Im Denken wird man Mensch

Es gibt schon seit geraumer Zeit und ohne irgendwelche „Energiefelder“ zu bemühen, die Ansicht, dass das moralische Temperament (melancholisch, phlegmatisch, sanguistisch, philosophisch) jene Ideenreihe Kraft verleiht, die den Charakter bildet. Dabei gibt es eine herrschende Idee. Eine Ideenreihe ist ein Gedanke, eine Aussage, ein Gegenstand der/die Beachtung erhält, weil er/sie das Vergnügen/Missvergnügen (damit sind nicht allein sinnliche Erfahrungen gemeint) fördert oder hindert. Jede von außen zukommende Wahrheit trifft auf diese Ideenreihe und wird somit „entwahrheitet“, denn sie hat sich in die Anschauung der Begriffe einzufügen, die der Mensch sich bereits bildete. Jedes neue Ding wird in diese Ideenreihe eingefügt und festigt sie. Deshalb kann man etwa jungen Menschen besser neue Ansichten vermitteln, als älteren. Deshalb kann für jemand etwas eine Ehre sein, für den anderen nicht, obwohl es objektiv dasselbe Ding ist. Weiterlesen

Thomas von Aquin. Über Erkenntnis, Anthropologie, Ethik, Moral und Kunst

Der Dominikanermönch Thomas war in Köln Schüler von Albertus Magnus (siehe meinen Beitrag) und lebte von 1224 bis 1274. Der Mönch galt als schweigsam und war recht beleibt. Sein Charakter wird als gütig, demütig, rein und sensibel beschrieben. Er ist einer der bedeutendsten philosophischen Vertreter der spätmittelalterlichen Scholastik und dennoch sagte er an seinem Lebensende: „Alles, worüber ich nachsann ist Stroh gegenüber der Größe Gottes“. Er entwickelte ein umfassendes und ausgewogenes System des christlichen Lebens und etablierte einen dauernden Maßstab. Alle seine Lehren der Theologie und Philosophie stellt er auf den Boden der Heiligkeit. Hier der erste Teil einer kurzen Zusammenfassung seiner umfangreichen Lehren. Weiterlesen

6 Blinde und ein Elefant

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Die Parabel wird meist von einem Bild illustriert, auf dem Blinde einen Elefanten betasten. Der Blinde, der das Bein befühlt, sagt, dass ein Elefant wie ein Baum sei; der, der den Schwanz befühlt, dass ein Elefant sich wie ein Zweig anfühle; der, der den Rüssel befühlt, dass ein Elefant Ähnlichkeit mit einer Schlange habe; der, der das Ohr befühlt, dass ein Elefant wie ein Handfächer sein müsse; der, der unter dem Bauch diesen befühlt meint, dass ein Elefant sich wie eine Höhle darstelle; der, der den Stoßzahn befühlt, dass ein Elefant wie eine solide Röhre sein müsse.

Dies ist ein Bild einer vorchristlichen Religion, das ohne eine Gottesoffenbarung dadurch ausdrücken will, dass die Wahrheit und damit Gott von uns Menschen niemals ganz begriffen werden kann und alle Erfahrungen, Gefühle und Ansichten der Menschen irgendwie die Wahrheit berühren und gültig sind. Durch Jesus Christus jedoch kam Gott und damit die Wahrheit in die Welt, somit der Mensch nun einen klareren Blick auf die Wahrheit erhielt. Hier einige Punkte, warum deshalb diese Parabel für Christen nicht mehr stimmig ist: Weiterlesen