… dass dem Schöpfer nicht sein Geschöpf fehle

Es liegt an uns, dass dem Schöpfer nicht sein Geschöpf fehle, dass dem Ganzen nicht ein Teil fehle, dass dem Ewigen nicht das Vergängliche fehle, wenn er all seine Schafe zählt, es kann seiner Liebe fehlen, es kann seine Hoffnung Lügen strafen.

Charles Péguy, kath. frz. Schriftsteller

 

Im jüdischen Talmud werden die Gedanken des Menschen als erstes und wichtigstes Mittel betrachtet, um zu verhindern, dass dem Schöpfer nicht sein Geschöpf fehle:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Der Talmud
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Christusorte: Die Zinne des Tempels

Aus dem Matthäus- und Lukasevangelium (Mt 4:5-7, Lk 4:9-12) erfahren wir die Geschichte von der Versuchung Jesu. Der Text beschreibt eine spirituelle Reise Jesu mit dem Teufel. Christen aus früherer Zeit suchten jedoch einen Aspekt der Geschichte, die Tempelzinne, geografisch zu verorten und als real anzunehmen. Zu Beginn der Pilgerreisen in das Hl. Land und Jerusalem entstand das Verlangen Geschehnisse aus dem Leben des Herrn an konkreten Orten festzumachen, so auch dieser Teil der Versuchungsgeschichte, bei der Jesus vom Teufel auf die Zinne des Tempels geführt wurde.

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Basics: Warum muss Gott dreieinig sein?

Es gibt viele Verse in der Hl. Schrift, die das Wesen Gottes in seiner Dreieinigkeit, Vater-Sohn-Heiliger Geist, aufscheinen lassen. Es gibt jedoch ebenso aus der Hl. Schrift ableitbare Gründe, die der Mensch erkennen kann, weil ihm Gott Verstand, Vernunft und damit die Fähigkeit logisch zu denken als Ebenbildlichkeit geschenkt hat. Denn gerade die Vernunft und die Freiheit sind in Gott immanent und werden zur Erklärung der Welt. So kann man erkennen, dass ohne Dreieinigkeit Gott folgendes nicht sein könnte:

  1. Dem Wesen nach Vater. Denn wo keine Sohnschaft durch Jesus Christus, da keine Vaterschaft durch Gottvater, womit wir auch keine Erben und Kinder Gottes sein könnten.
  2. Dem Wesen nach Liebe. Denn wo kein Gegenüber, kein Du, kann auch keine Liebe sein.
  3. Der Erlöser seiner Geschöpfe von der Sünde. Denn kein Geschöpf, kein Mensch kann sich selbst erlösen.

Die Hl. Schrift jedoch spricht von Gott als Vater, von Jesus Christus als Gottes Sohn, von Gott, der die Liebe ist und vom Herrn, der die Welt freiwillig durch sein Kreuz erlöste und dann den Hl. Geist sandte. Nirgends in der Hl. Schrift taucht das Wort Dreieinigkeit auf, jedoch wird das Wort Gottes erst näher verständlich, wenn man die Dreieinigkeit erkennt. Denn das Verständnis der Hl. Schrift gelingt nur, wenn man sie in dem Geist liest, in dem sie geschrieben wurde – im Hl. Geist. Und dieser ist eine Person des dreieinigen Gottes.

S.D.G.

Die hebräische Mischna

Die hebräische Mischna

Der Talmud, eine mehrbändige Sammlung der nachbiblischen religiösen Gesetzgebung der Juden, besteht aus zwei Textsammlungen: Der hebräische Mischna und der aramäische Gemara. Die Gemara enthält die Diskussionen und Erklärungen der späteren jüdischen Gelehrten der Mischna, den Amoräern. Der Talmud löst die Tora als Gegenstand traditionellen jüdischen Lernens ab, ganz nach dem Weisheitsspruch: „Die Schrift ist endlich, aber die Auslegung ist unendlich“. Für Christen ist jedoch die Mischna interessant, weil sie neben der Sammlung religiöser Texte auch wertvolle Informationen über Leben und Glauben des jüdischen Volkes zur Zeit Jesu und der frühen Kirche beinhaltet.

