Stoa und Christentum

Um 300 v. Chr. formulierte Zenon von Kition erstmals Grundzüge der sogenannten Stoa. Ihr ist eine kosmologische, ganzheitliche Welterfassung zu eigen, die auf ein waltendes universelles Prinzip zurückgeführt wird. Das Individuum hat ihren Platz in dieser Ordnung zu erkennen, auszufüllen und durch Selbstbeherrschung zu akzeptieren. Gelassenheit und Seelenruhe sollen dabei Weisheit fördern.

Die Wirkung der stoischen Weltanschauung auf die Menschen in hellenistischer und nachhellenistischer Zeit war gewaltig. Philosophie und Religiosität gingen ein unlösliches Band ein. Deshalb war die stoische Weltanschauung gerade unter Heidenchristen Herausforderung und Prägung zugleich, ähneln sich doch einige Aussagen. Die große Zeit der Stoa ging schließlich erst um 300 n. Chr. zu Ende und beeinflusste damit noch Kirchenväter und Kirchenlehrer. Weiterlesen

Werbeanzeigen

Thomas von Aquin. Über Recht und Staat

Der vorangegangene Beitrag behandelte die Lehren von Thomas von Aquin über Erkenntnis, Anthropologie, Ethik, Moral und Kunst. Der Dominikanermönch, der von 1224 bis 1274 lebte, machte sich ebenso Gedanken über das Recht und den Staat.

Thomas stellt die Frage: Was ist die Grundlage des Rechts?

Er kommt dabei zu der Überzeugung, dass es das Naturrecht ist. Dieses kommt von der Natur des Menschen. Der Mensch hat Sehnsucht nach Leben, Selbsterhaltung, Selbstentfaltung. Er strebt nach Partnerschaft, Familie, Wissen, Wahrheit und wahrer Information. Er hat ein Recht auf Bildung, Gemeinschaft und Gesellschaft.

Er fährt nun in seinen Fragestellungen fort: Wie müssen dann die menschlichen und staatlichen Gesetze beschaffen sein? Weiterlesen

Thomas von Aquin. Über Erkenntnis, Anthropologie, Ethik, Moral und Kunst

Der Dominikanermönch Thomas war in Köln Schüler von Albertus Magnus (siehe meinen Beitrag) und lebte von 1224 bis 1274. Der Mönch galt als schweigsam und war recht beleibt. Sein Charakter wird als gütig, demütig, rein und sensibel beschrieben. Er ist einer der bedeutendsten philosophischen Vertreter der spätmittelalterlichen Scholastik und dennoch sagte er an seinem Lebensende: „Alles, worüber ich nachsann ist Stroh gegenüber der Größe Gottes“. Er entwickelte ein umfassendes und ausgewogenes System des christlichen Lebens und etablierte einen dauernden Maßstab. Alle seine Lehren der Theologie und Philosophie stellt er auf den Boden der Heiligkeit. Hier der erste Teil einer kurzen Zusammenfassung seiner umfangreichen Lehren. Weiterlesen

Ein Fastenlächeln in der Freude Gottes

In der Bergpredigt mahnt uns der Herr: „Wenn ihr fastet, so schaut nicht finster drein wie die Heuchler; denn diese entstellen ihr Antlitz, damit die Menschen sehen, daß sie fasten“ (Mt 6:16a). Sein Antlitz entstellen bedeutet auch als Ebenbild Gottes dessen Antlitz zu entstellen. Als Kinder Gottes dürfen wir jedoch an der Freude des Herrn teilhaben und diese Freude soll uns Christen stets anzusehen sein, auch, ja gerade in der Fastenzeit. Thomas von Aquin unterscheidet die Freude an Gott von der Freude darüber, dass wir ihn „besitzen und genießen“ dürfen. Doch der ersteren Freude räumt er den Vorrang ein: „So ist denn die Freude keine von der Gottesliebe unterschiedene Tugend, sondern ist Akt oder Wirkung der Gottesliebe“. (1) Es ist also die Gottesliebe, die uns freudig und lächelnd fasten lässt.

Auch ein Heiliger der Ostkirche, Seraphim von Sarow, bestätigt, dass es unsere Gottesliebe ist, welche die Freude Gottes in die Seele einpflanzt. Es ist eine Freude vom Heiligen Geist und im Heiligen Geist, die man wirklich fühlen kann, durch eine Wärme, einen Wohlgeruch und einen tiefen inneren Frieden. „Wenn der Geist Gottes in eine Seele herabsteigt und sie mit Seiner Fülle durchdringt, verspürt sie unaussprechliche Freude, denn Er bringt Freude hervor in allem, was er berührt“. (2) Gerade in der Fastenzeit kann man seine Seele durch Schärfung der Sinne und des Geistes sensibler für die Berührung Gottes gestalten, die Freude hervorruft. Diese Freude in der Berührung durch Gottes Geist lässt uns lächeln.
Weiterlesen

Von Leid und Liebe

Absolut gesehen ist Liebe reine Freude. Und so „sieht“ es auch in der göttlichen Dreifaltigkeit aus. Tritt diese göttliche Liebe in das Dasein, trifft sie auf das Böse und wird oftmals zum Leid. Das Böse zog quasi die Liebe ans Kreuz. Das Kreuz ist eine Erfindung des Menschen und nicht von Gott und Gott ist immer auf der Seite der Gekreuzigten. „Gott hat keine Idee vom Bösen“ sagte Thomas von Aquin.

Gott schaut das Böse von außen an und er kann es nicht verstehen, weil es nicht Teil seines Wesens ist. Das Lamm wird ohne Widerstand geschlagen. Aber Gott hat ein Mittel gegen dieses Böse: sein Wesen, die Liebe. Johannes vom Kreuz sagt: „Wo keine Liebe ist, da bringe sie und du wirst sie finden“. So tat es Gott in seiner Agape-Liebe durch Jesus Christus für die Welt und die Menschen.
Weiterlesen