Protestanten und Katholiken: „Allein die Schrift“ – ein falsches Prinzip?

„Allein die Schrift“ – dies ist ein Haupthindernis in der Verständigung zwischen den Protestanten und den traditionellen Kirchen. Für den Protestantismus ist das Prinzip „Sola scriptura“ schlechthin ein Dogma. Ohne dieses Verständnis führt jedes ökumenisches Gespräch zwangsläufig zu Missverständnissen und früher oder später wird bei theologischen Diskussionen dieses protestantische Denken die Frage aufwerfen: „Wo steht das in der Bibel?“. Wird keine entsprechende Bibelstelle genannt oder widerspricht die Auslegung der Interpretationspraxis seiner Gemeinde, weiß der Protestant, dass der Gesprächspartner unrecht hat. Aufgrund fehlender Schriftbelege  fallen deshalb für einen Protestanten Marien- und Heiligenverehrung, das Papstamt, die Apostolische Sukzession, das Fegefeuer sowie fünf der sieben Sakramente weg. Weiterlesen

Ephraem der Syrer: Von der Eucharistie

Am 9. Juni ist der Gedenktag von Ephraem der Syrer (306-373), Kirchenlehrer der orthodoxen und der katholischen Kirche. Er verstand es weitaus früher wie Dante als „Dichtertheologe“ die Lehre der Kirche in Poesie zu fassen, so dass er den Ehrentitel „Harfe des Hl. Geistes“ erhielt. Im Hymnus „De Fide“ 10, 8–10 schreibt er über die Hl. Eucharistie:

„In Deinem Brot verbirgt sich der Geist,

der nicht verzehrt werden kann;

in Deinem Wein ist ein Feuer,

das man nicht trinken kann.

Der Geist in Deinem Brot, das Feuer in Deinem Wein:

ein Wunder, das von unseren Lippen empfangen wird.

Der Seraphim konnte seine Hand nicht in die Nähe der glühenden Kohle bringen,

die nur vom Mund Jesajas berührt wurde;

seine Hände konnten sie nicht berühren und seine Lippen konnten sie nicht schlucken;

uns aber hat der Herr beides gewährt.

Das Feuer ist voller Zorn herabgestiegen, um die Sünder zu vernichten,

doch das Feuer der Gnade steigt auf das Brot herab und bleibt dort.

Statt des Feuers, das den Menschen vernichtet hat,

haben wir das Feuer im Brot gegessen

und sind lebendig geworden“

 

 

Pfingsten: Katholisch sein im Hl. Geist

Das Christentum ist wahrlich sensationell und faszinierend. Es lobt und preist einen Gott, der einen Namen hat: Elohim, Jahwe, Zebaoth. Es lobt und preist einen Gott, der eine Person ist, ein Du, ein Ich, ein Wir. Diese göttliche Person ist so ehrerbietungswürdig, dass die Juden seinen Namen nicht aussprechen. Sie nennen ihn und schreiben deshalb bewusst falsch. Diese göttliche Person ist geistig zwar letztlich unfassbar, aber dennoch anfassbar (1. Joh 1:1). Dieser unfassbar große Gott ist fassbar geboren in diese Welt hinein als Mensch.

Dieser große Gott ist der Vater aller Menschen, seine Gebote gelten für alle Menschen. Er offenbart sich dem Menschen aus seiner Dreifaltigkeit heraus. Diese Dreifaltigkeit ist die Einheit des Füreinander, wie Hans Urs von Balthasar sie ausdrückt. In ihr ist der Vater die schenkende Liebe, das Ich. Er ist die hingebende Liebe, die Essenz der Liebe, Gott ist deshalb Liebe. Der Sohn ist die empfangende Liebe, das Du. Er ist die dankende Liebe, die Essenz der Liebe, Gott ist deshalb Liebe. Der Hl. Geist ist die ausführende, die handelnde Liebe, das Wir. Er ist die verbindende, vereinigende Liebe, die Essenz der Liebe, Gott ist deshalb Liebe. In der Dreifaltigkeit wird durch ihre göttlichen Personen Beziehung gelebt, mitgeteilt. Gott ist Beziehung und will Beziehung – zu seiner Schöpfung und zu den Menschen. In Jesus Christus erniedrigte er sich hinab zum Menschen, reicht seine Hand. Weiterlesen

