Stoa und Christentum

Um 300 v. Chr. formulierte Zenon von Kition erstmals Grundzüge der sogenannten Stoa. Ihr ist eine kosmologische, ganzheitliche Welterfassung zu eigen, die auf ein waltendes universelles Prinzip zurückgeführt wird. Das Individuum hat ihren Platz in dieser Ordnung zu erkennen, auszufüllen und durch Selbstbeherrschung zu akzeptieren. Gelassenheit und Seelenruhe sollen dabei Weisheit fördern.

Die Wirkung der stoischen Weltanschauung auf die Menschen in hellenistischer und nachhellenistischer Zeit war gewaltig. Philosophie und Religiosität gingen ein unlösliches Band ein. Deshalb war die stoische Weltanschauung gerade unter Heidenchristen Herausforderung und Prägung zugleich, ähneln sich doch einige Aussagen. Die große Zeit der Stoa ging schließlich erst um 300 n. Chr. zu Ende und beeinflusste damit noch Kirchenväter und Kirchenlehrer. Weiterlesen

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Sich selbst annehmen und lieben

Sich selbst annehmen und lieben

Ich bin Ich, nicht vom Wesen, sondern bin mir „gegeben“. Ich habe mich also empfangen (von Gott).

Überhaupt gegeben – Nicht als Menschen einfachhin, sondern als diesen Menschen: diesem Volk zugehörig, dieser Zeit, von diesem Typus und diesen Anlagen. Bis zu jenen letzten Bestimmtheiten, die es überhaupt nur einmal gibt, nämlich in mir; jener letzten Eigenart, die macht, dass ich in allem, was ich tue, mich selbst wiedererkenne, und die sich in meinem Namen ausdrückt.

Ich soll sein wollen, der ich bin; wirklich ich sein wollen, und nur ich. Ich soll mich in mein Selbst stellen, wie es ist, und die Aufgabe übernehmen, die mir dadurch in der Welt zugewiesen wird. Weiterlesen

Thomas von Aquin. Über Recht und Staat

Der vorangegangene Beitrag behandelte die Lehren von Thomas von Aquin über Erkenntnis, Anthropologie, Ethik, Moral und Kunst. Der Dominikanermönch, der von 1224 bis 1274 lebte, machte sich ebenso Gedanken über das Recht und den Staat.

Thomas stellt die Frage: Was ist die Grundlage des Rechts?

Er kommt dabei zu der Überzeugung, dass es das Naturrecht ist. Dieses kommt von der Natur des Menschen. Der Mensch hat Sehnsucht nach Leben, Selbsterhaltung, Selbstentfaltung. Er strebt nach Partnerschaft, Familie, Wissen, Wahrheit und wahrer Information. Er hat ein Recht auf Bildung, Gemeinschaft und Gesellschaft.

Er fährt nun in seinen Fragestellungen fort: Wie müssen dann die menschlichen und staatlichen Gesetze beschaffen sein? Weiterlesen

Was John F. Kennedy uns heute zu sagen hätte

Am 27.04.1961 hielt der amerikanische Präsident John F. Kennedy im Waldorf-Astoria in New York vor „The American Newspaper Publishers Association“ (die wichtigsten Zeitungsverleger des Landes) eine Rede, die sich gegen Geheimgesellschaften richtete, in denen wenige private Hände die Leitwährung der Welt, den Dollar, als Machtmittel missbrauchen. Die Worte des Präsidenten sind heute immer noch erstaunlich aktuell, wenn sie sich gegen einseitige Berichterstattung durch die Medien wenden oder eine Meinungsdiktatur und geheime Abmachungen in der Weltpolitik anprangern, vorbei an den Parlamenten und Bürgern. Manche Historiker, nicht nur Verschwörungstheoretiker, sind der Ansicht, dass diese Rede dem Präsidenten später das Leben kostete. Hier ein Auszug dieser Rede:

„Meine Damen und Herren, Geheimhaltung ist abstoßend in einer freien und offenen Gesellschaft. Als Volk haben wir eine natürliche und historische Abneigung gegen Geheimgesellschaften und Geheimbünde. Die Nachteile einer übermäßigen Geheimhaltung übersteigen die Gefahren, mit denen Geheimhaltung gerechtfertigt wird. Es macht keinen Sinn, einer unfreien Gesellschaft zu begegnen, in dem man ihre Beschränkungen imitiert. Das Überleben unserer Nation hat keinen Wert, wenn unsere freiheitlichen Traditionen nicht ebenfalls fortbestehen. Es gibt eine sehr ernste Gefahr, dass der Vorwand der Sicherheit missbraucht wird, um Zensur und Geheimhaltung auszudehnen.

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