Die hebräische Mischna

Die hebräische Mischna

Der Talmud, eine mehrbändige Sammlung der nachbiblischen religiösen Gesetzgebung der Juden, besteht aus zwei Textsammlungen: Der hebräische Mischna und der aramäische Gemara. Die Gemara enthält die Diskussionen und Erklärungen der späteren jüdischen Gelehrten der Mischna, den Amoräern. Der Talmud löst die Tora als Gegenstand traditionellen jüdischen Lernens ab, ganz nach dem Weisheitsspruch: „Die Schrift ist endlich, aber die Auslegung ist unendlich“. Für Christen ist jedoch die Mischna interessant, weil sie neben der Sammlung religiöser Texte auch wertvolle Informationen über Leben und Glauben des jüdischen Volkes zur Zeit Jesu und der frühen Kirche beinhaltet.

In Bezug auf die Mischna sind die Soferim die ältesten Traditionsvermittler. Der sofer (Schreiber, Plural soferim) ist im AT ursprünglich ein schriftkundiger Beamter, ein Gelehrter und Kenner des Gesetzes. In der hellenistischen Zeit wandte sich ein Teil der höheren Priesterschaft der griechischen Kultur zu und Traditionen wurden vernachlässigt. Die Soferim stellten sich dabei dieser Entwicklung entgegen. Sie wurden zu den Hütern der Tora und lösten die Priester ab, womit sie sich folgerichtig auch zu Lehrern des Volkes etablierten und das religiöse Leben kontrollierten. Während der Zeit des NT war diese Entwicklung schon abgeschlossen. Hier werden die Führer des Volkes bereits als grammateis (Schriftgelehrte) bezeichnet, es entspricht dem hebräischen soferim. Flavius Josephus nennt sie „Ausleger des Gesetzes“ (Ant XVII 6.2; XVIII 3.5). In der Mischna jedoch wird der Ausdruck sofer nur für Gelehrte und Autoritäten der früheren Zeit benützt.
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6 Blinde und ein Elefant

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Die Parabel wird meist von einem Bild illustriert, auf dem Blinde einen Elefanten betasten. Der Blinde, der das Bein befühlt, sagt, dass ein Elefant wie ein Baum sei; der, der den Schwanz befühlt, dass ein Elefant sich wie ein Zweig anfühle; der, der den Rüssel befühlt, dass ein Elefant Ähnlichkeit mit einer Schlange habe; der, der das Ohr befühlt, dass ein Elefant wie ein Handfächer sein müsse; der, der unter dem Bauch diesen befühlt meint, dass ein Elefant sich wie eine Höhle darstelle; der, der den Stoßzahn befühlt, dass ein Elefant wie eine solide Röhre sein müsse.

Dies ist ein Bild einer vorchristlichen Religion, das ohne eine Gottesoffenbarung dadurch ausdrücken will, dass die Wahrheit und damit Gott von uns Menschen niemals ganz begriffen werden kann und alle Erfahrungen, Gefühle und Ansichten der Menschen irgendwie die Wahrheit berühren und gültig sind. Durch Jesus Christus jedoch kam Gott und damit die Wahrheit in die Welt, somit der Mensch nun einen klareren Blick auf die Wahrheit erhielt. Hier einige Punkte, warum deshalb diese Parabel für Christen nicht mehr stimmig ist: Weiterlesen