Christusorte: Der Berg Tabor

Christusorte: Der Berg Tabor

War der Berg Tabor der Ort der Verklärung, die in den Evangelien (Mt 17:1-9; Mk 9:2-10; Lk 9:28-36) beschrieben wurde? Das Ereignis wird dort jedoch ohne konkrete Ortsangabe berichtet. Der Berg Tabor liegt mit einer Höhe von 588 m ca. 8 km Luftlinie südöstlich von Nazareth und zeigt in seiner isolierten Lage weit sichtbar seine markante Form. In Neuhebräisch und im AT wird der Berg har tavor genannt, die Araber nennen ihn Dschebel et-Tur, was einfach „der Berg“ bedeutet. Der Name scheint aus dem Phönizischen zu stammen und bezeichnet eine semitische Gottheit, die bei den Griechen als Zeus Atabyros bekannt ist. In der Septuaginta nennt man den Berg Itaburion, was sich wohl daher ableitet. Die aramäische Übersetzung des AT, die Targumim, nennt den Tabor einfach „hoher Berg“ (tor ram). Weiterlesen

Sind Araber die Söhne Ismaels?

Muslimische Araber betrachten sich als Nachkommen Ismaels, dem erstgeborenen Sohn Abrahams im Alten Testament. Doch diese Gleichsetzung Ismaeliter – Araber war nicht von Anfang an gegeben. In der biblischen Überlieferung ist Ismael nicht von zentraler Bedeutung. Er steht in Konkurrenz zum zweitgeborenen Sohn Isaak, dem Sohn der Verheißung. Diese Konkurrenz erhielt in der nachbiblischen Tradition und besonders in der heutigen Zeit seine Brisanz, weil man damit das Verhältnis der Brudervölker Israeliten und Araber sowie der Schwesternreligionen Judaismus und Islam erklären oder entschuldigen will.

Die Geschichte der Ismaeliten lässt sich jedoch nicht auf den einfachen Nenner reduzieren, sie seien die heutigen Araber. In den biblischen und antiken Texten findet sich nichts, was dafür sprechen würde. Es ist bereits schwierig den Lebensraum der Ismaeliten zu lokalisieren, einzig klar ist, dass sie außerhalb des Siedlungsgebiets Israels lebten. Man erhält Hinweise auf Orte und Gegenden südwestlich, östlich und südöstlich Israels. Etwas erhellender wird die Lokalisierung, wenn man die Siedlungsgeschichte und die Geografie der Ismaeliten in verschiedene Phasen unterteilt. Weiterlesen

Welche Sprache(n) spricht Jesus?

Alle Quellen, die über Jesus berichten, sind in griechisch verfasst, müssen deshalb ursprünglich aber nicht in griechisch geschrieben worden sein. Nur wenige Worte Jesu sind im originalen Wortlaut erhalten. So „Abba“ oder „Eli, Eli, lema sabachtani“. Das Hl. Land war zur Zeit Jesu mehrsprachig (siehe Inschrift des Pilatus an Jesu Kreuz). Man sprach aramäisch, hebräisch, griechisch und lateinisch. Die meisten Bewohner sprachen tatsächlich mehrere Sprachen, wenn auch unterschiedlich gut und in verschiedenen Situationen. Es gab verschiedene Bevölkerungsgruppen und Religionen und diese ethnischen und religiösen Unterschiede spiegelten sich auch in der Sprache wider. Der bedeutende Teil der Bevölkerung waren Juden, aber auch jene waren sprachlich nicht einheitlich. Das Hl. Land gehörte damals zum Römischen Reich, die Sprache der herrschenden Klasse, der Verwaltung, war die der Osthälfte des Römischen Reiches: griechisch. Lateinisch war die Sprache des Zentrums, Rom, die vor allem im zentralisierten Militär wichtig war. Als Unruheherd hatte in der Provinz Palästina das Militär und damit Latein einen höheren Stellenwert. Welche Sprache(n) spricht Jesus also? Hier ein kleiner Überblick und vielleicht eine Antwort auf diese Frage:

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