Grundaussagen und Traditionsschichten der Tora

Die ersten 11 Kapitel der Genesis sind keine historischen sowie naturwissenschaftliche Berichte oder Reportagen, sondern viel mehr, nämlich theologische Grundaussagen, die sich auch im rabbinischen Schriftverständnis finden.
Die christlichen Grundaussagen sind in groben Zügen: Weiterlesen

Das widersprüchliche Menschenbild der Postmoderne

Das widersprüchliche Menschenbild der Postmoderne

Gott ruft den Menschen an, begründet ihn somit im Sein, dadurch wird der Mensch erst Person. Nur von hierher kann der Mensch verstanden werden, sobald man es anderswoher versucht, verfehlt man ihn. Dann gebraucht man noch das Wort „Mensch“, aber seine Wirklichkeit ist nicht mehr vorhanden. In der Neuzeit zeigt sich etwas Eigentümliches: Viele Menschen, die geistig Maß und Ton bestimmen, lösen sich von Gott ab. Sie erklären sich für autonom, für fähig und befugt sich selbst das Gesetz des Lebens zu geben. In dieser Haltung wird der Mensch als absolut gesetzt. Alle Eigenschaften Gottes nimmt der Mensch nun an sich, verlegt sie in sich hinein. Er sei nun reif und fähig zu entscheiden, was gut und böse, was gewollt werden soll und was nicht gewollt werden darf. Daneben läuft noch eine andere Linie: es wird gesagt, der Mensch sei ein Lebewesen wie alle sonst. Seine Geistigkeit geht aus dem Biologischen hervor, und dieses aus der Materie. Der Mensch sei ein höher entwickeltes Tier, er löst sich in die stumme Stofflichkeit auf.

Beide widersprüchlichen Antworten laufen zur selben Zeit nebenher und heben sich gegenseitig auf. Beide widersprüchlichen Antworten kommen aus derselben Wurzel und zeigen auf, wie sich der Mensch heute missversteht, wenn er sein Auf-hin zu Gott verlässt, welches sein Wesen begründet. Eine Antwort sagt: mein Geist ist der absolute Geist, ich bin in meinem Kern mit Gott identisch. Der gleiche Mensch gibt die zweite Antwort: es gibt überhaupt keinen Geist, was man Geist nennt ist das Erzeugnis des Gehirns, eine höhere Gliederung dessen, was der tote Stoff ist. Weiterlesen

Thomas von Aquin. Über Erkenntnis, Anthropologie, Ethik, Moral und Kunst

Der Dominikanermönch Thomas war in Köln Schüler von Albertus Magnus (siehe meinen Beitrag) und lebte von 1224 bis 1274. Der Mönch galt als schweigsam und war recht beleibt. Sein Charakter wird als gütig, demütig, rein und sensibel beschrieben. Er ist einer der bedeutendsten philosophischen Vertreter der spätmittelalterlichen Scholastik und dennoch sagte er an seinem Lebensende: „Alles, worüber ich nachsann ist Stroh gegenüber der Größe Gottes“. Er entwickelte ein umfassendes und ausgewogenes System des christlichen Lebens und etablierte einen dauernden Maßstab. Alle seine Lehren der Theologie und Philosophie stellt er auf den Boden der Heiligkeit. Hier der erste Teil einer kurzen Zusammenfassung seiner umfangreichen Lehren. Weiterlesen