Stoa und Christentum

Um 300 v. Chr. formulierte Zenon von Kition erstmals Grundzüge der sogenannten Stoa. Ihr ist eine kosmologische, ganzheitliche Welterfassung zu eigen, die auf ein waltendes universelles Prinzip zurückgeführt wird. Das Individuum hat ihren Platz in dieser Ordnung zu erkennen, auszufüllen und durch Selbstbeherrschung zu akzeptieren. Gelassenheit und Seelenruhe sollen dabei Weisheit fördern.

Die Wirkung der stoischen Weltanschauung auf die Menschen in hellenistischer und nachhellenistischer Zeit war gewaltig. Philosophie und Religiosität gingen ein unlösliches Band ein. Deshalb war die stoische Weltanschauung gerade unter Heidenchristen Herausforderung und Prägung zugleich, ähneln sich doch einige Aussagen. Die große Zeit der Stoa ging schließlich erst um 300 n. Chr. zu Ende und beeinflusste damit noch Kirchenväter und Kirchenlehrer. Weiterlesen

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Protestanten und ihr Verhältnis zur politischen Obrigkeit

Martin Luther schuf mit seiner neuen Lehre ein völlig anderes Verhältnis zwischen Staat und Kirche, zwischen Christ und Gesellschaft. Negative politische Entwicklungen der Neuzeit werden deshalb oftmals den Kirchen der Reformation zur Last gelegt. Andererseits kann man das moderne protestantische Synodalsystem als Vorbote der Demokratisierung betrachten. Die Veränderung der Verhältnisse zwischen Christen und ihrer Obrigkeit im Protestantismus kann in drei Bereichen besonders erkannt werden: im sogenannten Landesherrlichen Kirchenregiment, in der Zwei-Reiche-Lehre und in der Bewertung des gottgeweihten Lebens.
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Thomas von Aquin. Über Recht und Staat

Der vorangegangene Beitrag behandelte die Lehren von Thomas von Aquin über Erkenntnis, Anthropologie, Ethik, Moral und Kunst. Der Dominikanermönch, der von 1224 bis 1274 lebte, machte sich ebenso Gedanken über das Recht und den Staat.

Thomas stellt die Frage: Was ist die Grundlage des Rechts?

Er kommt dabei zu der Überzeugung, dass es das Naturrecht ist. Dieses kommt von der Natur des Menschen. Der Mensch hat Sehnsucht nach Leben, Selbsterhaltung, Selbstentfaltung. Er strebt nach Partnerschaft, Familie, Wissen, Wahrheit und wahrer Information. Er hat ein Recht auf Bildung, Gemeinschaft und Gesellschaft.

Er fährt nun in seinen Fragestellungen fort: Wie müssen dann die menschlichen und staatlichen Gesetze beschaffen sein? Weiterlesen