sondern dass sie in lebendigem Bewusstsein ersteht. Die Welt als seine Schöpfung soll erkannt sein, nicht nur von Gott, sondern vom Geschöpf selbst. So hat er den Menschen erschaffen und ihm die Fähigkeit gegeben Dinge anzuschauen und ihr Wesen zu verstehen. Sie sollen die Gesetze begreifen, nach denen die Schöpfung gebaut sind und das Geschehen, welches sich aus deren Wirken ergibt. Die Dinge tauchen dadurch im Geist des Menschen auf, sie werden noch einmal geschaffen, nun in der Form der Wahrheit. Und Gott wollte noch mehr: Weiterlesen

„Sagt Dank bei allem“. Aber warum und wie?

Ich lese in der Hl. Schrift bei Paulus (1Thess 5:18): „Sagt Dank bei allem! Denn das ist Gottes Wille in Christus Jesus für euch.“ Nun gibt es Unglücke, Situationen, Menschen, bei denen sich alles in mir sträubt Gott dafür zu danken. Anderseits spricht Gott in der Hl. Schrift klar davon, dass Dankbarkeit für alles sogar Gottes Wille für mich ist. Und wenn ich das Vaterunser bete: „Dein Wille geschehe“, dann würde ich lügen, wenn ich undankbar bin. Warum und wie soll also diese Dankbarkeit in allem funktionieren? Hier ein paar Gedanken dazu: Weiterlesen