Christusorte: Emmaus und der hl. Kleopas

Aus Emmaus/Qubeibe stammte lt. der Hl. Schrift Kleopas, den der Auferstandene bei seinem „Emmausgang“ begleitete. Der Gedenktag des hl. Kleopas ist am 25. September. Laut dem römischen Martyrologium wurde er von Juden getötet und in Emmaus beigesetzt. Kleopas war zuvor in der Christengemeinde von Jerusalem und unter den Aposteln kein Unbekannter. Er war nach Eusebius der Bruder des hl. Josef, der Onkel von Jesus. Die Frau von Kleopas hieß Maria und wird an verschiedenen Stellen der Bibel erwähnt, so etwa bei Joh 19:25.

Der Name des zweiten Jüngers, der zusammen mit Jesus und Kleopas nach Emmaus ging, wird nicht in der Bibel erwähnt. Nach den Überlieferungen soll er sein Sohn mit dem Namen Simon oder Simeon gewesen sein. Auch war er zweiter Nachfolger vom hl.  Jakobus im Bischofsamt von Jerusalem.

Unter Kaiser Hadrian zwischen 132 und 135 wurde das Haus des Kleopas zerstört, aber danach wieder aufgebaut. Die Perser richteten es um 616 ein zweites Mal zu Grunde. In der Kreuzfahrerzeit entstand dann eine Kirche, die jedoch 1187 wiederum zerstört wurde.

Im Jahr 1858 kam eine Franziskanerin nach Emmaus und fand nur mehr ein paar Steine vor. Es war Pauline de Nicolay. Sie erwarb das Grundstück unter Vermittlung des französischen Dragoman Hanno Carlo Gellet. Ihr Vater, Graf Nicolay, bezahlte 1863 den festgesetzten Betrag von 50000 Goldfranken. Durch seine finanzielle Unterstützung konnten damals für die franziskanische Kustodie auch noch Grundstücke in Betanien und Kanaan erworben werden.

Auf dem Grundstück in Emmaus begannen nun archäologische Ausgrabungen. Man fand die Grundmauern einer kleinen Kapelle und die Ruinen einer Kreuzfahrerburg. Auf dem Gelände erbaute Pauline ein Franziskanerhospiz, umgeben durch eine schützende Mauer. Der Dragoman Gellet war Leiter der Bauarbeiten, später der Franziskaner Bruder Nikolaus aus Malta. Damals bestand das arabische Dörfchen gerade mal aus 30 Häusern mit etwa 170 Einwohnern.

Nach dem Tod von Pauline kauften die Franziskaner 1873 ein weiteres Nachbargrundstück auf, das die Fundamente eines wertvollen Heiligtums beherbergte. Es wurden 3 Apsiden einer byzantinischen Basilika entdeckt, die bereits vor der Kreuzfahrerzeit hier gestanden hat. Inmitten darin fand man auf der linken Seite Fundamente eines jüdischen Hauses, das beinahe die Größe des linken Seitenschiffs hat. In dem Haus entdeckte man Spuren eines Mosaikbodens und einen Altar. In der mittleren Apsis wurde ein Altartisch ausgegraben, der fast vollständig erhalten ist. Auf dem Grundstück baute Bruder Wendelin Hinterkeuser aus Menden eine Kirche, die 1901 eingeweiht wurde.

Bis 1967 war in einem nebenstehenden Gebäudekomplex ein seraphisches Kolleg für Ordensaspiranten des Hl. Landes angeschlossen. Jeden Ostermontag pilgern die Franziskaner hierher, um an das Brotbrechen des Herrn vor seinen Jüngern zu erinnern. Auch der Todestag des Hl. Kleopas, der 25. September, ist Wallfahrtstag in Emmaus.

 

S.D.G.

 

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