Am Herzen Jesu Glauben lernen

„sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floß Blut und Wasser heraus“ (Joh 19:34). Der Evangelist Johannes will durch diese Worte in der Hl. Schrift hervorheben, dass Jesus wirklich tot war. Aber das ist nicht alles. Wenn der Hl. Johannes über die Symbole von Wasser und Blut spricht, schenkt er uns durch diese Fakten die Theologie des Lebens, die aus dem Tod hervor geht.

Johannes hat die Wahrheit bezeugt, „damit“, wie er schreibt, „auch ihr glaubt.“ (Joh 19:35) damit wir glauben, die dieses Zeugnis hören und lesen, nämlich: unsere Schuld ist vor Gott getilgt, unser Tod getötet worden und dadurch haben wir ewiges Leben. Es geht hier nicht nur um einen geschicht­lichen Glauben, der einfach bekennt: So ist es gewesen, sondern es geht um den einzigen selig­machenden Glauben, der die getroste Gewissheit hat: Das hat Jesus für mich getan, um mich zu erlösen, das ist der Beweis seiner Liebe zu mir.

Um solchen Glauben zu bekommen und um darin zu bleiben, brauchen wir noch ein anderes Zeugnis über die Bedeutung des Todes Jesu, das uns nur der Heilige Geist offenbaren kann. Im 1. Jo­hannes­brief hat Johannes quasi einen Kommentar geschrieben zu dem, was er unmittelbar nach dem Tod Jesu unter dem Kreuz erlebte. Er hat in der Kraft des Heiligen Geistes gedeutet, was Gott uns mit dem Tod Jesu geschenkt hat und was er uns mit dem Wasser und dem Blut zeigen will, das aus Jesu Seite floss. Er schreibt: „Wer ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist?“ (1Joh 5:5).

Der Mann am Kreuz ist demnach der Sohn Gottes, aber sich freiwillig erniedrigend und den Tod auf sich nehmend. Johannes schreibt weiter:

„Dieser ist’s, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und im Blut; und der Geist ist’s, der das bezeugt, denn der Geist ist die Wahrheit. Denn drei sind, die das bezeugen: der Geist und das Wasser und das Blut; die drei stimmen überein.“ (1Joh 5:6-8)

Johannes hatte miterlebt, wie Wasser und Blut aus dem Herzen des toten Herrn flossen. Wasser und Blut bezeugen mit dem Heiligen Geist: Wer den Tod Jesu und sein Wirken im Glauben annimmt, der überwindet die Welt, ist gerettet und hat das ewige Leben. Das Wasser ist Zeichen Gottes, das bezeugt: Unsere Sünden werden ab­gewaschen, wir werden rein, weil Jesus für uns gestorben ist. Das Blut ist ein Zeichen Gottes, das bezeugt: Hier ist das wahre Opfer geschlachtet worden, das Lamm Gottes, durch dessen Blut die Sünden der Welt gesühnt sind. Wasser und Blut bezeugen mit dem Heiligen Geist: Dir sind deine Sünden vergeben. Das gilt für alle, die es im Glauben annehmen.

Wasser und Blut sind bis heute Zeichen. Sie stehen in der Kirche für die Sakramente Taufe und Eucharistie. In der Taufe bezeugt das Wasser, verbunden mit Gottes Wort: Deine Sünden sind jetzt ab­gewaschen. In der Eucharistie bezeugt das Blut Jesu im verwandelten Wein, verbunden mit Gottes Wort: Dieses Blut des neuen Bundes ist für uns vergossen, zur Vergebung der Sünden. Durch das Wort wirkt also auch der Geist. Der Geist und das Blut und das Wasser sind die drei, deren Zeugnis überein­stimmt und die gemeinsam uns das Ent­scheidende bezeugen: was für den heilig­machenden Glauben wichtig ist.

S.D.G.

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