Die Erkenntnis im griechischen Göttermythos und der Bibel

Die Erkenntnis im griechischen Göttermythos und der Bibel

Auf dem Gemälde von Tizian im Titelbild wird der griechische Göttermythos dargestellt, das den Jäger Aktaion zeigt, wie er die Göttin Diana nackt beim Bad zusieht und dafür später von ihr in einen Hirsch verwandelt von seinen eigenen Hunden zerrissen wird.

Im antiken Griechenland werden ontische und philosophische Gedanken oft in Göttermythen übertragen und weitergegeben. Beim Jäger Aktaion trifft man auf das Motiv, dass mit der Erkenntnisfähigkeit des Menschen der Tod in Verbindung steht, wie man es auch in der Hl. Schrift der Christen und Juden nachlesen kann. Gerade dadurch wird dem Menschen deutlich gemacht, dass er nicht Gott sein kann, denn mit Erkenntnisfähigkeit verliert er sodann die Ewigkeit. Weiterlesen

Yoga: Das Wagenlenkergleichnis

Yoga: Das Wagenlenkergleichnis

In der Kaṭha-Upaniṣhad, einem vedischen Text aus Indien, der explizit vom Yoga handelt, wird die menschliche Existenz mit einem Wagen verglichen, der von fünf Pferden gezogen wird. Dabei ist der Wagenbesitzer das menschliche Selbst (ātmā), die individuelle, göttliche Seele. Der Wagen entspricht dem Körper (deha), die fünf Pferde entsprechen den fünf Sinnesorganen (indriya). Der Wagenlenker wird mit der reinen Intelligenz (buddhi), dem intuitiven unterscheiden und erkennen, und die Zügel mit dem Sinnesbewusstsein oder dem Sinnen-Mental (manah) gleichgesetzt, die Denkfunktion. Die Fahrbahn sind die Objekte und Bereiche der Sinneswahrnehmung.

Das Ziel des menschlichen Lebens ist, den Herrn der Kutsche (= ātmā) zu erkennen und seine inneren Anweisungen jeden Moment zu befolgen. Der Wagenlenker (buddhi) kann so durch bewusstes und straffes Halten der Zügel (manah), die Pferde (indriya) auf dem richtigen (Lebens-)Weg lenken.

Hier die Deutsche Übersetzung aus dem Buch  „Katha-Upanishad – die Unsterblichkeit des Selbst“ von Swami Nikhilananda (Teil 1, 3. Kapitel, Verse 1a, 5 – 9): Weiterlesen

Leid ermöglicht …

Leid ermöglicht …

Geduld

Tiefe Beziehungen

Veränderung der persönlichen (Lebens-)Einstellung

Weisheit

„Das was Gott uns gibt, ist genau das, worüber wir beten würden, wenn wir das wüssten, was er weiß.“ (Timothy Keller)

Christlicher Glaubens-Check: die Ideologie/Philosophie der Partei der Grünen in Deutschland

Wollte der Marxismus die wirtschaftlichen Verhältnisse ändern, zielte die Philosophie der Frankfurter Schule im Neomarxismus darauf, die Kultur zu verändern. Aus einer gesellschaftlichen Revolution sollte auch eine kulturelle Revolution werden und beides kumulierte schließlich in die 68er-Bewegung. Hier sind auch die Grundlagen der Philosophie der grünen oder ökologischen Bewegung ab den 1970er Jahren zu suchen.

Kalter Krieg und sichtbare Schäden der Natur stellten das Wirken der kapitalistisch-technokratischen Machthaber in Frage und es entstanden eine Friedensbewegung und der Wunsch nach einer neuen Gesellschaft, die einen besseren Umgang mit der Natur forderte. Die grüne Philosophie wird zu einem Konglomerat von Gedanken des Neomarxismus, Gender, Feminismus, Pazifismus sowie Lehren fernöstlicher Philosophien und Naturreligionen, des Pantheismus, der Romantik und Esoterik. Wenige christliche Ansätze kommen dabei kaum zur Geltung. Diese Vielfalt an Grundlagen macht es schwer die einzelnen bestimmenden Weltanschauungen führender Persönlichkeiten innerhalb der grünen Politik zu identifizieren. Doch lassen sich aus den Aussagen führender Vordenker und dem Parteiprogramm der Grünen einige Schwerpunkte erkennen:

Es wird eine radikale Kritik an der westlichen Zivilisation geäußert und sie grundsätzlich abgelehnt. Deren Sichtweise über das Geschlecht, die Natur, den Menschen, die Moral wird als falsch interpretiert. Die Stellung der Volksgruppen zur sogenannten 3. Welt, dem Krieg, die Einstellung zur Religion, der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Natur, der Ernährung und der Medizin wird abgelehnt. Diese umfassende Auseinandersetzung mit den Problemen der Welt macht die grüne Philosophie deshalb sehr aktuell und attraktiv.