In Bezug auf die Mischna sind die Soferim die ältesten Traditionsvermittler. Der sofer (Schreiber, Plural soferim) ist im AT ursprünglich ein schriftkundiger Beamter, ein Gelehrter und Kenner des Gesetzes. In der hellenistischen Zeit wandte sich ein Teil der höheren Priesterschaft der griechischen Kultur zu und Traditionen wurden vernachlässigt. Die Soferim stellten sich dabei dieser Entwicklung entgegen. Sie wurden zu den Hütern der Tora und lösten die Priester ab, womit sie sich folgerichtig auch zu Lehrern des Volkes etablierten und das religiöse Leben kontrollierten. Während der Zeit des NT war diese Entwicklung schon abgeschlossen. Hier werden die Führer des Volkes bereits als grammateis (Schriftgelehrte) bezeichnet, es entspricht dem hebräischen soferim. Flavius Josephus nennt sie „Ausleger des Gesetzes“ (Ant XVII 6.2; XVIII 3.5). In der Mischna jedoch wird der Ausdruck sofer nur für Gelehrte und Autoritäten der früheren Zeit benützt.
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Wie lebt der Mensch am Ende des 21. Jahrhunderts?

Es ist noch nicht lange her, als das Smartphone begann das Leben der Menschheit grundlegend zu ändern, durch ein „outsourcing“ des Gehirns. Ob die Erfindung des Rades ähnlich plötzlich und umwälzend war? Jedenfalls beginnt nun eine virtuelle Welt mit der Wirklichkeit zu konkurrieren und vermengt sich mit ihr. Welche Trends und Möglichkeiten werden daraus entstehen, wie und mit welchen Wertvorstellungen wird der Mensch des ausgehenden 21. Jahrhunderts leben? Hier meine 5 Megatrends:

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Mission Manifest: Die 10 Thesen für das Comeback der Kirche

2018 wurde bei der MEHR-Konferenz in Augsburg die Aktion Mission Manifest gestartet. Getragen von den Jugendbischöfen im deutschen Sprachraum und begleitet von einem Grußwort des Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung Rino Fisichella, soll die Aktion zu einem neuen Aufbruch anregen und bestehende Projekte vernetzen. Bei dieser Konferenz beteten alle nichtkatholische Christen für diese katholische Aktion und segneten die Katholiken, um zu bezeugen, dass wir alle eins sein wollen in Christus. Wer will, kann das Manifest auch online unterschreiben und zur Richtschnur seines Beitrags zur Neuevangelisierung machen. Zu finden sind nachfolgender Text und die Unterschriftenliste hier:

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Wenn man von der Wahrheit geliebt wird

Wenn ich erkenne, dass Jesus nicht das Gesetz wegnahm, sondern erfüllte, ja das Gesetz ist, dann wird es einfach:
Indem ich Jesus Christus in mich aufnehme, eins werde im Herzen mit ihm, dann wird aus meinem verhärteten Herz, in das die steinernen Gesetzestafeln mich meiner Sünden anklagen, ein Herz aus Fleisch, aus Liebe, weil der Herr es verwandelt. Mit Jesus Christus habe ich also nicht nur das erfüllte Gesetz in mir aufgenommen, sondern auch seine Person und damit seine Kraft und Liebe, dass ich das Gesetz mit sowie durch ihn erfüllen kann und das auch noch vollkommener in der Weise seiner Bergpredigt aus Liebe zu ihm.
Dann werden auch die Werke zu einem Ausdruck meiner Gottesliebe und leicht. Der Herr allein wird zum Maßstab, zum Ziel, das ich mit seiner Kirche auf meinem Weg zur Heiligung gemeinsam erreichen werde. So wird auch jedes straucheln auf meinem Weg zu einer neuen Chance aufzustehen, meine Hilfsbedürftigkeit anzuerkennen, Gottes Barmherzigkeit zu erflehen, die Hand meines Herrn zu ergreifen und geliebt zu werden von der Wahrheit. Seine hergestellte Gerechtigkeit wird dann zum Ausdruck seiner Gnade aus Liebe.

Ein Christ besitzt nicht die Wahrheit, die Wahrheit besitzt ihn und er weiß, wo man sie findet: beim Herrn.

der emmauspilger

S.D.G.