Von Jesus beten lernen

Mit fast dreizehn Jahren ging Jesus bei seiner Passahwallfahrt in den Tempel von Jerusalem und beginnt ein Stück weit sich innerlich von seinen Eltern zu entfernen. In ihm verspürt er das Wissen um den Willen des Vaters. Jesus betet zu „seinem“ Vater und tritt damit bewusst mit dem eigenen Leben vor Gott. Als Kinder Gottes dürfen auch wir Gott Vater nennen und all unsere Gebete mit dieser liebevollen Anrede beginnen, die besonders seine Nähe zu uns ausdrückt.

Am Ende der 40tägigen Fastenzeit begegnet Jesus dem Bösen mit der Macht des Gebets und einem Schriftwort. In Gegenwart Satans und widergöttlicher Elemente wendet sich Jesus in Ruhe an seinen Vater im Gebet und begibt sich nicht auf das Niveau des Widersachers hinab. Durch ein spontanes, kurzes Gebet zum Vater, das sich wiederholt, können auch wir der Versuchung widerstehen. Das Gebet und das Leben spendende Wort, das man durch das Lesen der Hl. Schrift erhält, baut einen Schutzwall im Innern des Menschen gegen zerstörerische und dunkle Mächte auf, ja sie prallen davon ab. Weiterlesen

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Das widersprüchliche Menschenbild der Postmoderne

Das widersprüchliche Menschenbild der Postmoderne

Gott ruft den Menschen an, begründet ihn somit im Sein, dadurch wird der Mensch erst Person. Nur von hierher kann der Mensch verstanden werden, sobald man es anderswoher versucht, verfehlt man ihn. Dann gebraucht man noch das Wort „Mensch“, aber seine Wirklichkeit ist nicht mehr vorhanden. In der Neuzeit zeigt sich etwas Eigentümliches: Viele Menschen, die geistig Maß und Ton bestimmen, lösen sich von Gott ab. Sie erklären sich für autonom, für fähig und befugt sich selbst das Gesetz des Lebens zu geben. In dieser Haltung wird der Mensch als absolut gesetzt. Alle Eigenschaften Gottes nimmt der Mensch nun an sich, verlegt sie in sich hinein. Er sei nun reif und fähig zu entscheiden, was gut und böse, was gewollt werden soll und was nicht gewollt werden darf. Daneben läuft noch eine andere Linie: es wird gesagt, der Mensch sei ein Lebewesen wie alle sonst. Seine Geistigkeit geht aus dem Biologischen hervor, und dieses aus der Materie. Der Mensch sei ein höher entwickeltes Tier, er löst sich in die stumme Stofflichkeit auf.

Beide widersprüchlichen Antworten laufen zur selben Zeit nebenher und heben sich gegenseitig auf. Beide widersprüchlichen Antworten kommen aus derselben Wurzel und zeigen auf, wie sich der Mensch heute missversteht, wenn er sein Auf-hin zu Gott verlässt, welches sein Wesen begründet. Eine Antwort sagt: mein Geist ist der absolute Geist, ich bin in meinem Kern mit Gott identisch. Der gleiche Mensch gibt die zweite Antwort: es gibt überhaupt keinen Geist, was man Geist nennt ist das Erzeugnis des Gehirns, eine höhere Gliederung dessen, was der tote Stoff ist. Weiterlesen

Ein Klagelied der Männer zur Gleichberechtigung

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) brachte 2017 einen Bericht heraus mit den Worten: „Ein Jahrzehnt des langsamen, aber stetigen Fortschritts kam 2017 zum Erliegen“. Und auf was bezog sich dieser Satz? Nicht etwa auf das Klima, die Juchtenkäferpopulation oder die Feldhamsteraufzucht, nein, es geht um das Klima zwischen Mann und Frau, um die Gleichberechtigung. Der Bericht meint zu wissen, dass diese weiterhin auf sich warten lässt. Beziffert er die Wartezeit 2016 noch auf 170 Jahre, sind es nun schon 217 Jahre.

Das WEF bewertet in ihrem Bericht jedes Jahr die Gleichheit der Geschlechter in vier Sparten: Gesundheit und Überlebenschancen, Bildungsweg, Politik und Wirtschaft, übrigens nicht in ihrem biologischen Wesen, dafür sind die Gender-Lehrstühle zuständig. Beim Überleben haben die Frauen die Männer ja schon seit längerem überholt, in der Bildung ebenso, betrachtet man die Lernunterschiede zwischen Mädchen und Jungen in den Schulen in Deutschland. Aber dieser Fortschritt, über dem Mann hinaus, hat nun – siehe oben  – einen Dämpfer erhalten. Frauen überleben den Mann scheinbar nicht mehr so lange und in der Bildung sieht es auch nicht mehr so toll aus.

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… dass dem Schöpfer nicht sein Geschöpf fehle

Es liegt an uns, dass dem Schöpfer nicht sein Geschöpf fehle, dass dem Ganzen nicht ein Teil fehle, dass dem Ewigen nicht das Vergängliche fehle, wenn er all seine Schafe zählt, es kann seiner Liebe fehlen, es kann seine Hoffnung Lügen strafen.

Charles Péguy, kath. frz. Schriftsteller

 

Im jüdischen Talmud werden die Gedanken des Menschen als erstes und wichtigstes Mittel betrachtet, um zu verhindern, dass dem Schöpfer nicht sein Geschöpf fehle:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Der Talmud
Was ist im Leben absolut sicher?

Was ist im Leben absolut sicher?

Und zwar so sicher, dass man damit leben und sterben kann, dass alles im Dasein, im Leben dahinein verankert werden kann? Menschen können es nicht sein, selbst die besten und liebsten, das lehrt uns das Leben. Auch die Wissenschaft, die Philosophie, die Kunst oder überhaupt alles aus Menschenkraft können es nicht sein. Zu sehr ist in diesen Bereichen Wandel und Veränderung. Die Natur kann es nicht sein, sie ist voll tiefen Trug, weder die Zeit noch das Schicksal oder der Tod, denn er ist nur dunkler Übergang ins hoffnungsvolle Licht. Nicht einmal nur Gottvater, denn sein Zorn ist ja gerade über unsere Sünde erwacht und somit auch bis dahin nicht die Liebe Gottvaters. Was ist also absolut sicher, so dass es uns trägt? Weiterlesen