Protestantismus als Vorstufe des Nihilismus?

Der Philosoph Rüdiger Safranski schreibt in einem Artikel in der NZZ vom 08.11.2015: „Die zeitgemäße Form des Nihilismus ist der Konsumismus. Auch wenn man keinen Gott mehr hat, kann man sich immer noch etwas kaufen“.

Im Buch der Weisheit in der Hl. Schrift, entstanden wenige Jahrzehnte vor Christi Geburt, wird diese „moderne“ Mentalität bereits festgehalten (Weish 2:1-6): Weiterlesen

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Protestanten und ihr Verhältnis zur politischen Obrigkeit

Martin Luther schuf mit seiner neuen Lehre ein völlig anderes Verhältnis zwischen Staat und Kirche, zwischen Christ und Gesellschaft. Negative politische Entwicklungen der Neuzeit werden deshalb oftmals den Kirchen der Reformation zur Last gelegt. Andererseits kann man das moderne protestantische Synodalsystem als Vorbote der Demokratisierung betrachten. Die Veränderung der Verhältnisse zwischen Christen und ihrer Obrigkeit im Protestantismus kann in drei Bereichen besonders erkannt werden: im sogenannten Landesherrlichen Kirchenregiment, in der Zwei-Reiche-Lehre und in der Bewertung des gottgeweihten Lebens.
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Thomas von Aquin. Über Recht und Staat

Der vorangegangene Beitrag behandelte die Lehren von Thomas von Aquin über Erkenntnis, Anthropologie, Ethik, Moral und Kunst. Der Dominikanermönch, der von 1224 bis 1274 lebte, machte sich ebenso Gedanken über das Recht und den Staat.

Thomas stellt die Frage: Was ist die Grundlage des Rechts?

Er kommt dabei zu der Überzeugung, dass es das Naturrecht ist. Dieses kommt von der Natur des Menschen. Der Mensch hat Sehnsucht nach Leben, Selbsterhaltung, Selbstentfaltung. Er strebt nach Partnerschaft, Familie, Wissen, Wahrheit und wahrer Information. Er hat ein Recht auf Bildung, Gemeinschaft und Gesellschaft.

Er fährt nun in seinen Fragestellungen fort: Wie müssen dann die menschlichen und staatlichen Gesetze beschaffen sein? Weiterlesen

Der all-inclusive-Staat

Wenn Kleinkinder heute eine ganztägige Betreuung in einer KiTa erleben, dann verinnerlichen sie das Gefühl der Abschiebung. Und dort, wo die meisten Betreuungsplätze sind, dort sind die niedrigsten Geburtenzahlen zu verzeichnen. Ein vorsorgender Staat wird eine Betreuungsagentur für Kindheit und Jugend. Aber auch für das Alter: Einst abgeschobene Kleinkinder erleben die Abschiebung als gängiges Muster familiären Lebens und leiten eine Verstaatlichung des Alters ein, indem sie auch ihre Eltern in die Altenheime abschieben.

So wird das Seniorenasyl im Gefolge der Krippenpolitik des Staates zur Regel werden. Ganztägig arbeitende Kinder fallen als Ansprechpartner und Pfleger für ihre alternden Eltern aus. In den Altenheimen und Pflegestationen sitzen schon jetzt isolierte, einsame und hilflose ältere Menschen, um die sich kein Familienangehöriger mehr kümmert. Selbst die Sprache der Pfleger aus fremden Ländern verstehen sie nicht mehr. Die Babyboom-Generation wird 2030 in diese Pflegestationen drängen und einen Pflegenotstand hervorrufen, den der Staat finanziell nicht mehr beheben kann.

Die Familie droht heute Beute des Staates zu werden. In den Häusern der Familien wird nur mehr geschlafen, dann schwärmen die Angehörigen aus zu ihren Betreuungs- und Arbeitsplätzen. Der Staat lässt uns freiwillig in seine Abhängigkeit gleiten, weil er uns das füreinander-da-sein abnimmt. Die Familie ist die Wurzel einer Gesellschaft, die Ehe von Mann und Frau samt Kinderwunsch deren fruchtbarer Boden. Doch schon vom Kindergarten an wird heute eine neue Generation geformt, welche die Natur des Menschen nicht mehr anerkennen soll, weil sie seine Freiheit einschränkt. Biologische Wahrheiten und geschlechtsspezifische Unterschiede haben nicht mehr zu gelten und so tief verunsichert nimmt man dem Menschen seine Würde, weil er frei definierbar wird. Wenn einmal alles obsolet wird, was Menschsein ist, dann hat der Staat, jede Ideologie leichtes Spiel. Denn nur aus toten Bäumen kann man Bretter schneiden und daraus bauen und formen, was man will.