Tragen wir zunächst im Einzelnen die wichtigsten Kritikpunkte dieser Philosophie an der westlichen Zivilisation zusammen:
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Herkunft und Sinn der Sintflutberichte

Herkunft und Sinn der Sintflutberichte

Ein kurzer Aufriss:

Das Volk Israel wurde mit dem Sintfluttext während des babylonischen Exils (587-537) konfrontiert. In Babylon findet man ihn erstmals im uralten Gilgameschepos verschriftlicht. Weitere Quellen werden noch die Erfahrungen der großen Flut von Kish (2800 v. Chr.) und von Ur (um 3500 v. Chr.) gewesen sein, die in unserer Zeit von Geologen und Archäologen nachgewiesen wurden. Englische Archäologen fanden erst kürzlich Hinweise für einen Einbruch des Mittelmeeres in einen Süßwassersee ungefähr 5500 v. Chr, der heute „Schwarzes Meer“ genannt wird. Auch diese gewaltigen Veränderungen werden im Gedächtnis der Menschheit verhaftet geblieben sein. Es gibt außerhalb der Bibel insgesamt 68 Sintflutberichte, manche auch älteren Ursprungs. Bei den südamerikanischen Hochkulturen ebenso, wie bei den Griechen, nicht aber bei den Germanen, weshalb man sogar an Menschheitserinnerungen an den gewaltigen Anstieg des Meeresspiegels am Ende der letzten Eiszeit 10.000 v. Chr. denken kann. Weiterlesen

Holen wir uns in den 2020er Jahren wieder die sozialen Netzwerke zurück!

Holen wir uns in den 2020er Jahren wieder die sozialen Netzwerke zurück!

Hetze, Hass und Spaltung wurde in den 2010er Jahren zum Geschäftsmodell vieler sozialer Netzwerke. Die Unmenge an angebotener Information unterliegt einer Inflation, einer Entwertung, die Infos praktisch nutzlos machte. Gerade in der Zeit der Pandemie entwickelte sich manches soziale Netzwerk zu einer destruktiven Plattform, in dem Realität verweigert und anstatt Information nur Bestätigung gesucht wird. Nehmen wir die Chance wahr, uns das soziale Netzwerk in den 2020er Jahren wieder zurückzuholen. Überlassen wir es nicht Frustration, Aggression, Lüge und der Belanglosigkeit, damit es unser Menschsein, unsere Sehnsucht nach Gemeinschaft missbraucht.

Fangen wir bei uns an: Weiterlesen

In Zeiten von Pandemien als Christ gegen alle Hoffnungslosigkeit

In Zeiten von Pandemien als Christ gegen alle Hoffnungslosigkeit

Christen sind das Salz der Erde, sie sollen nicht die Geschmacklosigkeit der Welt mittragen, sondern gegen alle Angst Hoffnung verbreiten. Die Politiker haben Angst, das Falsche zu tun, Menschen haben Angst beim Tragen einer Maske zu ersticken, eine Freiheit zu verlieren, andere haben Angst Opfer von Verschwörern zu sein und wieder andere Opfer von Verschwörungstheoretikern. Weiterlesen

Geben wir Jesus eine Heimat?

Geben wir Jesus eine Heimat?

Und weiter sprach er: »Wahrlich, ich sage euch; Kein Prophet ist willkommen in seiner Vaterstadt. Wahrhaftig, ich sage euch: Viele Witwen gab es in den Tagen des Elias in Israel, als der Himmel verschlossen war für drei Jahre und sechs Monate, und eine große Hungersnot kam über das ganze Land; doch zu keiner von ihnen wurde Elias gesandt, sondern zu einer Witwe nach Sarepta im Gebiet von Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elisäus; doch keiner von ihnen wurde gereinigt, sondern Naaman, der Syrer«. (Lk 4:24-27)

Fragen uns wir Christen doch mal: Wird Jesus in seiner Heimat, in unserem Herzen, anerkannt?
Sind heutige Witwen, also Arme und Rechtlose, in unserer Mitte denn gut aufgehoben? Damals wurde der Prophet Elias zu einer Heidin, heute könnten manche sagen: zu einem Atheisten, ZJ, Moslem oder etwa Buddhisten gesandt, weil er in seinem Volk keinen Gehorsam gefunden hätte. Weiterlesen

Protestantismus als Vorstufe des Nihilismus?

Der Philosoph Rüdiger Safranski schreibt in einem Artikel in der NZZ vom 08.11.2015: „Die zeitgemäße Form des Nihilismus ist der Konsumismus. Auch wenn man keinen Gott mehr hat, kann man sich immer noch etwas kaufen“.

Im Buch der Weisheit in der Hl. Schrift, entstanden wenige Jahrzehnte vor Christi Geburt, wird diese „moderne“ Mentalität bereits festgehalten (Weish 2:1-6): Weiterlesen

Stoa und Christentum

Um 300 v. Chr. formulierte Zenon von Kition erstmals Grundzüge der sogenannten Stoa. Ihr ist eine kosmologische, ganzheitliche Welterfassung zu eigen, die auf ein waltendes universelles Prinzip zurückgeführt wird. Das Individuum hat ihren Platz in dieser Ordnung zu erkennen, auszufüllen und durch Selbstbeherrschung zu akzeptieren. Gelassenheit und Seelenruhe sollen dabei Weisheit fördern.

Die Wirkung der stoischen Weltanschauung auf die Menschen in hellenistischer und nachhellenistischer Zeit war gewaltig. Philosophie und Religiosität gingen ein unlösliches Band ein. Deshalb war die stoische Weltanschauung gerade unter Heidenchristen Herausforderung und Prägung zugleich, ähneln sich doch einige Aussagen. Die große Zeit der Stoa ging schließlich erst um 300 n. Chr. zu Ende und beeinflusste damit noch Kirchenväter und Kirchenlehrer. Weiterlesen