Yoga: Das Wagenlenkergleichnis

Yoga: Das Wagenlenkergleichnis

In der Kaṭha-Upaniṣhad, einem vedischen Text aus Indien, der explizit vom Yoga handelt, wird die menschliche Existenz mit einem Wagen verglichen, der von fünf Pferden gezogen wird. Dabei ist der Wagenbesitzer das menschliche Selbst (ātmā), die individuelle, göttliche Seele. Der Wagen entspricht dem Körper (deha), die fünf Pferde entsprechen den fünf Sinnesorganen (indriya). Der Wagenlenker wird mit der reinen Intelligenz (buddhi), dem intuitiven unterscheiden und erkennen, und die Zügel mit dem Sinnesbewusstsein oder dem Sinnen-Mental (manah) gleichgesetzt, die Denkfunktion. Die Fahrbahn sind die Objekte und Bereiche der Sinneswahrnehmung.

Das Ziel des menschlichen Lebens ist, den Herrn der Kutsche (= ātmā) zu erkennen und seine inneren Anweisungen jeden Moment zu befolgen. Der Wagenlenker (buddhi) kann so durch bewusstes und straffes Halten der Zügel (manah), die Pferde (indriya) auf dem richtigen (Lebens-)Weg lenken.

Hier die Deutsche Übersetzung aus dem Buch  „Katha-Upanishad – die Unsterblichkeit des Selbst“ von Swami Nikhilananda (Teil 1, 3. Kapitel, Verse 1a, 5 – 9): Weiterlesen

Wie kommt die Liebe in die Welt?

Wie kommt die Liebe in die Welt?

Liebe kann nicht materiell begründet werden. Der Mensch liebt, in dem er den ganzen anderen Menschen in dessen Wesen annimmt. Im 1. Johannesbrief wird erklärt, dass Gott die Liebe ist. Es ist nicht nur eine Eigenschaft Gottes, sondern sein ganzes Wesen. Durch Gott, den Schöpfer, kam demnach die Liebe in die Welt und den Menschen. Weiterlesen

Wie geht Autonomie statt Autoritarismus?

Wie geht Autonomie statt Autoritarismus?

Wer Autonomie statt Autoritarismus will, muss wissen, dass er dadurch mehr Verantwortung für sich und einer Gemeinschaft übernimmt, in der alle, auch Andersdenkende, diese Autonomie ermöglicht wird. Es bedeutet nicht, allgemein Hierarchien zu missachten, sondern seiner Verantwortung darin gerecht zu werden. Autonomie gelingt nicht durch Anarchie, denn einer äußeren Freiheit muss eine geordnete und darum feste innere Freiheit vorausgehen. Kein System kann langfristig und nachhaltig wirken, wenn es sich gegen das Leben vom Mutterleib an bis zu seinem natürlichen Ende stellt. Leben braucht Raum unter Achtung seiner natürlichen Grenzen, Sicherheit, um sich zu entfalten und es will Liebe, damit es erfüllt ist.

Unabhängig von einer politischen Gesinnung meint ein egoistischer Mensch der Gegenwart, er müsse sich frei machen von, anstatt für etwas oder jemanden. Dabei nimmt er sogar einen Autoritarismus in Kauf, der entsprechend seiner Gesinnung Verbote, sogar im Denken, ausspricht und autoritär durchzusetzen gewillt. So wechseln nur die äußeren Abhängigkeiten, weil im Innern des Menschen keine Freiheit und Frieden herrschen.

Wer Autonomie statt Autoritarismus will, muss deshalb folgendes beachten:

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Die Suche nach Gott

Die Suche nach Gott

Eine Suche ohne wissen nach wem oder was soll als Mangel nicht vergötzt werden. Wer zwar mit Transzendenz und Übernatürlichen rechnet, aber kein Ergebnis sucht, mag dies auch darum tun, weil er keine Verantwortung für das und vor jenem tragen will, welches er vielleicht zu finden vermag. So kann die Meinung: „Der Weg ist das Ziel“ im planlosen Suchen, mal hier, mal dort, um sich allein wohler zu fühlen, zum Götzen werden, der das eigentlich Göttliche verdeckt. Damit liegt der Weg im Weg, um das Ziel zu erreichen. All dies ist zu bedenken, wenn die natürliche Spiritualität des Menschen Geschäftsmodelle fördert, die niemals diese Spiritualität befriedigen dürfen, um erfolgreich zu sein. Deshalb bieten sie auch meist nur kurzfristiges Wohlbefinden ohne Verantwortung an, etwa als Wochenendkurs oder  Gymnastik- samt Atemübung und stets mit offenem Ende. Weiterlesen

Vater unser …

Wir beten: „Vater unser“. Denn der Mensch steht nicht allein vor Gott, sondern inmitten seiner Geschwister. Dies, weil Christen einen gemeinsamen Vater haben. So wird die Mauer egoistischen und bloß individualistischen Betens niedergerissen. Gebet wird sozial. Nicht nur die eigene Last, sondern auch die Lasten anderer werden vor Gott hingetragen. Es zählt nicht Rasse oder Hautfarbe, Sprache oder trennende politische Zugehörigkeit, soziale Schichtung wird überwunden, weil alle auf demselben Weg zu Gott unterwegs sind. Weiterlesen

Pfingsten: Katholisch sein im Hl. Geist

Das Christentum ist wahrlich sensationell und faszinierend. Es lobt und preist einen Gott, der einen Namen hat: Elohim, Jahwe, Zebaoth. Es lobt und preist einen Gott, der eine Person ist, ein Du, ein Ich, ein Wir. Diese göttliche Person ist so ehrerbietungswürdig, dass die Juden seinen Namen nicht aussprechen. Sie nennen ihn und schreiben deshalb bewusst falsch. Diese göttliche Person ist geistig zwar letztlich unfassbar, aber dennoch anfassbar (1. Joh 1:1). Dieser unfassbar große Gott ist fassbar geboren in diese Welt hinein als Mensch.

Dieser große Gott ist der Vater aller Menschen, seine Gebote gelten für alle Menschen. Er offenbart sich dem Menschen aus seiner Dreifaltigkeit heraus. Diese Dreifaltigkeit ist die Einheit des Füreinander, wie Hans Urs von Balthasar sie ausdrückt. In ihr ist der Vater die schenkende Liebe, das Ich. Er ist die hingebende Liebe, die Essenz der Liebe, Gott ist deshalb Liebe. Der Sohn ist die empfangende Liebe, das Du. Er ist die dankende Liebe, die Essenz der Liebe, Gott ist deshalb Liebe. Der Hl. Geist ist die ausführende, die handelnde Liebe, das Wir. Er ist die verbindende, vereinigende Liebe, die Essenz der Liebe, Gott ist deshalb Liebe. In der Dreifaltigkeit wird durch ihre göttlichen Personen Beziehung gelebt, mitgeteilt. Gott ist Beziehung und will Beziehung – zu seiner Schöpfung und zu den Menschen. In Jesus Christus erniedrigte er sich hinab zum Menschen, reicht seine Hand. Weiterlesen