Spurensuche im Hl. Land: Abraham und Lot

Abraham ist Stammvater drei monotheistischer Religionen, sein Grab wird in Hebron verehrt und heißt auf Arabisch El Chalil, „der Freund“, wie er als Freund Gottes auch in Is 41:8 und 2Chr 20:7 benannt wird. In Jerusalem erinnert das Jaffa-Tor Richtung Hebron, das Bab al Chalil, das „Tor des Freundes“, an ihn. Die Moslems nennen Abraham gerne El Chalil er rahman, „der Freund des Erbarmers“.

Östlich von Hebron liegt auf dem Kamm der judäischen Bergkette das Dorf Beni Naim, früher bekannt als Kefar Barucha. Es wird in Gen 18:16 erwähnt: „Die Männer erhoben sich von ihrem Platz und schauten gegen Sodom. Abraham wollte mitgehen, um sie zu verabschieden. Da sagte sich der Herr: Soll ich Abraham verheimlichen, was ich vorhabe?“ Hier war also der Platz, auf dem Abraham mit Gott regelrecht um Sodom zu feilschen beginnt. Die christliche Tradition der Verortung dieser Geschichte in Kefar Barucha verblasste zwar im Laufe der Jahrhunderte, aber moslemische Autoren wussten dann im Mittelalter vom Grab Lots an dieser Stelle. Lot gilt im Islam als Prophet, ein Vorläufer Mohammeds, der das drohende Gericht in Sura 54 im Koran ankündigt.

In Beni Naim, heute eine Kleinstadt, findet man im Zentrum ein viereckiges Gebäude, das einer Burg ähnelt. Es ist ein Khan, eine Karawanserei, in dessen Hof sich das Grab Lots befindet, das „Weli“. Der Hof wurde erst kürzlich überdacht und eine Moschee eingerichtet, welche das ganze ummauerte Viereck einnimmt. Auf deren Dach befindet sich die „Frauenempore“ und man hat von dort einen großartigen Blick hinunter zum Toten Meer und hinüber zum jordanischen Gebirge. In der Anlage sind alte byzantinische Säulen zu sehen und ein Türstein mit drei Rosetten, deren mittlere ein Kreuz bezeichnet.

In zwei Kilometer Entfernung liegt das moslemische Heiligtum Nebi Jaquin. Es ist eine Moschee in einem ummauerten Grundstück. Diese Moschee ist bis auf die Gebetsnische (Mihrab) und einem Stein völlig leer. Auf diesen Stein erkennt man zwei Fußabdrücke, welche die Moslems Abraham zuordnen, der für seinen Neffen Lot hier Fürsprache bei Gott einlegte. Fußabdrücke in Steinen gibt es viele im Hl. Land: In der Himmelfahrtsmoschee und der russisch-orthodoxen Himmelfahrtskirche am Ölberg jene von Jesus, die Abdrücke Mohammeds im Felsendom. Aber diese in Nebi Jaquin sind besonders, denn sie sind nach Mekka ausgerichtet. Unweit davon gibt es noch weitere Fußabdrücke in Stein von Lot, die sich gleichfalls nach Mekka ausrichten. Bearbeitete Steine, Zisternen und Höhlen lassen Archäologen zudem darauf schließen, dass sich hier in byzantinischer Zeit bereits ein heiliger, christlicher Ort befand. Auch Juden suchen ihn gerne auf, womit sich hier Moslems, Christen und Juden auf den Spuren Abrahams und Lots begeben können.

der emmauspilger

S.D.G.

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