„Allezeit habt ihr die Armen bei Euch“. Betrachtung zu Mt 26:6-16.

Der Kontext darf nicht übersehen werden, um allzu einseitige Auslegung, etwa einer Sozialcharta oder eines Gottesstaats auf Erden, zu vermeiden. Im Kontext verweist das Ereignis darauf hin, dass ehrfürchtiger Glaube und Liebe, wie der Frau, etwas Stürmisches, Überschwängliches, ja Unpraktisches hat. Liebe fragt nicht nach Grenzen. Sie kümmert sich nicht um Gedanken und Worte von Menschen. Hingabe ruft nach Ganzheit. Krämerisches Rechnen und Zählen ist dem Herrn gegenüber unwürdig.

Im Gespräch mit den Jüngern wird der Kleingeist von uns Menschen offenbar. Man misst ihn am eigenen Maßstab und zeigt Unverständnis, wenn das Große nicht in den kleinen Kopf und das kleine Herz passt. So gibt es Menschen, die Nächte durchbeten können, große Summen geben und andere finden es übertrieben. Dabei treibt vielleicht deren Großzügigkeit und Opferbereitschaft nur das Wissen um die eigene Sündhaftigkeit an, die einen selbst noch fehlt. Spießer können die Größe der Liebe nur schwer verstehen. Es ist für sie Verschwendung. So etwa auch die Kathedralen und goldenen Kelche in den Kirchen. Weiterlesen