Generation Sitzenbleiber

Die Generation der Millenials, auch Generation Y genannt, kennt sie gar nicht mehr – die Sitzprämien für Gehalts- und Lohnzulagen, die man sich erwarb, wenn man lange bei einem Betrieb arbeitete. Die Sitzprämie wird nun vom Sitzungswesen abgelöst. Allerdings darf man es heutzutage nicht mehr Sitzung nennen, man nennt es nun Meeting oder gar Workshop. Und die vorgeschützte Dauerwichtigkeit wird dadurch zum Ausdruck gebracht, dass man nur mehr Arbeitsfrühstücke, Arbeitsessen anberaumt, um ja nicht den Eindruck zu erwecken, man esse, ohne produktiv zu sein.

Der Kern der Sache ist überall gleich: Man trifft sich, um darüber zu sprechen, was den Laden voranbringen kann. Auf jeden Fall ist es aber die Gelegenheit wieder einmal auf sich aufmerksam zu machen, um die Karriereleiter emporzusteigen. Und bei einem Meeting sitzen auch jene, die auf dieser Leiter nicht mehr weiter klettern können oder wollen, aber dennoch vor ihren Chefs am Profil arbeiten. Schließlich kann man eine Leiter auch wieder runtergehen. Weiterlesen

Die Früchte des Hl. Messopfers

Der katholische Schriftsteller und Kapuzinerpater Martin von Cochem (1634-1712) fasste unter anderem in seinem Werk „Erklärung des Heiligen Meßopfers: ein Unterrichts- und Betrachtungsbuch für die Gläubigen der Kirche Gottes“ zahlreiche Gnaden und Wohltaten Gottes zusammen, die unsichtbar für den Menschen bei einer Heiligen Messe geschehen. Hier ein kleiner Auszug davon:

Der himmlische Vater hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit er ihm die Ehre gebe, die Adam und alle Sünder ihm verweigert hatten. Auch deines Heiles wegen sandte er seinen Sohn in die Welt und lässt ihn noch täglich auf den Altären gegenwärtig werden.

Zu deinem Heile verwandelt der Heilige Geist Brot und Wein in den wahren Leib und in das wahre Blut Jesu Christi. Weiterlesen

Christusorte – Betanien

Seit die Schutzmauer steht, welche Israel von den palästinensischen Gebieten trennt, führt der Weg von Jerusalem nach Jericho nicht mehr über den östlichen Abhang des Ölbergs. Die biblische Heimat von Maria, Marta und Lazarus und dessen Grab ist heute nur mehr über lange Umwege und Grenzkontrollen zu erreichen. Weiterlesen

Nur Liebe nimmt Liebe wahr

„Wo der Anspruch Jesu, der Anspruch der unbedingten Liebe nicht anerkannt wird, da muss er missverstanden werden: als Ausdruck einer persönlichen Anmaßung, als Ausdruck des Machtstrebens, als Ausdruck ebenjenes Geistes, der der Geist der Ankläger selbst ist. Quis cognoscit spiritum nisi ipse spiritus? – “Wer erkennt den Geist, wenn nicht der Geist selbst?” Nur Liebe nimmt Liebe als das wahr, was sie ist. Die in sich selbst verkrümmte Selbstbehauptung kann überall nur wieder Selbstbehauptung wahrnehmen und ist blind für das Göttliche, für die Liebe.“

aus Robert Spaemann: Meditation eines Christen. Über die Psalmen 1-51, S. 274; Stuttgart 2014

 

Geistige Konfliktlösung für Dummies

Man kennt die Bücher zur Selbstoptimierung im weltlichen Bereich, die möglichst einfach einen komplexen Sachverhalt erklären wollen, ohne beim Leser ein großes Vorwissen vorauszusetzen. Hier ein christlicher Versuch diese Methode auch im geistigen Bereich anzuwenden. So könnte es also klappen mit dem Konfliktpartner:

  1. Man ruft den Hl. Geist um Beistand an
  2. Man beginnt mit einer Bestandsaufnahme und zwar bei sich selbst
    • Man entdeckt seine Talente, seine Fehler und akzeptiert sie. Erkennt man seine eigenen Grenzen, erkennt man auch seine Unvollkommenheit
    • Wir alle sind Sünder, leiden unter den sieben Wurzelsünden, die unsere Haltung und damit unsere Worte und Handlungen bestimmen. Diese Sünden sind: Überheblichkeit und Stolz; Habgier und Geiz; Wollust und Unkeuschheit; Missgunst, Neid und Eifersucht; Unmäßigkeit und Völlerei; Zorn und Hass; Trägheit und Unlust
    • Man erforscht die Ängste, Überreaktionen, die aus Verwundungen der Vergangenheit stammen.

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Feindesliebe und Dreieinigkeit

Seinen Feind zu lieben ist Jesu Forderung in der Bergpredigt. Das ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung. Es ist auch die Entscheidung die wunderbare Erkenntnis der Dreieinigkeit praktisch im Leben umzusetzen. Gerade die Dreieinigkeit lässt die wahre Tiefe der Liebe Gottes erst recht erahnen, weil Gott in sich Beziehung ist. Auch Gott liebte uns bereits, als wir noch seine Feinde waren (Rö 5:10). Diese Liebe fordert nicht vom anderen, dass er etwas besitzt, das ich lieben könnte, sondern sie ist eine Quelle, die zum anderen strömt.
Ja, man muss nicht einmal selbst lieben. Man kann Jesus in sich den Feind lieben lassen. Man kann aus der Quelle, die Jesus ist, trinken (Joh 4:10) und sich so stärken den Feind zu lieben, auch wenn die Gefühle dagegen sprechen.
Jesus sagt: Nehmt mein Joch auf euch und lernt an mir, wie ich von Herzen sanft und voll Demut bin. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen“ (Mt 11:29; GB). Gütig sein und demütig, das ist das Wesen des Sohnes Gottes und damit von Gott. Diese Ruhe unserer Seele ist der Frieden, den Jesus uns geben will (Joh 14:27). Es ist die Kraft verzeihen zu können. Das Innerste der Dreieinigkeit wirkt sodann durch den Herrn Jesus Christus in uns im Leben besonders eindrücklich.

der emmauspilger

S.D.G.

Franz von Sales – Ein Leben im Heute

„Die Vergangenheit gehört dem göttlichen Erbarmen, die Zukunft der göttlichen Vorsehung. Was mich kümmert und fordert ist das Heute. Und dieses Heute gehört der Gnade Gottes und der Hingabe meines guten Willens.“