Gog und Magog – Eine kleine Geschichte der Endzeit

In einigen christlichen Gemeinden stehen vor allen die Berechnung oder Auslegung der kommenden Endzeit im Mittelpunkt. Biblische Aussagen, wer etwa Gog und Magog (Ez 38 und 39; Offb 20:8) sind, werden unmittelbar in das politische Geschehen der Jetztzeit übertragen und daraus Voraussagen für die Zukunft getätigt. Diese Art der Bibelauslegung hat eine lange Geschichte und sie funktioniert nicht, seid sie durchgeführt wird. Hier ein paar Beispiele: Weiterlesen

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Die Apotheke der Franziskaner in Jerusalem

Es war das Jahr 1342, als Papst Clemens VI. die Franziskaner damit beauftragte die Heiligen Stätten im Hl. Land zu betreuen. Doch bereits 1335 entstand in Jerusalem das erste Pilgerhospiz, das Einheimischen und Pilgern Gastfreundschaft und Hilfe anbot. Zunächst funktionierte das Hospiz meist sehr gut, jedoch ab Mitte des 15. Jahrhunderts rissen die Pilgerströme aufgrund muslimischer Repressalien immer wieder ab, so dass das Hospiz bald nicht mehr seine Aufgaben erfüllen konnte. Nun waren die Franziskaner darum bemüht für die Nöte der Bevölkerung eine Lösung zu finden. Ihr Kloster Sankt Salvator besaß eine Apotheke und eine Krankenabteilung, welches in einem Haus untergebracht war, das auch für Pilger offen stand. Jeder Bedürftige konnte sich in der Apotheke mit medizinischen Kräutern versorgen. Die mangelnde medizinische Versorgung der Stadtbewohner, egal welcher Religion er angehörte, glichen die Brüder ebenso aus. Weiterlesen

Dismas – Der rechte Schächer

Dismas – Der rechte Schächer

Der selige Franziskanermärtyrer Engelbert Kolland, der 1860 in Damaskus starb, berichtet in seinem Reisebericht: „Nachdem wir das Dorf, in dem der rechte Schächer Dismas geboren sein soll, passiert hatten, ging es den Gebirgen Judäas zu“. Der angebliche Herkunftsort des guten Schächers beruft sich auf eine örtliche Tradition, der zur Kreuzfahrerzeit „Castrum boni latronis“ hieß, „Ort/Kastell des guten Schächers“. Heute nennt man den Ort Latrun und er liegt 15 km westlich von Jerusalem in der Schefala im Ajalon-Tal. Dort befindet sich das einzige Trappistenkloster im Hl. Land. Oberhalb der Abtei finden sich die Reste einer mittelalterlichen Burganlage, die in der Mitte des 12. Jahrhunderts vom kastilischen Ritter Gonzales de Lara erbaut wurde und danach dem Templerorden übergeben. Die Burganlage nannte man „O Toronum Militium“, „Ritterturm“. Sie wurde später von Saladin zerstört. Weiterlesen

Christusorte: Die Grabeskirche in Jerusalem

Am 13. Juni 313 wurde das „Mailänder Edikt“ verkündet, welches das Christentum als „religio licita“ einstufte, als erlaubte Religion, gleichberechtigt neben anderen Religionen. Diese Religionsfreiheit sollte ein Garant für das Wohlergehen des Staates sein, so jedenfalls hofften die römischen Kaiser Licinius und Konstantin. Auch für das Hl. Land war das Mailänder Edikt von Bedeutung, Palästina ist Teil des römischen Weltreichs. Hier wurden Christen bisher vom Staat verfolgt, viele Märtyrer gingen aus dieser Verfolgung hervor. Kaiser Diokletian wütete Anfang des 4. Jahrhunderts besonders grausam gegen Christen auf palästinensischen Boden. Jedoch unterstand das Hl. Land 313 noch nicht Konstantin, sondern seinem Mitkaiser Licinius, der im Osten des Reiches regierte. Als er mit Konstantin in Konflikt geriet, begann Licinius wieder mit Verfolgung und Unterdrückung von Christen. So wurden um das Jahr 320 vierzig christliche Soldaten der Legio Fulminata getötet, weil sie sich den Opfern an heidnischen Gottheiten verweigerten. Weiterlesen

