Vom zu viel geben

In der Hl. Schrift wird der Reichtum keineswegs pauschal verurteilt. Materielle Werte sollen allerdings für das Reich Gottes da sein und es nicht verhindern. Als Abgabenorm dessen, was man erwirtschaftet, wird in der Hl. Schrift der Zehnt, der zehnte Teil, ausgewiesen. Manchmal wird aber auch gepredigt, dass man mehr an materiellen Werten, gar seinen Lebensunterhalt, geben soll und sich ganz der Versorgung durch Gott anvertrauen. Manche mögen dazu tatsächlich berufen sein, aber nicht jeder. Als Schriftbeleg werden hier der reiche Jüngling und die arme Witwe herangezogen. Aber ist das wirklich so? Weiterlesen

Der Fischfang im See Gennesaret zur Zeit Jesu

Im Jahre 1986 fand man bei Niedrigwasser am Westufer des Sees Gennesaret im Schlamm nahe des Ufers Reste eines Bootes. Die archäologischen Untersuchungen ergaben, dass es aus der Zeit Jesu stammte. Der Rumpf des Bootes besteht hauptsächlich aus Libanonzeder und Eiche, seine Maße betragen in der Länge ca. 8,8 Meter, Breite ca. 2,5 Meter und Höhe ca. 1,25 Meter. Das Heck war breit, der Bug schmal, Ruder und ein viereckiges Segel bewegten das Boot vorwärts. Am Bug und am Heck gab es ein Deck, wobei hinten der Steuermann stand und die Fischernetze lagen. Der Bereich am Achterdeck war trocken und geschützt, es war wohl jener Platz, an dem Jesus während des Sturms schlief (Mk 4:38).

Jesus benutzte solche Boote auch als Bühne für seine Predigten (Mk 3:9; LK 5:3). Dadurch konnte er sich großen Menschenmengen entziehen, nutzte aber auch die gute Akustik über die Wasseroberfläche hinweg. Dabei setzte sich Jesus ins Boot, ganz der Tradition jüdischer Lehrer folgend. Das Deck im Heck des Bootes war dafür der ideale Platz. Später wurde das Motiv des Bootes und von Fischernetzen in der christlichen Kunst im Kirchenbau auch für Kanzeln verwendet. Weiterlesen