Die Frau. Ein Fehler Gottes?

Eigentlich scheint Gott doch ein Fehler unterlaufen zu sein, als er die Frau für den Mann schuf, denn von da an ging es bergab mit dem Menschen. Aber es war nicht gut für Adam in der Schöpfung allein zu sein, sagt Gott. Warum war es noch nicht gut? Was beabsichtigte Gott mit der Schaffung der Frau für Adam? Hierzu ein paar Gedanken.

Gott schafft mit der Frau als Gefährtin einen weiteren Part, der Gemeinschaftsrecht in der Beziehung zwischen Gott und Adam hat. Die Beziehung Adam – Gott ist eine dimensional vertikal angelegte zwischen dem göttlichen Sein und dem menschlichen Da-Sein, dem Reich Gottes und der Schöpfung. Eva, die Frau als Gefährtin und Hilfe des Mannes, übernimmt die Partner-Rolle in horizontal angelegter Beziehung. Die Schöpfung wird nun erst erfahr- und erlebbar durch die Schöpfung. Diese Gefährtin kann aber auch, nicht gott-gerecht in Beziehung gesetzt, zur Bedrohung des Menschen Adam werden. Es ist kein Zufall, dass in der Hl. Schrift die Warnung vor dem Baum und die Erschaffung Evas hintereinander gesetzt wird, es besteht ein Zusammenhang. Es wird bei beidem auf etwas Drittes zwischen Gott und Adam hingewiesen: Der Baum bedroht das Leben, das ewige Leben in der Gemeinschaft mit Gott an sich, und Eva kann zu einer Beziehungs-Konkurrenz für Adam hin zu Gott werden. Immer, wenn dieses Dritte sich durchsetzt, zerbricht die Gemeinschaft mit Gott.

Der Hl. Paulus hat im 1. Korintherbrief eine vertikale und horizontale Beziehungsachse in ihrer positiven Auswirkung zwischen Frau-Mann-Gott (Christus) beschrieben. Christus als im Da-Sein geoffenbarter Gott ist das Haupt des Mannes. Sobald es darum geht die Ebenbildlichkeit im Da-Sein wirk- und erkennbar zu gestalten, hat der Mann diese Aufgabe zu übernehmen, natürlich unter dem Haupt, im Geist von Jesus Christus. Als äußeres Zeichen dieser Aufgabe braucht der Mann sein Haupt vor Gott nicht mehr zu bedecken (im Gegensatz zum Judentum, das den Christus Jesus nicht anerkennt), denn „der Vorhang ist zerrissen“, ein direkter Zugang zum heiligen Gott ist nun möglich.

Die Frau ist Hilfe und Gefährtin des Mannes und zwar in der Umsetzung der Ebenbildlichkeit beider im Da-Sein. Sie ist als Eva ihrem Namen nach für das Leben zuständig, im fortpflanzen, gebären und der Lebensgestaltung. Schafft der Mann ein Heim, macht es die Frau erst wohnlich. Ihr Haupt ist der Mann. Seine göttliche Inspiration ist es, die sie mit dem Mann umzusetzen hat, wobei natürlich auch die Frau als dem Mann gleichgestelltes Geschöpf Gottes von Gott inspiriert werden kann. Dabei geht es nicht um Macht, Beherrschung, sondern schlichtweg darum die unterschiedlichen Charismen von Mann und Frau gott-gerecht umzusetzen. Das äußere Zeichen dieser Aufgabe zur Hilfestellung für den Mann ist die Bedeckung des Hauptes der Frau. Zum einen ist dies Zeichen für andere Männer, dass diese Frau als Hilfe nicht mehr zur Verfügung steht, zum anderen kennzeichnet es die Frau, dass sie sich im Da-Sein dem Leben widmet, also eine von Gottes Eigenschaften. Dies krönt die Ebenbildlichkeit der Frau. Die Bedeckung ist hier Zeichen der Ehrfurcht. In dieser Haltung der Ehrfurcht, als kostbare Bewahrerin des Lebens, ist ihr prophetische Rede möglich, da sie gott-gerecht in Ehrfurcht handelt.

Inwieweit man diese Bedeckung oder Einhüllung vor Gott und der Welt materiell und/oder geistig betrachten will, sei jeder Frau selbst überlassen. Im Grunde geht es darum, dass die Frau ihre Würde als Hüterin und Gestalterin des Lebens erkennt und sie ehrfurchtsvoll und dankbar aus Gottes Händen empfängt. Dabei sei ihr der Mann der irdische Be-hüter, jener, der ihr „den Hut aufsetzt“, „sie unter die Haube bringt“ und damit schützt in ihrer kostbaren Würde und Eigenschaft als Bewahrerin der menschlichen Schöpfungskraft im Auftrag Gottes.

Diese Bedeckung, Verhüllung, gott-gerechte Demut, Ehrfurcht, wird ihr zum Zeichen der Hoheit, der Engel wegen! (1Kor 11:10). Die Frau kann sich also damit über die Engel erhöhen oder sich auch vor ihnen schützen. Ein sehr wichtiger Hinweis, denn damit sind nicht nur die guten Engel gemeint. Der Angriff Satans geht leichter über die „unbedeckte“ Frau hin zum Mann, damit die Verbindung beider zu Gott abgeschnitten werde. Des Mannes inniges Verhältnis zur Frau als „ein Fleisch“ trägt dazu bei, wenn es nicht gott-gerecht gelebt wird. Dazu gibt uns der Hl. Paulus im 5. Kapitel des Epheserbriefs einen Hinweis. Vor allen Eph 5,25.28 zeigt auf, dass die Männer ihre Frauen wie Christus seine Gemeinde und ihren eigenen Leib lieben sollen. Ein sehr hoher Anspruch, aber auch eine Reihenfolge der Zielrichtung der Liebe: zuerst Gott, dann Frau/eigener Leib (Selbstliebe).

Der Mann ist also im Da-Sein vorrangig für die vertikale Achse in der Schöpfung zuständig, die Rückgebundenheit zu Gott, die Frau zur Bewahrung und zum Ausdruck der vertikalen Achse, das zerbrechliche Leben an sich, ein Geschenk Gottes. Erst dann, wenn beides zusammenwirkt, wird es zum Kreuz. Ein Kreuz, dem Leid anhaftet, ein Kreuz, das aber schlussendlich rettet – hin zur endgültigen, ewigen Gemeinschaft mit Gott.

der emmauspilger

S.D.G.

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