Der Heilsplan Gottes für uns Menschen

Jesu Botschaft richtet sich an alle Menschen; der Menschheit als Ganzem und an jedem einzelnen. Die Heilsgeschichte Gottes für die Menschheit wurde von einem einzigen Volk, einzelnen Menschen abhängig gemacht. Das Heil haftet nicht an der Ebene der Natur, nicht an einer bestimmten, idealen Person, sondern im Raum und nach Art der Geschichte. Das Heil wird durch die Geschichte begründet. Diese geschieht in Entscheidungen, in den Handlungen einzelner, welche für die Existenz der Gesamtheit und der Folgezeit bestimmend sein wird. Die Tat eines einzelnen kann in der allgemeinen Geschichte zum Anfang oder zur Wende des Geschehens für viele oder alle werden.
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Gott ist treu!

Auf die Treue Gottes können wir uns verlassen, denn er wird uns Gerechtigkeit schenken, weil er die Liebe ist. Man kann auch meinen, dass es die eigene Treue ist, die unsere Errettung bewirkt, um das Reich Gottes zu erben. Aber ist dies denn nicht schon wieder ein Akt der Selbsterlösung, wenn ich mich durch meine Treue Errettung verspreche? Betrachten wir einen Text in Gen 15:9-12;17-18, der einen ganz anderen Blickwinkel ermöglicht: Weiterlesen

Christusorte: Die Grabeskirche in Jerusalem

Am 13. Juni 313 wurde das „Mailänder Edikt“ verkündet, welches das Christentum als „religio licita“ einstufte, als erlaubte Religion, gleichberechtigt neben anderen Religionen. Diese Religionsfreiheit sollte ein Garant für das Wohlergehen des Staates sein, so jedenfalls hofften die römischen Kaiser Licinius und Konstantin. Auch für das Hl. Land war das Mailänder Edikt von Bedeutung, Palästina ist Teil des römischen Weltreichs. Hier wurden Christen bisher vom Staat verfolgt, viele Märtyrer gingen aus dieser Verfolgung hervor. Kaiser Diokletian wütete Anfang des 4. Jahrhunderts besonders grausam gegen Christen auf palästinensischen Boden. Jedoch unterstand das Hl. Land 313 noch nicht Konstantin, sondern seinem Mitkaiser Licinius, der im Osten des Reiches regierte. Als er mit Konstantin in Konflikt geriet, begann Licinius wieder mit Verfolgung und Unterdrückung von Christen. So wurden um das Jahr 320 vierzig christliche Soldaten der Legio Fulminata getötet, weil sie sich den Opfern an heidnischen Gottheiten verweigerten. Weiterlesen

Sind Araber die Söhne Ismaels?

Muslimische Araber betrachten sich als Nachkommen Ismaels, dem erstgeborenen Sohn Abrahams im Alten Testament. Doch diese Gleichsetzung Ismaeliter – Araber war nicht von Anfang an gegeben. In der biblischen Überlieferung ist Ismael nicht von zentraler Bedeutung. Er steht in Konkurrenz zum zweitgeborenen Sohn Isaak, dem Sohn der Verheißung. Diese Konkurrenz erhielt in der nachbiblischen Tradition und besonders in der heutigen Zeit seine Brisanz, weil man damit das Verhältnis der Brudervölker Israeliten und Araber sowie der Schwesternreligionen Judaismus und Islam erklären oder entschuldigen will.

Die Geschichte der Ismaeliten lässt sich jedoch nicht auf den einfachen Nenner reduzieren, sie seien die heutigen Araber. In den biblischen und antiken Texten findet sich nichts, was dafür sprechen würde. Es ist bereits schwierig den Lebensraum der Ismaeliten zu lokalisieren, einzig klar ist, dass sie außerhalb des Siedlungsgebiets Israels lebten. Man erhält Hinweise auf Orte und Gegenden südwestlich, östlich und südöstlich Israels. Etwas erhellender wird die Lokalisierung, wenn man die Siedlungsgeschichte und die Geografie der Ismaeliten in verschiedene Phasen unterteilt. Weiterlesen