Die Geschichte der Maiandacht

Die Geschichte der Maiandacht

Die Maiandacht ist eine verhältnismäßig junge Frömmigkeitsübung, die in ihrer Form vor allen von Frauen gerne besucht wurde. Maiandachten waren zuerst einfache Flurgebete, die um das Gedeihen der Feldfrüchte baten. Erste Hinweise, dass in die Maiandacht eine marianische Intention einfloss, gibt es jedoch schon im Mittelalter. Heinrich Seuse, Mystiker und seliger Dominikanermönch aus dem 13. Jahrhundert, soll in Konstanz am Bodensee allein eine erste Maiandacht gehalten haben, in der er Maria ehrte. Dabei nahm er den Brauch des Maibaumaufstellens zum Anlass und setzte für Maria gleichsam einen geistigen Maibaum, den er mit Gebeten und Liedern zierte. Zudem sammelte er die ersten Blumen des Feldes, band sie zu einem Kranz und schmückte damit ein Bildnis der Gottesmutter. Weiterlesen

Maria im Islam

Im Koran findet sich mehr über die hl. Maria, die Mutter des Herrn, als in der Hl. Schrift. So erstaunt es, dass christliche Theologen und sogenannte aufgeklärte Christen oftmals die Jungfrauschaft Mariens vor, während und nach der Geburt des Herrn als symbolische Aussage ansehen, aber der muslimische Glaube daran wörtlich festhält. Doch ebenso gibt es im Blick auf Maria zwischen Koran und der Hl. Schrift erhebliche Unterschiede, die zu beachten sind. Für Christen liegt die Wahrheit innerhalb dieser Differenzen natürlich auf ihrer Seite, und dies nicht ganz unbegründet, stehen doch gerade die marianischen Aussagen der Hl. Schrift näher an der geschichtlichen Wirklichkeit, als jene im Koran. Dieser entstand ein halbes Jahrtausend nach der Niederschrift des neuen Testaments, in dem besonders das Lukasevangelium Wissen über Maria vermittelt. Dieses und auch die Kindheitsgeschichte Jesu steht unter der Versicherung von Lukas, die er in seinem Vorwort darlegt, er sei allem von Grund auf sorgfältig nachgegangen (Lk 1:2-3). Woher bezieht also der Koran seine vielen Aussagen über Jesus und Maria? Weiterlesen

Update: Die Franziskaner in Syrien

Nachdem am Weihnachtstag 2015 der Franziskanerpater Dhiya Azziz von syrischen Rebellen entführt wurde, konnte er am 4. Januar wieder befreit werden. Allerdings musste er als Forderung der Rebellen das Land verlassen. In einer Umfrage der Kustodie unter den Brüdern wurde beschlossen, weiterhin in den Dörfern am Orontes zu bleiben, so lange es dort Pfarrkinder gibt (etwa 400 Christen in 3 Dörfern). Es meldete sich auch Bruder Louay Bhsarat freiwillig für den gefährlichen Dienst in Yacoubieh. Die drei Dörfer im Orontestal liegen im Gebiet von „gemäßigten“ Rebellen. Gemäßigt jedoch nur im Vergleich mit dem islamischen Staat. Auch im Rebellengebiet ist es Nicht-Moslems verboten, Besitz zu haben oder religiöse Symbole zu zeigen. Es sind weder Kreuze noch Statuen erlaubt, auch kein Wein für die Messfeier.

Der Kustos der Franziskaner, P. Pizzaballa, begründete den Entschluss im Orontestal präsent zu bleiben folgendermaßen: „Die Kustodie hat nie Orte und ihre Bevölkerung aufgegeben, die die Kirche ihrer Sorge anvertraut hat, auch nicht in Zeiten der Gefahr … Ein Hirte verlässt seine Herde nicht und fragt nicht, ob sie zahlreich sind oder wenige. Für den Hirten sind alle Schafe wichtig und er liebt sie alle gleich … Unsere Dörfer im Orontestal sind die einzige christliche Präsenz in dem Gebiet, das von Rebellen kontrolliert wird. Diese sind zu einer Art Symbol für alle Christen Syriens geworden. Wenn sie in ihren Dörfern bleiben, so geben sie allen anderen ein Zeichen von Stärke und Mut … Wir sind hier im hl. Land für Christus da und für Seine Kirche, und aus keinem anderen Grund … Wenn wir uns von diesen Dörfern zurückziehen, würde das bedeuten, dass wir den Sinn unserer Sendung verfehlten … Ich lade sie alle ein für ihn (Bruder Louay Bhasarat), für seine Pfarrkinder, für alle Brüder, die in Syrien tätig sind und für die gesamte Bevölkerung zu beten.“ Weiterlesen