„Felix culpa“, die glückliche Schuld

Tatsächlich kann kein Mensch etwas tun, dass Gott ihn mehr liebt oder dass er ihn weniger liebt. Insofern ist man immer ein geliebtes Geschöpf Gottes. Aber die Liebe Gottes will mehr: Sie legt offen, wo wir unser gottgewolltes Sein verlassen haben, wo wir nicht mehr sind, wer wir sind, sondern der, den unsere Sünde aus uns gemacht hat. Es nützt niemanden den Menschen als perfekt und damit nicht erlösungsbedürftig darzustellen, die Realität zeigt etwas anderes. Verdrängt man sie, dann bleibt der Mensch verkrümmt in seinem Ich und lässt keine Entwicklung mehr zu, die Gott ihm schenken will. Der Widersacher tut ganze Arbeit, wenn er uns das Sündenverständnis nimmt.

Wenn nun manche sich aufgrund ihrer Sünde hassen, traurig, depressiv werden, dann ist das ebenso ein Werk des Widersachers. Als Christ erhält man in der Taufe das Betriebssystem von Gott Sünde zu erkennen und in seiner Liebe anzunehmen, damit sie verwandelt wird und damit man selbst in der Kraft des Herrn. Gleichfalls erhält man eine überall mögliche und kostenlose „WLAN-Verbindung“, einen Kanal zu Gott, mit dem man ihm im Gebet sein Herz ausschütten, es ihm geben kann, damit es verwandelt wird in seine Liebe (Katherina von Siena erlebte diese Erfahrung auf eindrückliche Weise).

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Dismas – Der rechte Schächer

Dismas – Der rechte Schächer

Der selige Franziskanermärtyrer Engelbert Kolland, der 1860 in Damaskus starb, berichtet in seinem Reisebericht: „Nachdem wir das Dorf, in dem der rechte Schächer Dismas geboren sein soll, passiert hatten, ging es den Gebirgen Judäas zu“. Der angebliche Herkunftsort des guten Schächers beruft sich auf eine örtliche Tradition, der zur Kreuzfahrerzeit „Castrum boni latronis“ hieß, „Ort/Kastell des guten Schächers“. Heute nennt man den Ort Latrun und er liegt 15 km westlich von Jerusalem in der Schefala im Ajalon-Tal. Dort befindet sich das einzige Trappistenkloster im Hl. Land. Oberhalb der Abtei finden sich die Reste einer mittelalterlichen Burganlage, die in der Mitte des 12. Jahrhunderts vom kastilischen Ritter Gonzales de Lara erbaut wurde und danach dem Templerorden übergeben. Die Burganlage nannte man „O Toronum Militium“, „Ritterturm“. Sie wurde später von Saladin zerstört. Weiterlesen

Yoga und Zen vs. christliche Spiritualität

Mystik, Ritual, Kult, das sind Begriffe und Lebenswirklichkeiten, die heute im Westen trotz der Säkularisierung der Welt immer mehr geschätzt werden. Allerdings meint man damit mehr östliche Spiritualität, eigene christliche Wurzeln sind verpönt und aus dem kritischen Rationalismus der Moderne entwickelt sich immer mehr ein abergläubischer Irrationalismus der Postmoderne. Deshalb ist es wichtig den Unterschied zu erkennen zwischen dem, was außerchristlich an „religiösem“, „transzendentalem“, „mystischem“ und „spirituellem“ läuft und dem, was das Christentum unter Spiritualität versteht. Dies vor allen deswegen, weil auch im innerkirchlichen Bereich immer mehr eine Vermischung stattfindet, man denke nur an die zahlreichen Yoga- und Zen-Kurse in katholischen Bildungseinrichtungen.
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Die Früchte des Hl. Messopfers

Der katholische Schriftsteller und Kapuzinerpater Martin von Cochem (1634-1712) fasste unter anderem in seinem Werk „Erklärung des Heiligen Meßopfers: ein Unterrichts- und Betrachtungsbuch für die Gläubigen der Kirche Gottes“ zahlreiche Gnaden und Wohltaten Gottes zusammen, die unsichtbar für den Menschen bei einer Heiligen Messe geschehen. Hier ein kleiner Auszug davon:

Der himmlische Vater hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit er ihm die Ehre gebe, die Adam und alle Sünder ihm verweigert hatten. Auch deines Heiles wegen sandte er seinen Sohn in die Welt und lässt ihn noch täglich auf den Altären gegenwärtig werden.