Die Pilgerin Egeria im Hl. Land

Im Mailänder Edikt vom 13. Juni 313 gab Kaiser Konstantin den Menschen seines Machtbereichs das Recht auf freie Religionsausübung. Es war der Beginn der Reisen von Christen nach Osten in das Hl. Land, um die Orte des Lebens von Jesus Christus zu sehen. Die Pilgerin Egeria gehörte zu diesen ersten Reisenden. Im Jahre 1884 wurde ihr Reisebericht in einem Kloster in Arezzo entdeckt. Das bis dahin unbekannte lateinische Itinerar beschreibt die Pilgerfahrt einer frommen, vielleicht adeligen Dame und/oder Klosterschwester aus dem 4. Jahrhundert nach Palästina und Konstantinopel. In dem unvollständig erhaltenen Dokument erfährt man nicht den Namen dieser Pilgerin, allerdings stellt Valerius von Bierzo 395 in einem Brief den Mut einer Pilgerin mit Namen Egeria oder Aetheria heraus, deren Schilderung auffallend mit dem aufgefundenen Itinerarium übereinstimmt, weshalb man beide Berichte als von derselben Person verfasst betrachtete.

Jerusalem war das eigentliche Ziel von Egeria und hier beschreibt sie die Gottesdienste und erzählt von liturgischen Bräuchen, die ihr fremd waren. Ihre Neugier galt mehr den geistigen Dingen, als der weltlichen Kultur. Deshalb gerät sie bei der Prachtentfaltung der Gottesdienste in Jerusalem und dem Kirchenschmuck ins Schwärmen, ohne aber allgemein die Betonung der Äußerlichkeiten zu übertreiben. Besonders angetan war sie von den liturgischen Zeremonien, die unter Cyril (gestorben 386) gefeiert wurden. Weiterlesen

Spurensuche: Abraham in Nablus, Bet El und Ai

Abraham wird im Hl. Land erstmals in Sichem erwähnt, wo er einen Altar errichtete (Gen 12:6). In den altägyptischen Amarnabriefen (ca. 1390-1340 v. Chr.) und den sogenannten „Ächtungstexten“ (ca. 2300-1750 v. Chr.) wird diese Stadt bereits erwähnt. Sie war später auch Residenzstadt des Nordreichs von Israel. Archäologische Ausgrabungen identifizierten Sichem mit dem heutigen Tell Balata in Nablus.

Der Ort liegt umschlossen von den Bergen Elbal und Garizim und war als Verkehrs- und Handelszentrum von alters her von Bedeutung. Hier traf die wichtige Straße der Ost-West-Verbindung auf das Bergland und Nablus zeigt sich auch heute noch betriebsam und geschäftstüchtig. Das „Knafeh“, eine arabische Süßspeise, ist das Beste des Landes und überall findet man noch die türkischen Hammam-Bäder. Auch der Suk, der Markt in der Altstadt, zeigt sich weitaus vielfältiger und orientalischer, als etwa in Jerusalem. Das Pilgerziel in Nablus ist jedoch der Jakobsbrunnen, der unweit des Tell Balata liegt. Hier hatte einst Jesus mit der Frau aus Samaria gesprochen (Joh 4:1-26) und wurde von den Samaritern auch herzlich aufgenommen (Joh 4:39-41). Viele von ihnen kamen damals zum Glauben. Diese neutestamentliche Begebenheit rückt dabei die Erinnerung an Abraham etwas in den Hintergrund. Weiterlesen

Spurensuche – Abraham in Jerusalem und Beerscheba

Im 22. Kapitel der Genesis wird das „Opfer Abrahams“ erwähnt. Der Ort des Opfers wird nicht erwähnt, nur dass Abraham in das Land Morija gehen soll (Gen 22:2). Die jüdische Tradition identifiziert den Tempelberg in Jerusalem als Ort des Opfers. Es soll jener Felsen gewesen sein, der sich heute inmitten des Felsendomes befindet. In 2Chr 3 errichtet Salomo den Tempel in Jerusalem auf diesen Berg Morija.

Der Felsen im Felsendom hat eine unregelmäßige Oberfläche und ragt 1,25 bis 2 Meter über das Fußbodenniveau hinaus. Zahlreiche Bearbeitungsspuren prägen ihn. Der Block hat eine Gesamtlänge von 15 Metern und eine Breite von 12 Metern. Die muslimischen Gläubigen umrunden den Stein und steigen oftmals in einen Gebetsraum hinab, der unter dem Felsen liegt. In diesem höhlenartigen Raum wird man in die Zeit des jüdischen Tempels zurückversetzt. In der Decke befindet sich eine 80 cm große Öffnung, die sich wie eine Röhre durch den Fels zieht. Eine zweite Öffnung hat einen Abfluss am Boden.
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