Stoa und Christentum

Um 300 v. Chr. formulierte Zenon von Kition erstmals Grundzüge der sogenannten Stoa. Ihr ist eine kosmologische, ganzheitliche Welterfassung zu eigen, die auf ein waltendes universelles Prinzip zurückgeführt wird. Das Individuum hat ihren Platz in dieser Ordnung zu erkennen, auszufüllen und durch Selbstbeherrschung zu akzeptieren. Gelassenheit und Seelenruhe sollen dabei Weisheit fördern.

Die Wirkung der stoischen Weltanschauung auf die Menschen in hellenistischer und nachhellenistischer Zeit war gewaltig. Philosophie und Religiosität gingen ein unlösliches Band ein. Deshalb war die stoische Weltanschauung gerade unter Heidenchristen Herausforderung und Prägung zugleich, ähneln sich doch einige Aussagen. Die große Zeit der Stoa ging schließlich erst um 300 n. Chr. zu Ende und beeinflusste damit noch Kirchenväter und Kirchenlehrer. Weiterlesen

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Der Heilsplan Gottes für uns Menschen

Jesu Botschaft richtet sich an alle Menschen; der Menschheit als Ganzem und an jedem einzelnen. Die Heilsgeschichte Gottes für die Menschheit wurde von einem einzigen Volk, einzelnen Menschen abhängig gemacht. Das Heil haftet nicht an der Ebene der Natur, nicht an einer bestimmten, idealen Person, sondern im Raum und nach Art der Geschichte. Das Heil wird durch die Geschichte begründet. Diese geschieht in Entscheidungen, in den Handlungen einzelner, welche für die Existenz der Gesamtheit und der Folgezeit bestimmend sein wird. Die Tat eines einzelnen kann in der allgemeinen Geschichte zum Anfang oder zur Wende des Geschehens für viele oder alle werden.
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Gott ist treu!

Auf die Treue Gottes können wir uns verlassen, denn er wird uns Gerechtigkeit schenken, weil er die Liebe ist. Man kann auch meinen, dass es die eigene Treue ist, die unsere Errettung bewirkt, um das Reich Gottes zu erben. Aber ist dies denn nicht schon wieder ein Akt der Selbsterlösung, wenn ich mich durch meine Treue Errettung verspreche? Betrachten wir einen Text in Gen 15:9-12;17-18, der einen ganz anderen Blickwinkel ermöglicht: Weiterlesen

Glauben – so tun als ob

Für die Wüstenväter ist Glauben kein Fürwahrhalten von Dogmen und Glaubenssätzen, sondern in erster Linie so-tun-als-ob. Wenn die Mönche sich ein Wort der Hl. Schrift immer wieder vorsagen, um negativen Gedanken ein positives Schriftwort entgegen zu setzen, so glauben sie, dass dieses Wort Wort Gottes ist, dass es die Wirklichkeit beschreibt, wie sie ist, dass es bewirkt, was es ausdrückt. Wenn etwa ein depressiver Gedanke einfällt, dem entgegnet wird: „Ist also einer in Christus, ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, ein Neues ist geworden.“ (2Kor 5:17), so glaubt man, dass dies auf einen konkret zutrifft, dass man wirklich in Christus neu geworden ist. Man spürt es zwar noch nicht, man weiß es nicht gewiss, man hofft und vertraut, dass es stimmt. In diesem Vertrauen tut man so, als ob es stimmt. Allein, es nützt nichts, dass man sich das Wort Jesu immer wieder vorsagt, man muss auch danach handeln. Man kann nicht warten, bis man in sich eine Kraft verspürt, bis man sicher weiß, dass man aus sich herausgehen kann. Man muss einfach auf das Wort hin tun, was es besagt.
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Sind Araber die Söhne Ismaels?

Muslimische Araber betrachten sich als Nachkommen Ismaels, dem erstgeborenen Sohn Abrahams im Alten Testament. Doch diese Gleichsetzung Ismaeliter – Araber war nicht von Anfang an gegeben. In der biblischen Überlieferung ist Ismael nicht von zentraler Bedeutung. Er steht in Konkurrenz zum zweitgeborenen Sohn Isaak, dem Sohn der Verheißung. Diese Konkurrenz erhielt in der nachbiblischen Tradition und besonders in der heutigen Zeit seine Brisanz, weil man damit das Verhältnis der Brudervölker Israeliten und Araber sowie der Schwesternreligionen Judaismus und Islam erklären oder entschuldigen will.

Die Geschichte der Ismaeliten lässt sich jedoch nicht auf den einfachen Nenner reduzieren, sie seien die heutigen Araber. In den biblischen und antiken Texten findet sich nichts, was dafür sprechen würde. Es ist bereits schwierig den Lebensraum der Ismaeliten zu lokalisieren, einzig klar ist, dass sie außerhalb des Siedlungsgebiets Israels lebten. Man erhält Hinweise auf Orte und Gegenden südwestlich, östlich und südöstlich Israels. Etwas erhellender wird die Lokalisierung, wenn man die Siedlungsgeschichte und die Geografie der Ismaeliten in verschiedene Phasen unterteilt. Weiterlesen

Plädoyer für eine erneuerte Christologie

Nach dem 2. Vatikanischen Konzil gewann das Programm des „aggiornamento“, des Heutigwerdens, an Bedeutung. Dabei geht es vor allen darum das Evangelium und damit Jesus Christus als relevant in jede Zeit zu übertragen. Doch die Gefahr für die Kirche ist inzwischen offensichtlich: vor lauter Offenheit gegenüber dem Zeitgeist droht sie ihre Eindeutigkeit zu verlieren und dort, wo sie eindeutig und klar redet, kommt sie in Gefahr an den Menschen und ihren Problemen vorbei zu agieren. Wenn sich die Kirche um Identität bemüht, droht sie ihre Relevanz zu verlieren, wenn sie sich um Relevanz bemüht, droht sie ihrer Identität verlustig zu werden. Weiterlesen