Zu deinem Heile verwandelt der Heilige Geist Brot und Wein in den wahren Leib und in das wahre Blut Jesu Christi. Weiterlesen

Ein päpstlicher Trost für Frauen nach einer Abtreibung

„Einen besonderen Gedanken möchte ich euch, den Frauen, vorbehalten, die sich für eine Abtreibung entschieden haben. Die Kirche weiß, wie viele Bedingtheiten auf eure Entscheidung Einfluss genommen haben können, und sie bezweifelt nicht, dass es sich in vielen Fällen um eine leidvolle, vielleicht dramatische Entscheidung gehandelt hat. Die Wunde in eurem Herzen ist wahrscheinlich noch nicht vernarbt. Was geschehen ist, war und bleibt in der Tat zutiefst unrecht. Lasst euch jedoch nicht von Mutlosigkeit ergreifen, und gebt die Hoffnung nicht auf. Sucht vielmehr das Geschehene zu verstehen und interpretiert es in seiner Wahrheit.

Falls ihr es noch nicht getan habt, öffnet euch voll Demut und Vertrauen der Reue: der Vater allen Erbarmens wartet auf euch, um euch im Sakrament der Versöhnung seine Vergebung und seinen Frieden anzubieten. Euer Kind aber könnt ihr diesem Vater und seiner Barmherzigkeit mit Hoffnung anvertrauen. Mit Hilfe des Rates und der Nähe befreundeter und zuständiger Menschen werdet ihr mit eurem erlittenen Zeugnis unter den beredtesten Verfechterinnen des Rechtes aller auf Leben sein können. Durch euren Einsatz für das Leben, der eventuell von der Geburt neuer Geschöpfe gekrönt und mit der Aufnahme und Aufmerksamkeit gegenüber dem ausgeübt wird, der der Nähe am meisten bedarf, werdet ihr eine neue Betrachtungsweise des menschlichen Lebens schaffen.“

Quelle: Johannes Paul II.: Enzyklika „Evangelium vitae“ (Evangelium des Lebens), Kap. 99; (Rom, 25. März 1995)

Basics: Warum und wie Vergebung?

Die einfachste Antwort auf das Warum lautet: Weil es Beziehungen aufrecht erhält. Als Christ ersehne ich mir eine gute Beziehung zu Gott, meinen Nächsten und zu mir selbst. Gelingt mir dies nicht ausreichend, dann verändert dies zwar nicht meine Position Christ zu sein, aber meine Beziehungen. Wer sich in der Ehe streitet, ist ja in dieser Zeit plötzlich nicht mehr verheiratet, aber die Beziehung zum Partner ist gestört. Da sich also meine Position als Christ nicht ändert, ist es mir darum möglich, all die Gnaden anzunehmen, die Jesus mir gerade in der Vergebung schenken will. Er ist die Kraft in mir, er ist die Liebe in mir, er verbrennt den Stolz in mir, weil auch er der Vergebende ist. Jedoch, wenn es nur so einfach wäre. „Du weißt ja nicht, was der mir alles angetan hat! Und dem soll ich vergeben?“ So denkt man manchmal und das ist zutiefst menschlich.

Wenn aber der Herr die Vergebung als Pflicht eines Christen verkündet, dann muss sie wichtig sein, dann muss sie mir zum Guten gereichen, dann muss sie mich dem Herrn näher bringen und damit seinem Reich Gottes der Liebe in Frieden und Freiheit. Deshalb ist das Ausmaß der Vergebung gewaltig, wie der Herr sie uns in Mt 5:43-46 aufträgt: Sie hat keine Grenzen! „Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde [, tut Gutes denen, die euch hassen,] und betet für sie, die euch verfolgen [und verleumden], auf dass ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte“. Weiterlesen