Ezechiel und falsche Propheten – eine Hilfestellung für heute

In der Hl. Schrift werden falsche Propheten erstmals in Mi 2:6-11 erwähnt, also etwa im 8. Jh. v. Chr., und dort (in Vers 11) findet man auch eine Beschreibung eines „idealen“ falschen Propheten: „Ja, wenn einer käme und Dunst und Trug vorlöge: »Ich predige euch von Wein und Bier!«, das wäre ein Prediger für dieses Volk!“ In Mi 3:5-11 wird die Weissagung gegen Bezahlung angeprangert. Dtn 13:2-6 erklärt, dass falsche Propheten auch Wunder wirken können.

Das Problem der falschen Propheten wird in der Hl. Schrift in älterer Zeit jedoch erstaunlich wenig angesprochen. Das ändert sich allerdings in der Zeit von Jeremia und Ezechiel, also vor und während des babylonischen Exils (597-539 v. Chr.). Es ist eine Zeit des Zusammenbruchs des Alten und der Unsicherheit, was kommen wird. Im NT trifft man auf eine solche Zeit ab der Auferstehung Christi bis zu seiner Wiederkunft, also gerade für jene Zeit, in der wir heute leben. Auch dort wird vor falschen Propheten gewarnt und die Erfahrung zeigt, dass sie immer wieder auftreten. Deshalb hat uns Gott auch mit Ezechiel heute viel zu sagen, gibt uns Hilfestellung gegen einen lebensfeindlichen Zeitgeist oder die Herrschaft des Vaters der Lüge, Satan, die beide oft als prophetisches Wort den Menschen manipulieren wollen. Weiterlesen

Eine Analyse des „Gutmenschen“

Es gab einmal eine Zeit, in der ein guter Mensch geschätzt wurde, weil er gutes tat. Heute jedoch wird der Begriff Gutmensch eher abschätzig verwendet. Wie konnte das geschehen? Ist gutes in der postmodernen Epoche des Relativismus und Positivismus nicht mehr gut? Schuld daran ist wohl, man muss es wieder aussprechen, der Strukturverlust des christlichen Weltbilds. Der Gutmensch ist heute der äußere Typus der mehrheitlichen Seelenlage vieler Menschen. Wie ist dieser Menschentyp zu definieren? Weiterlesen

Leben im Auferstandenen

Leben im Auferstandenen

Jesu Auferweckung von den Toten hat die Grundsituation von Welt und Mensch gewandelt. Durch die Auferweckung des Herrn haben die Mächte des Kosmos, das, worin die Welt Macht erfährt und ist, ihre Gewalt verloren. Das Kreuz hielt ihren Ansturm in politischen und geistigen Mächten aus. Das Kreuz hat diese Mächte entwaffnet: „Er (Jesus) entwaffnete die Mächte und Gewalten, stellte sie öffentlich an den Pranger und triumphierte in ihm (dem Kreuz) über sie“ (Kol 2:15).

Als Gott den Gekreuzigten zu seiner Macht erhöhte, seinen Namen über alle anderen Namen erhob, zerschellte die Eigenmacht der Welt (Eph 1:21). Alles, was nun im eigenen Namen daherkommt oder im Namen der Welt, wird namenlos zerbrochen. Vor keinem Namen, keinem Zauberspruch, braucht der an den Auferstandenen glaubende mehr zittern und sich vor keinem Namen mehr beugen lassen. Gerade die anonymen Mächte und Dämonen sind damit ebenso abgetan. Keine Geistesströmung, kein Zeitgeist, mag er noch so verheerend wirken, ist mehr zu fürchten. Weiterlesen

Plädoyer für eine erneuerte Christologie

Nach dem 2. Vatikanischen Konzil gewann das Programm des „aggiornamento“, des Heutigwerdens, an Bedeutung. Dabei geht es vor allen darum das Evangelium und damit Jesus Christus als relevant in jede Zeit zu übertragen. Doch die Gefahr für die Kirche ist inzwischen offensichtlich: vor lauter Offenheit gegenüber dem Zeitgeist droht sie ihre Eindeutigkeit zu verlieren und dort, wo sie eindeutig und klar redet, kommt sie in Gefahr an den Menschen und ihren Problemen vorbei zu agieren. Wenn sich die Kirche um Identität bemüht, droht sie ihre Relevanz zu verlieren, wenn sie sich um Relevanz bemüht, droht sie ihrer Identität verlustig zu werden. Weiterlesen

Amoris laetitia und das Gesetz der Gradualität

Betrachten wir eine Ideologie als Bestreben, die Logik einer Idee aufrecht zu halten, die keinen Bezug zur Realität besitzt. Gerne wird heute die Kirche als ideologisch bezeichnet, weil sie sich anscheinend der Realität, eigentlich ist damit der Zeitgeist gemeint, nicht zu stellen vermag. Für die Gegner der Kirche ist es deshalb wichtig, die Wahrnehmung der Menschen auf die Realität zu verändern, sie zu bestimmen. Dabei geht es auch um die Deutungshoheit über Definitionen. Hinsichtlich des Familienbegriffs wird darum eine pansexualisierte Kultur vermittelt, welche angeblich die Wirklichkeit abbildet. Aber ist es tatsächlich Wirklichkeit, dass

  • Sex nichts mit der Zeugung von Kindern zu tun hat?
  • zwei Männer, zwei Frauen, ebenso mehrere Männer und mehrere Frauen, auch gemischt, „heiraten“ können, weil die Grundlage einer Ehe allein die gegenseitige Zuneigung ist?
  • jeder, der sich wünscht ein Kind zu haben auch das Recht auf ein Kind hat, weil Wünsche als Grundlage der Rechte angesehen werden?

Die Kirche jedoch vermittelt, dass sich Sexualität auf die Zeugung hin ordnet, damit der Mensch in der Berufung zur Liebe über sich hinausgehen kann, weshalb auch nur zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts tatsächlich Heirat möglich machen. Liebe wird nicht einer menschlich schwankenden Gefühlswelt unterstellt, sondern der Tatsache, dass man zuerst geliebt ist – von Gott. Somit kann sich die Liebe, indem sie sich ihrem Ursprung zuwendet, über die Eigenliebe empor entwickeln. Ebenso lehrt die Kirche, dass die höchste Frucht der ehelichen Liebe zwar das Kind ist, es aber Geschenk bleibt und kein Recht ist, denn als Person kann sich deren Sein nicht auf die Funktion einer Wunscherfüllung anderer beschränken. Weiterlesen