Dismas – Der rechte Schächer

Dismas – Der rechte Schächer

Der selige Franziskanermärtyrer Engelbert Kolland, der 1860 in Damaskus starb, berichtet in seinem Reisebericht: „Nachdem wir das Dorf, in dem der rechte Schächer Dismas geboren sein soll, passiert hatten, ging es den Gebirgen Judäas zu“. Der angebliche Herkunftsort des guten Schächers beruft sich auf eine örtliche Tradition, der zur Kreuzfahrerzeit „Castrum boni latronis“ hieß, „Ort/Kastell des guten Schächers“. Heute nennt man den Ort Latrun und er liegt 15 km westlich von Jerusalem in der Schefala im Ajalon-Tal. Dort befindet sich das einzige Trappistenkloster im Hl. Land. Oberhalb der Abtei finden sich die Reste einer mittelalterlichen Burganlage, die in der Mitte des 12. Jahrhunderts vom kastilischen Ritter Gonzales de Lara erbaut wurde und danach dem Templerorden übergeben. Die Burganlage nannte man „O Toronum Militium“, „Ritterturm“. Sie wurde später von Saladin zerstört. Weiterlesen

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Welches Emmaus?

Die geografische Lage von Emmaus ist im Gegensatz zu anderen biblischen Orten heute keineswegs gesichert. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Der Name Emmaus stammt vom hebräischen Chammoth ab, was „heiße Quelle“ bedeutet. Diesen Beinamen trugen zur Zeit Jesu mehrere Orte. Zudem schreibt der Evangelist Lukas, dass Emmaus 60 Stadien (11,5 km) von Jerusalem entfernt liegt. In einigen Fragmenten des Lukasevangeliums liest man jedoch 160 Stadien (30 km), was an einem Abschreibfehler liegen kann. Es gab zu Jesu Zeiten auch eine Stadt, die Emmaus hieß, die 160 Stadien von Jerusalem entfernt lag und im Jahre 30 n. Chr. zerstört wurde. Die Römer änderten den Namen dann von Emmaus/Anwas auf Nikopolis. Und es wurde ebenso ein anderes Dorf zerstört, welches Emmaus hieß, 60 Stadien von Jerusalem entfernt lag, in byzantinischer Zeit wiederbesiedelt und von den Kreuzfahrern nach persischer Zerstörung erneut aufgebaut. Es ist das heutige El-Qubeibeh. Beide Orte, Nikopolis und El-Qubeibeh, werden nun als Wallfahrtsstätten verehrt. Weiterlesen

Eine Botschaft von Emmaus an uns

Für den emmauspilger zeigt Emmaus, wie man dem Auferstandenen begegnen kann. Als Christ soll man kein Einzelkämpfer sein, zwei Jünger waren auf dem Weg (Lk 24, 13). Sie bleiben auch nach den traumatischen Ereignissen in Jerusalem zusammen, nicht nur in der Freude. Sie unterhielten sich darüber, voll Enttäuschung und Trauer, wie auch Christen stets im Austausch bleiben sollen. Gerade im Zweifel sind Glaubensgespräche wichtig, dann kommt Jesus mitten unter uns, wie er versprochen hat: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18, 20).

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Emmaus heute

Die Israeliten zogen einst siebenmal um Jericho, bevor die Mauer einbrach. Heute errichten die Israeliten eine 7 Meter hohe Mauer, damit niemand bei ihnen einbricht. Zwischen Emmaus (El Qubeibeh) und Jerusalem steht diese Mauer, trennt den jüdischen Staat von Palästina. Jetzt könnte Kleopas nicht mehr ohne Hindernis in kurzer Zeit die 11,5 Kilometer nach Hause gehen. Viele Umwege, Sondergenehmigungen und mehrere israelische Checkpoints hielten ihn auf. Weiterlesen