„Felix culpa“, die glückliche Schuld

Tatsächlich kann kein Mensch etwas tun, dass Gott ihn mehr liebt oder dass er ihn weniger liebt. Insofern ist man immer ein geliebtes Geschöpf Gottes. Aber die Liebe Gottes will mehr: Sie legt offen, wo wir unser gottgewolltes Sein verlassen haben, wo wir nicht mehr sind, wer wir sind, sondern der, den unsere Sünde aus uns gemacht hat. Es nützt niemanden den Menschen als perfekt und damit nicht erlösungsbedürftig darzustellen, die Realität zeigt etwas anderes. Verdrängt man sie, dann bleibt der Mensch verkrümmt in seinem Ich und lässt keine Entwicklung mehr zu, die Gott ihm schenken will. Der Widersacher tut ganze Arbeit, wenn er uns das Sündenverständnis nimmt.

Wenn nun manche sich aufgrund ihrer Sünde hassen, traurig, depressiv werden, dann ist das ebenso ein Werk des Widersachers. Als Christ erhält man in der Taufe das Betriebssystem von Gott Sünde zu erkennen und in seiner Liebe anzunehmen, damit sie verwandelt wird und damit man selbst in der Kraft des Herrn. Gleichfalls erhält man eine überall mögliche und kostenlose „WLAN-Verbindung“, einen Kanal zu Gott, mit dem man ihm im Gebet sein Herz ausschütten, es ihm geben kann, damit es verwandelt wird in seine Liebe (Katherina von Siena erlebte diese Erfahrung auf eindrückliche Weise).

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Theologie und Pastoral 3.0

Hinsichtlich der Theologie und Pastoral zu Beginn des 3. christlichen Jahrtausends wurde in vielen deutschen Bistümern eine Zentralisierung und Straffung der Seelsorge angedacht oder wird bereits umgesetzt. Sowohl Gläubige als auch Amts- und Würdenträger innerhalb der Kirche vermissen an diesen Konzepten oft die notwendige Ausrichtung auf den Willen Gottes, weil man sich allzu sehr nach weltlichen und organisatorischen Bedürfnissen ausrichtet. Vieles scheint selbst ausgedacht, und im falschen Bewusstsein der „Nabel der Welt“ zu sein, verweigert man sich von dem Guten, das in anderen Nationen bereits umgesetzt wird, lernen zu wollen. Zu dieser Trägheit mag wohl auch die Sicherheit entsprechender Kirchensteuermittel beitragen. Weiterlesen

Von Jesus beten lernen

Mit fast dreizehn Jahren ging Jesus bei seiner Passahwallfahrt in den Tempel von Jerusalem und beginnt ein Stück weit sich innerlich von seinen Eltern zu entfernen. In ihm verspürt er das Wissen um den Willen des Vaters. Jesus betet zu „seinem“ Vater und tritt damit bewusst mit dem eigenen Leben vor Gott. Als Kinder Gottes dürfen auch wir Gott Vater nennen und all unsere Gebete mit dieser liebevollen Anrede beginnen, die besonders seine Nähe zu uns ausdrückt.

Am Ende der 40tägigen Fastenzeit begegnet Jesus dem Bösen mit der Macht des Gebets und einem Schriftwort. In Gegenwart Satans und widergöttlicher Elemente wendet sich Jesus in Ruhe an seinen Vater im Gebet und begibt sich nicht auf das Niveau des Widersachers hinab. Durch ein spontanes, kurzes Gebet zum Vater, das sich wiederholt, können auch wir der Versuchung widerstehen. Das Gebet und das Leben spendende Wort, das man durch das Lesen der Hl. Schrift erhält, baut einen Schutzwall im Innern des Menschen gegen zerstörerische und dunkle Mächte auf, ja sie prallen davon ab. Weiterlesen

Ethik ohne Lohn? Ein Denkfehler der Postmoderne

Die Ethik der Postmoderne ordnet das Lohnmotiv in eine niedere sittliche Stufe ein; eine fortgeschrittene, gar eine christliche Gesinnung kann damit nichts mehr anfangen. Irgendwie stimmt diese Behauptung ja auch. Etwas zu tun, um ein Ziel zu erreichen, lässt mich in den notwendigen Zusammenhang von Zweck und Mittel treten. Diese praktische Notwendigkeit bindet mich. Etwas zu tun, weil es recht ist, hebt diesen Zusammenhang auf, es ist kein Zweck und kein Mittel mehr vorhanden, nur mehr der sittliche Sinn, die Erfüllung der Pflicht. Nun bin ich nur mehr meinem Gewissen in Freiheit gebunden. Einen Zweck kann man auch unfrei erfüllen, den Sinn nicht. Diese Freiheit hat etwas Großes, Großmütiges, das sich durch den Hinweis auf einen Lohn erniedrigt fühlt. Etwas Gutes zu tun, soll seinen Sinn in sich selbst besitzen, nichts darf mehr hinzutreten, schon gar nicht ein Lohngedanke. Etwas abfällig wählt die Neuzeit für einen solchen Menschen den Begriff „Gutmensch“. Weiterlesen

Gott ist treu!

Auf die Treue Gottes können wir uns verlassen, denn er wird uns Gerechtigkeit schenken, weil er die Liebe ist. Man kann auch meinen, dass es die eigene Treue ist, die unsere Errettung bewirkt, um das Reich Gottes zu erben. Aber ist dies denn nicht schon wieder ein Akt der Selbsterlösung, wenn ich mich durch meine Treue Errettung verspreche? Betrachten wir einen Text in Gen 15:9-12;17-18, der einen ganz anderen Blickwinkel ermöglicht: Weiterlesen

Basics: Die 5 Elemente des Reich Gottes auf Erden

Das Reich Gottes ist durch und in Christus mitten unter uns, wir bewegen uns, pilgern bereits in ihm, und daran wird es erkennbar:

  1. Wir wandeln in Liebe
  2. Wir sinnen über Gottes Wort nach, wir lesen es
  3. Wir wandeln im Glauben an Jesus Christus
  4. Wir geben Almosen (der Zehnt der Bibel, den Gott dazu verwendet, dass Menschen zu ihm geführt werden)
  5. Wir preisen Gott, wir loben und danken ihn, wir opfern uns ihm auf

Jedes einzelne Element ist unverzichtbar und eigenständig.

 

der emmauspilger

S.D.G.

Die Früchte des Hl. Messopfers

Der katholische Schriftsteller und Kapuzinerpater Martin von Cochem (1634-1712) fasste unter anderem in seinem Werk „Erklärung des Heiligen Meßopfers: ein Unterrichts- und Betrachtungsbuch für die Gläubigen der Kirche Gottes“ zahlreiche Gnaden und Wohltaten Gottes zusammen, die unsichtbar für den Menschen bei einer Heiligen Messe geschehen. Hier ein kleiner Auszug davon:

Der himmlische Vater hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit er ihm die Ehre gebe, die Adam und alle Sünder ihm verweigert hatten. Auch deines Heiles wegen sandte er seinen Sohn in die Welt und lässt ihn noch täglich auf den Altären gegenwärtig werden.

Zu deinem Heile verwandelt der Heilige Geist Brot und Wein in den wahren Leib und in das wahre Blut Jesu Christi. Weiterlesen