Maria Eschbach: Betrachtung zur Hl. Schrift

Maria Eschbach: Betrachtung zur Hl. Schrift

Ort der Handlung ist die Erde,
Ziel der Handlung ist das Heil.
Singe wie ein Kind davon,
eingemischt in deine Lieder,
Licht und Dunkel jede Stunde.

Offen trägt der Morgenwind
sie durch das Verderben weiter
gegen die Geheimniskrämer.
Sie verkaufen Kinderglauben
bis zu ihrem letzten Tag.

Der Verrat verkleidet sich
in die Form von leeren Fragen,
eingefärbt die letzte Silbe.
Sie vertauschen Wort und Sinn,
vorgefertigt in Beweisen.

Aug in Aug beginnt das Ringen.
Löse sorgsam Wort für Wort
aus den Schlingen der Verfolger!
Hebe sie in meine Hand,
dass sie ihre Flügel öffnen.

Maria Eschbach: Das weiße Kleid 67, Einsiedeln 1986

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Pico della Mirandola: Über die Würde des Menschen

Pico della Mirandola: Über die Würde des Menschen

Renaissance und Humanismus wurden lange Zeit als antichristliche Erscheinungen betrachtet. Eine solche Auffassung entstand, weil die Theologie des Humanismus in der Forschung fast verschämt behandelt worden ist und nur wenige glänzende Namen des christlichen Humanismus überlieferte. Pico della Mirandola (1463-1494) ist einer der zu wenig beachteten Vertreter dieses christlichen Humanismus, obwohl er doch als „Novalis der Renaissance“ gilt. Seine anziehende Persönlichkeit war fein gebildet, weitherzig und bei aller Begeisterung für das Schöne und Wahre doch fromm und demütig. Er war ein Gelehrter, der durch die Tiefe der Gedanken und praktischen Lebensweisheiten dem modernen Menschen viel zu geben hat. Gerade in der Anfangszeit der Aufklärung ließ er die Hoffnung keimen, dass Humanismus aus dem Christentum schöpfend einen fruchtbaren Weg zu Gott darstellt. Weiterlesen

Das Ende ist nahe – Die Rückkehr des Königs

Die Rückkehr des Königs, Jesus Christus, war zentraler Bestandteil der ersten Predigten (siehe etwa Apg 3:19-21; 2Thess 2:5). Die Verkündigung Jesu beinhaltete sie zu fast 10 %. Eine Vielzahl von Bibelstellen geben erst Sinn im Lichte der Endzeit. Liest man sie gemeinsam und nicht spiritualisiert, ergeben sie eine klare „Storyline“. Damit ist als Christ die Beschäftigung damit wichtig (Mt 24:37; 25:13). Es geht nicht um die spekulative Befriedigung der Neugier, sondern um Offenbarung Jesu (Offb 1:1). Papst em. Benedikt XVI. sagt deshalb: Die Lehre von Jesu Wiederkunft ist die „zweite Säule des christlichen Bekenntnisses“ . Weiterlesen

Zu viele Förster in den Städten!

Förster brauchen geländegängige Fahrzeuge. Sie sind breit und wirken protzig, haben zuschaltbaren Allrad. Im Wald versperren sie nur wenigen Verkehrsteilnehmern die Sicht, die sogenannten Sportive Usability Vehicles, kurz SUV’s, aber in der Stadt schon. Die sportlichen Nutzfahrzeuge sind groß und schwer, haben viele Pferdestärken unter den Motorhauben und besitzen dazu den entsprechenden Spritverbrauch. 20 Liter auf 100 Kilometer sind umweltfreundlicher, als ein Diesel-Kleinwagen mit vom Hersteller manipulierten Abgaswerten, so denkt auch der wohlhabende Grüne-Wähler, außer er fährt gleich seinen 78000-Euro-Tesla. Die SUV’s jedoch, die Standardfahrzeuge der Förster, werden nun im großen Maßstab als gepanzerte Stadtwagen genutzt und dort gegen Fußgänger und Fahrradfahrer eingesetzt. Weiterlesen

Fénelon: Rechter Dienst und rechte Liebe

Fénelon: Rechter Dienst und rechte Liebe

Man weiß recht gut, dass man Gott dienen und ihn lieben muss, wenn man selig werden will. Aber man möchte an diesem Dienst und an dieser Liebe alles streichen, was eine Last bedeutet, und nur das Angenehme behalten. Man möchte ihm dienen unter der Bedingung, dass man ihm nur Worte zu geben braucht und kurze Zeremonien, deren wir bald überdrüssig werden!

