Christusorte – Nazareth

In Betlehem wurde Jesus geboren, aber seine Heimat war Nazareth. Sein Beiname „der Nazarener“ kann auf seine Herkunft und Heimat hinweisen. Als Erwachsener ist Jesus nicht mehr nach Betlehem zurückgekehrt. Nazareth war damals allerdings nur ein kleiner, unbedeutender Ort in Galiläa und wohl nicht sehr anerkannt, wie der Ausspruch von Nathanael in Joh 1:46 bezeugt: „Aus Nazareth? Kann von dort etwas Gutes kommen?“

Im Alten Testament erfährt man nichts über Nazareth. Auch der jüdische Schriftsteller Josephus Flavius erwähnt es nicht. Aus den synoptischen Evangelien jedoch werden uns zwei Dinge überliefert: Der Ort hatte eine Synagoge, die Jesus am Sabbat besuchte, um aus der Jesaia-Rolle vorzulesen, die sich auf seine Sendung bezog (Lk 4:16-17). Der Standort einer Synagoge in Nazareth lässt dann doch einen etwas größeren Ort vermuten. Und weiter wird überliefert, dass am Rand der Stadt ein Bergabhang lag, über den das zornige Volk Jesus nach seiner Rede hinabstürzen wollte (Lk 4:28-30). Weiterlesen

Christusorte – Der See Gennesaret

Der See Gennesaret und seine Uferregion waren der Schwerpunkt des öffentlichen Wirkens von Jesus. Die Evangelisten sahen dies als Erfüllung einer alttestamentarischen Weissagung. Jedoch gab es auch irdischere Gründe: Das Seeufer war fruchtbar und zählte damals zu den dicht besiedelten Regionen Galiläas. Die in den Evangelien beschriebenen Scharen von Menschen sind deshalb keineswegs Übertreibungen. Der Name des Sees leitet sich von Gennesar ab, einer fruchtbaren Ebene in der Nähe von Magdala. Im Frühjahr wird die Schönheit der Region besonders deutlich: Ein blumengeschmücktes, grünes Kleid bedeckt die Uferregion und die umgebenden Hügel.
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Der Fischfang im See Gennesaret zur Zeit Jesu

Im Jahre 1986 fand man bei Niedrigwasser am Westufer des Sees Gennesaret im Schlamm nahe des Ufers Reste eines Bootes. Die archäologischen Untersuchungen ergaben, dass es aus der Zeit Jesu stammte. Der Rumpf des Bootes besteht hauptsächlich aus Libanonzeder und Eiche, seine Maße betragen in der Länge ca. 8,8 Meter, Breite ca. 2,5 Meter und Höhe ca. 1,25 Meter. Das Heck war breit, der Bug schmal, Ruder und ein viereckiges Segel bewegten das Boot vorwärts. Am Bug und am Heck gab es ein Deck, wobei hinten der Steuermann stand und die Fischernetze lagen. Der Bereich am Achterdeck war trocken und geschützt, es war wohl jener Platz, an dem Jesus während des Sturms schlief (Mk 4:38).

Jesus benutzte solche Boote auch als Bühne für seine Predigten (Mk 3:9; LK 5:3). Dadurch konnte er sich großen Menschenmengen entziehen, nutzte aber auch die gute Akustik über die Wasseroberfläche hinweg. Dabei setzte sich Jesus ins Boot, ganz der Tradition jüdischer Lehrer folgend. Das Deck im Heck des Bootes war dafür der ideale Platz. Später wurde das Motiv des Bootes und von Fischernetzen in der christlichen Kunst im Kirchenbau auch für Kanzeln verwendet. Weiterlesen