Die Liebe ist unser Anteil an Gottes Licht

Gott gibt dem Menschen Anteil an seinem göttlichen Licht durch die brennende Liebe und zwar auf 5 Arten:

  1. Durch das physische Licht (die Werke der Liebe)
  2. Durch das Licht der Vernunft (die Gedanken der Liebe)
  3. Durch das Licht des Glaubens (das Geschenk der Liebe)
  4. Durch das Licht der Gnade (die restlose Aufopferung aus Liebe)
  5. Durch das Licht der Herrlichkeit in der Hoffnung auf das Reich Gottes (die Vervollkommnung in der Liebe)

Unser Herr Jesus Christus ist das Licht der Welt, der in die Finsternis unserer Sünde kam, und lebt er in uns, sind wir die Lampe, die wir nicht verbergen sollen. In Jesus Christus haben wir Anteil an seiner Liebe im und zum Vater durch den Hl. Geist. Wenn wir in Demut nichts aus uns mitbringen, dann kann uns die barmherzige Vaterliebe umso schneller und gründlicher durchglühen, auf dass wir eins werden mit ihm, mit der Liebe, denn nur gleiches wird sich vereinen.

 

der emmauspilger

S.D.G.

Marienmonat Mai: Die Marienblume

Es blüht der Blumen eine
auf ewig grüner Au,
wie diese blühet keine
so weit der Himmel blau.

Wenn ein Betrübter weinet,
getröstet ist sein Schmerz:
Wenn ihm die Blume scheinet
ins leidenvolle Herz.

Und wer vom Feind verwundet
zum Tode niedersinkt,
von ihrem Duft gesundet,
wenn er ihm gläubig trinkt.

Die Blume, die ich meine,
Sie ist euch wohl bekannt,
die fleckenlose, reine
Maria wird genannt.

Maria ist’s, die süße,
die Lilie auserwählt,
die ich von Herzen grüße,
die sich der Geist vermählt.

Maria ist’s, die reine,
die also lieblich blüht,
daß in so lichtem Scheine
der Rosen keine glüht.

Erfreue süße Blüthe,
der Erde finstre Gruft,
erblühe im Gemüthe
mit Deinem Himmelsduft.

Und Heiligkeit und Frieden
verleihe unsrer Brust,
und nach dem Tod hinieden
des Himmels ew’ge Lust.

 

Von Guido Görres (1805-1852)

Protestanten und Katholiken: Die Rechtfertigungslehre

Zwischen der Kirche und den evangelischen Gemeinschaften ist immer noch ungeklärt, wie die Mitwirkung des Menschen an seiner Erlösung zu verstehen ist. Luther sieht den Menschen durch die Erbsünde von Grund auf verdorben und somit nicht mehr fähig offen das Evangelium anzunehmen, für die katholische Kirche verblieb im Menschen nach dem Sündenfall ein Funken der Sehnsucht nach Gott. Deshalb hat er auch die Möglichkeit einen kleinen Schritt auf Gott zuzugehen. Gott und Mensch können demnach zusammenwirken, damit der Mensch erlöst wird. Gott würdigt auf diese Weise den Menschen. Nach Luther kann der Mensch dazu jedoch nichts beitragen. Augustinus fasste die katholische Rechtfertigungslehre folgendermaßen zusammen: „Gott, der uns ohne uns erschaffen hat, wollte uns nicht ohne uns erlösen“.
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Die Geschichte der Maiandacht

Die Geschichte der Maiandacht

Die Maiandacht ist eine verhältnismäßig junge Frömmigkeitsübung, die in ihrer Form vor allen von Frauen gerne besucht wurde. Maiandachten waren zuerst einfache Flurgebete, die um das Gedeihen der Feldfrüchte baten. Erste Hinweise, dass in die Maiandacht eine marianische Intention einfloss, gibt es jedoch schon im Mittelalter. Heinrich Seuse, Mystiker und seliger Dominikanermönch aus dem 13. Jahrhundert, soll in Konstanz am Bodensee allein eine erste Maiandacht gehalten haben, in der er Maria ehrte. Dabei nahm er den Brauch des Maibaumaufstellens zum Anlass und setzte für Maria gleichsam einen geistigen Maibaum, den er mit Gebeten und Liedern zierte. Zudem sammelte er die ersten Blumen des Feldes, band sie zu einem Kranz und schmückte damit ein Bildnis der Gottesmutter. Weiterlesen