Man möchte ihn lieben, unter der Bedingung, dass man neben ihm und vielleicht noch mehr als ihn alles lieben darf, was er nicht liebt und als Eitelkeit der Welt verdammt.

Man möchte ihn lieben, aber unter der Bedingung, dass man in keiner Weise die blinde Liebe zu sich selbst beschneiden muss, die bis zur Abgötterei geht: statt dass wir für Gott da sind, für den wir geschaffen sind, wollen wir vielmehr, dass er für uns da ist; wir suchen nur dann Hilfe und Trost bei ihm, wenn die Geschöpfe uns im Stich lassen.

Man möchte ihm dienen und ihn lieben, unter der Bedingung, dass es uns gestattet werde, uns seiner Liebe zu schämen, sie wie eine Schwachheit zu verbergen, über ihn zu erröten wie über einen Freund, der es nicht verdient, geliebt zu werden; nur gewisse äußere Pflichten der Religion zu erfüllen, um Ärgernis zu vermeiden, im übrigen aber nach dem Willen der Welt zu leben und Gott nichts zu geben als nur, was die Welt erlaubt.

Was ist das für ein Dienst, was ist das für eine Liebe?

Francois de Salignac de La Mothe-Fénelon (1651-1715), katholischer Erzbischof

„Es ist gut, dass ich bin“. Eine Botschaft nicht nur für junge Menschen

„Es ist gut, dass ich bin“. Eine Botschaft nicht nur für junge Menschen

Papst em. Benedikt XVI. setzte mit Begeisterung die Inspiration der Weltjugendtage des hl. Papstes Johannes Paul II. fort. Er stattete sie mit theologischer Tiefe aus und setzte die Eucharistie und die eucharistische Anbetung in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. In der Ansprache zum Weihnachtsempfang für die Mitglieder der Römischen Kurie am 22. Dezember 2011 im Sala Clementina sagte Papst em. Benedikt XVI. folgendes:

„Schließlich möchte ich als letztes, nicht zu übersehendes Kennzeichen der Spiritualität der Weltjugendtage die Freude nennen. Woher kommt sie? Wie erklärt sie sich? Sicher wirken viele Faktoren zusammen. Aber der entscheidende ist nach meinem Dafürhalten die aus dem Glauben kommende Gewissheit: Ich bin gewollt. Ich habe einen Auftrag in der Geschichte. Ich bin angenommen, bin geliebt. Weiterlesen

Von Jesus beten lernen

Mit fast dreizehn Jahren ging Jesus bei seiner Passahwallfahrt in den Tempel von Jerusalem und beginnt ein Stück weit sich innerlich von seinen Eltern zu entfernen. In ihm verspürt er das Wissen um den Willen des Vaters. Jesus betet zu „seinem“ Vater und tritt damit bewusst mit dem eigenen Leben vor Gott. Als Kinder Gottes dürfen auch wir Gott Vater nennen und all unsere Gebete mit dieser liebevollen Anrede beginnen, die besonders seine Nähe zu uns ausdrückt.

Am Ende der 40tägigen Fastenzeit begegnet Jesus dem Bösen mit der Macht des Gebets und einem Schriftwort. In Gegenwart Satans und widergöttlicher Elemente wendet sich Jesus in Ruhe an seinen Vater im Gebet und begibt sich nicht auf das Niveau des Widersachers hinab. Durch ein spontanes, kurzes Gebet zum Vater, das sich wiederholt, können auch wir der Versuchung widerstehen. Das Gebet und das Leben spendende Wort, das man durch das Lesen der Hl. Schrift erhält, baut einen Schutzwall im Innern des Menschen gegen zerstörerische und dunkle Mächte auf, ja sie prallen davon ab. Weiterlesen