Gedanken zur Scham

Der Mensch wandelte im Paradies mit Gott. Alles war im und beim Guten, denn Gott war gut. Nach dem Sündenfall des Menschen erkannte dieser nicht nur das Böse, sondern ebenso das Gute in sich und den unendlich tiefen Abgrund, der sich nun hin zu Gott auftat. Der Mensch begann zu vergleichen, was ungleich. Die Antwort der Erkenntnis von Gut und Böse an Gott war, sich zu verbergen. Das Gute schämt sich in Gottes Licht, das Böse zieht in die Finsternis. Weiterlesen

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Theologie und Pastoral 3.0

Hinsichtlich der Theologie und Pastoral zu Beginn des 3. christlichen Jahrtausends wurde in vielen deutschen Bistümern eine Zentralisierung und Straffung der Seelsorge angedacht oder wird bereits umgesetzt. Sowohl Gläubige als auch Amts- und Würdenträger innerhalb der Kirche vermissen an diesen Konzepten oft die notwendige Ausrichtung auf den Willen Gottes, weil man sich allzu sehr nach weltlichen und organisatorischen Bedürfnissen ausrichtet. Vieles scheint selbst ausgedacht, und im falschen Bewusstsein der „Nabel der Welt“ zu sein, verweigert man sich von dem Guten, das in anderen Nationen bereits umgesetzt wird, lernen zu wollen. Zu dieser Trägheit mag wohl auch die Sicherheit entsprechender Kirchensteuermittel beitragen. Weiterlesen

Dismas – Der rechte Schächer

Dismas – Der rechte Schächer

Der selige Franziskanermärtyrer Engelbert Kolland, der 1860 in Damaskus starb, berichtet in seinem Reisebericht: „Nachdem wir das Dorf, in dem der rechte Schächer Dismas geboren sein soll, passiert hatten, ging es den Gebirgen Judäas zu“. Der angebliche Herkunftsort des guten Schächers beruft sich auf eine örtliche Tradition, der zur Kreuzfahrerzeit „Castrum boni latronis“ hieß, „Ort/Kastell des guten Schächers“. Heute nennt man den Ort Latrun und er liegt 15 km westlich von Jerusalem in der Schefala im Ajalon-Tal. Dort befindet sich das einzige Trappistenkloster im Hl. Land. Oberhalb der Abtei finden sich die Reste einer mittelalterlichen Burganlage, die in der Mitte des 12. Jahrhunderts vom kastilischen Ritter Gonzales de Lara erbaut wurde und danach dem Templerorden übergeben. Die Burganlage nannte man „O Toronum Militium“, „Ritterturm“. Sie wurde später von Saladin zerstört. Weiterlesen

Basics: Die rechte Herzenshaltung bei Exerzitien

Exerzitien, geistige Übungen, gehören zu jenen Mitteln, welche die Seele hin zu Gott öffnen sollen. Dabei dürfen sie nicht nur gedacht sein, sich im Verstand verankern, wie ein Lernstoff in der Schule, sondern sie müssen getan sein. Nicht nur der Kopf soll sich auf den Geist Gottes einlassen, sondern der ganze Mensch, damit auch sein Herz, seine Herzenshaltung. Dazu im Folgenden einige Gedanken.

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Protestantismus als Vorstufe des Nihilismus?

Der Philosoph Rüdiger Safranski schreibt in einem Artikel in der NZZ vom 08.11.2015: „Die zeitgemäße Form des Nihilismus ist der Konsumismus. Auch wenn man keinen Gott mehr hat, kann man sich immer noch etwas kaufen“.

Im Buch der Weisheit in der Hl. Schrift, entstanden wenige Jahrzehnte vor Christi Geburt, wird diese „moderne“ Mentalität bereits festgehalten (Weish 2:1-6): Weiterlesen

10 Gründe für den Zölibat

  1. Ein unverheirateter Priester kann seine ehelichen und familiären Probleme nicht bewusst oder unbewusst in Seelsorgegespräche in der Familienberatung einbringen.
  2. Unverheiratete Priester können mehr Zeit für die Gemeinde aufwenden.
  3. Das Zölibat hat einen christologischen Ursprung. Auch Jesus war unverheiratet.
  4. Das Zölibat ist Zeichen des kommenden Königreichs, schon im Leben wird Gott als Wirklichkeit betrachtet und gelebt. Es ist Zeichen der Gottesschau (Mt 22:30-32)
  5. Der unverheiratete Priester kann die Nachfolge Christi besser leben. Er kann sich zuerst Gott selbst widmen und aus der Einheit mit Jesus dann der Kirche dienen.
  6. Zölibat ist große und tiefe Intimität mit Christus.
  7. Verkündigung und Mission kann ohne Angst um das Wohlergehen von Frau und Kinder geschehen.
  8. Paulus und einige Apostel lebten zölibatär.
  9. Ein unverheirateter Priester ist jungen Männern und Frauen Beispiel für Berufungen.
  10. Durch Gottes Berufung wird die Gnade des Zölibats aktiviert.

 

S.D.G.

Pico della Mirandola: Über die Würde des Menschen

Pico della Mirandola: Über die Würde des Menschen

Renaissance und Humanismus wurden lange Zeit als antichristliche Erscheinungen betrachtet. Eine solche Auffassung entstand, weil die Theologie des Humanismus in der Forschung fast verschämt behandelt worden ist und nur wenige glänzende Namen des christlichen Humanismus überlieferte. Pico della Mirandola (1463-1494) ist einer der zu wenig beachteten Vertreter dieses christlichen Humanismus, obwohl er doch als „Novalis der Renaissance“ gilt. Seine anziehende Persönlichkeit war fein gebildet, weitherzig und bei aller Begeisterung für das Schöne und Wahre doch fromm und demütig. Er war ein Gelehrter, der durch die Tiefe der Gedanken und praktischen Lebensweisheiten dem modernen Menschen viel zu geben hat. Gerade in der Anfangszeit der Aufklärung ließ er die Hoffnung keimen, dass Humanismus aus dem Christentum schöpfend einen fruchtbaren Weg zu Gott darstellt. Weiterlesen